Ausgabe 
23.7.1851
 
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im Allgemeinen,

den Negierungsbezirk Friedberg

Stel. im Beſonderen.

r urglirche ö

A 57. Mittwoch den 28. Juli 1851.

3 i e Provinz Oberheſſen

i ſe. Das Zurſchenband. ſchung ſein, denn Bücher und Collegia waren das letzte, 4 g woran er als Student dachte. Sein Bart, und wahrlich 1. Nai NN Erzählung aus der Wundermappe von Hugo Goering. einen ſchöneren Studentenbart habe ich nie wieder geſehen,

Nan 855 An einem heiteren Septembertage ſchritten zwei rü⸗ bedurfte täglich ſeiner beſonderen Pflege; nach ihm kamen un ſtige Wanderer, als ſchon die Wieſen im Thale glänzten die Pfeifen, deren Zahl auch nicht gering war und von

r im Abendthaue, von einem Badeorte des Thüringer Wal⸗ einem guten Geſchmack des Beſitzers Zeugniß ablegten. Fechtboden und Kneipe ſtanden auch hoch in der Rang⸗

a 8 2 des den Höhen dieſes Gebirges zu, unbekümmert, wohin ö l 0 l 3.31 2 ſie an dem Tage noch kommen und wo ſie ihre Nachtruhe ordnung des Finſteren, und er ſpielte hier wie dort auch / 7 halten würden. Anfangs führte ihr Weg über einige be⸗ in jeder Beziehung eine bedeutende Rolle. Ein freies ͥ Lied, ein Kännchen Bier und eine Pfeife guten Tabaks

waldete Höhen und tief in's Thal, dann bog er in ein eh f 7 8 waren für ihn die Wärze des Abends. Vor allem war

Seitenthal ein, von Bergen hüben und drüben umgrenzt e g R 0 1 ae 91 er ein Feind von Liebſchaften, und mitleidig lächelnd ſchaute

tage und von Bäumen beſchattet ringsum. Ein Bach, der das 0 0 5 Rei⸗ er denen nach, die zeitig die Kneipe verließen, um noch

Thal durchhüpfte, zeigte den Weg bergan, und die N die Kl f 10 Buße 1 8 55 Sorge, ſch 15 verirren. Beide mit dem Liebchen zu koſen in ſpäter Abendſtunde.Wei Vll. hatten ſich in dem Badeort, welchen ſie verlaſſen hatten, berknechte, rief er, und pochte mit dem Kännchen auf

0 kennen gelernt und tauſchten gegenſeitig Erinnerungen aus den eichenen Tisch,das Burſchenband iſt meine Braut, ;und neue Ideen. Bald kam auch die Rede auf die Stu⸗ die ich nicht laſſe von meinem Herzen. Nie hat man Fred. Sch, dentenjahre und es fand ſich, daß beide auf derſelben Uni⸗ ihn mit einem Mädchen vertraulich ſprechen ſehen und doch bung, dag, verſität ſtudirt hatten, der eine nur einige Jahre früher verſtand er ſich ſo gut auf weibliche Herzen, denn vielen 1 B. Ik K. ais der andere. war er, 55 Pee de 1 5 55 1 A N f teuern. Nur er ſelbſt wollte nichts damit zu thun haben. 1 2⁰ Und unter welcher Perbindung waren Sie, fragte Als ich meine Studienzeit beendigt 15 und von der

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91 3 1 1 Walther, der jüngere von beiden. 5 Univerſität ſchied, ſah er ein, daß der nun auch ein⸗ e un wer der Burſchenſchaft, entgegnete Hein- mal anfangen müſſe zu ſtudiren, und hatte bei unſerm 14 0 õů 160 rich, der ältere. b ö 55 Abſchied die beſten Vorſätze gefaßt. Wie ich ſpäter ge 16+7 Dann, erwiderte jener, konnte auch nicht wohl Ihr hört, hat er noch mehrere Jahre ſtudirt, hat daun doch 1 4% Name zu meinen Ohren dringen, denn ich war bei der kein Examen gemacht und iſt noch Jäger geworden auf

Lands mannſchaft der Thüringer, welche damals Ihrer Ver⸗ dem Thüringerwald. Ich habe immer gehofft ihn zu tref bindung ſchroff gegenüber ſtand. Nur von einem Bur⸗ fen, habe aber bis jetzt das Glück noch nicht gehabt, doch

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110 ſchenſchafter, der grade mit Ihnen zuſammengeweſen ſein habe ich heute gehört, er ſei Förſter in der Nähe und 81 197 muß, hab ich noch erzählen hören und ſehne mich danach, lebe noch immer allein für ſich hin. 762701 demſelben einmal zu begegnen, wo es auch ſei, denn nach Das Thal, durch welches die Wanderer ſchritten, % allen Beſchreibungen mag er der gemüthlichſte Student hatte ſich nun ganz verengt, nachdem ſee lange während . 1 ſeiner Zeit geweſen ſein. eifrigen Geſpräches nicht auf den Weg geachtet hatten, 8 Aha! fiel Heinrich ein, das iſt gewiß der mit ſeinem und ſie mußten an einer ſteilen Wand hinaufſteigen, um Spitznamender Finſtere überall zu jener Zeit bekannt auf die Hochebene zu gelangen. Als ſie nun oben waren, . geweſene Mediciner. Ja, auch er war Mitglied unſerer ſtellten ſich wieder neue Hinderniſſe entgegen, denn drei . Verbindung und hat eigene Schickſale gehabt. Sein Leben Wege führten nach drei verſchiedenen Richtungen. Ueber⸗ 6 auf der Univerſität war auch ganz eigenthümlicher Art. legen half nichts, und ſo ſchlugen ſie auf gut Glück den 1 So viel mir ſeine Erſcheinung noch gegenwärtig iſt, will gangbarſten Weg ein, der immer bergauf führte. Ueber 4 775 ich Ihnen ein Bild von ihm zu entwerfen ſuchen. Eigent- eine Stunde mochten ſie wohl gegangen ſein, als es durch⸗ llich hatte er Theologie ſtudiren ſollen, hatte aber, weil aus unmöglich war, den Weg weiter zu unterſcheiden, a 1 ihm dieſes Studium durchaus nicht zuſagte, bald das der denn dunkle Nacht hatte ſich uber die Buchenwaldung aus⸗ % Medicin ergriffen und glaubte und behauptete ſeinen Com- gebreitet. Kein Stern war zu ſehen am Himmel; und 1 miltonen gegenüber Fortſchritte auf dieſem Felde der Wiſ⸗ die Nebelgebilde, welche aus den Thälern aufſtiegen und Biup min ſenſchaft zu machen. Doch mochte das wohl eine Täu⸗ aus dem Walde, tanzten in leichten Wolken knapp über 1117

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