Cbilfß.
u und Durch um. u. Stangen. rigerung.
der genannten u Bodenrod.
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Intelligenz-Blat
fuͤr die f
Provinz Oberheſſen
f im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
. 41.
Sonnabend den 24. Mai
1851.
Ban N Anzeigen, welche in dem am naͤchſten Sonnabende erſcheinenden Blatte Aufnahme finden ſollen, muͤſſen des Feiertags wegen ſpaͤteſtens ſchon des Dienſtags eingeſandt werden. Die Expedition des Intelligenzblattes.
pochweiſel ald.
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,
Was Einer fertig bringen kann, wepn er will.
Fortſetzung.)
Es ging ſchon ſtark auf den Abend zu, als ſie das Dorf erreichten, und der Burſch war müd'. Wenn Ihm Kartoffeln und Sauermich nicht zu ſchlecht
ſind, ſagte ſie, ſo eß Er mit uns.
Das geſtel ihm, und er ging mit. Meiſter Bäcker war ein guter Mann. Er ſah's gern,
daß das das Fränzchen gethan, und fing gleich mit dem Burſchen von der Wanderſchaft zu reden an, und der
erzählte ſo viel Schönes, daß der Abend herumflog wie eine Minute. Dem Jacob Prinz, ſo hieß er, gefſiels gar gut, näm⸗
6, lich das Fränzchen, und darum Alles.
Abends ſagt' er: Lieber Meiſter, ich bin des Wanderns müde, wollet Ihr mich nicht als Geſellen halten? Ich will um die Koſt arbeiten.
Das gefiel dem faulen Bäcker gut und er ging's ein. So blieb der Jacob Prinz da, und mit Tages anbruch hob er an zu klopfen, und fleckte Alles nett und ſauber auf, was ſeit Wochen dalag, wie oft auch die Leute darnach gefragt hatten. Nun waren aber noch zwei Weinberge zu leſen, und in der Luft flog Schnee. Habt Ihr nicht ein Legel? ſagte Jacob; ich kann's nicht zuſehen, daß Eure Tochter Alles auf dem Kopfe heimtrage, und ich ſoll neben— her gehen.
Da lieh das Fränzchen ein Legel, und es ging flugs von der Hand. Abends ſagte Prinz: Meiſter, die Wein⸗ berge könnten ſiebenmal ſoviel tragen, wenn man ſie ein— legte, das heißt, die alten Stöcke in die Erde, dann werden die Weinberge wieder jung. So macht man's bei uns.
Das wär' eine Heidenarbeit! ſagte der Meiſter.
Ich will ſie thun, wenn's trocken hält, rief Franz. Mir macht's Spaß.
Den Spaß will ich Ihm laſſen, ſagte lachend der Meiſter.
Als nun das Bischen Moſt verkauft war, und die
Arbeit langſam ging, auch das Wetter noch paßlich war, machte ſich der Prinz dran. Die Hollbacher wollten ſich halb todt lachen.
Nach vierzehn Tagen hatte der junge Mann den ganzen Weinberg neu gemacht. Die alten Rebenſchenkel lagen der Erde, und das junge Holz ſtand oben heraus, als ware der Weinberg jung, und alle ſtanden nach der Schnur, reihenweiſe und ſo, daß Luft und Sonne darauf wirken koͤnnte.
Darauf gewannen ſie Vertrauen zu dem Menſchen. Die verlaufenen Kunden kehrten zurück, und Meiſter Bäcker ſchämte ſich bei dem Fleiße des Geſellen des Herum— ſchlotterns. Er begann zu arbeiten, und Fränzchens Herz lachte, ihre Wängelein blühten wie Roſen, und ihre Arbeit flog ihr von der Hand weg.
So ging der Winter herum, und zu Oſtern ſagte der Meiſter, der ſich doch ſchämte, den braven Menſchen für die Koſt, zu halten:
Jacob, hier iſt Sein Lohn! Er hat ihn wohlverdient.
Soll ich gehen? fragte er. N
Nein, nein! rief Bäcker. Er ſoll bleiben, ſo lang' Er will, aber den wohlverdienten Lohn nehmen.
Meiſter, ſagte darauf Jacob Prinz, ich wüßt' ein Mittel, daß Ihr den Lohn ſpartet, und ich bliebe doch.
Wie ſo? fragte Bäcker.
Gebt mir Fraͤnzchen zur Frau. Ich bin braver Leute Kind, die freilich todt ſind, und bin kein Bettler.
Einen beſſeren Schwiegerſohn mochte ſich Bäcker nicht wünſchen; drum ſagte er: Mir iſt's ſchon recht, wenn, das Fränzchen will. Da fiel ihm der Jacob um den Hals vor Freude, und weil das Fränzchen in der Küche fröhlich ſang beim Kochen, lief er hinaus, und ſagt's ihr rund und ehrlich auf gut rheiniſche Weiſe.
Da hört das Mädchen zu ſingen auf, und ſagt mit tiefem Weh: Jacob, ich bin ein armes Mädchen!
Aber er läßt ſie nicht weiter reden, und ehe man ſich's verſieht, hat ſie Ja geſagt mit Freuden.
Die Hollbacher Mädchen beneideten das Fränzchen, aber die dachte: Beſſer Neider, als Mitleider!


