Mittel zu ihrer Verpflegung während ihres Aufenthalts zu Darmſtadt nicht beſitzen, einen angemeſſenen Beitrag hierzu aus der landwirthſchaftlichen Vereinskaſſe.
5) Nach Beendigung des Unterrichts wird eine Prü⸗ fung ſtatthaben und deren Reſultat jedem Theilnehmer am Unterrichte ſchriftlich beurkundet.
Diejenigen jungen Schmiede aus Oberheſſen, welche an vorbemerktem Unterrichte Theil zu nehmen geſonnen ſind, haben ſich bis zum 1. December d. J. bei dem Prä⸗ ſidenten des landw. Vereins von Oberheſſen zu Laubach ſchriftlich zu melden.
Dieſer Meldung, wozu es keines Stempelpapiers be⸗ darf, iſt ein bürgermeiſteramtliches Zeugniß über ſtittlich gutes Betragen, ſowie in dem Falle auch über die Ver⸗ mögensverhältniſſe des Bewerbers beizulegen, wenn noch die beſondere Unterſtützung Seitens des Vereins in Anſpruch genommen werden will.
Kolnhauſen, den 2. Oktober 1851.
Der Präſident des landw. Vereins von Oberheſſen In deſſen Abweſenheit der Vicepräſident: Dr. Gros.
Miszellen.
Unter allen lebenden Millionären Englands iſt jetzt Lord Egerton zweifelsohne der originellſte. Kenntlich iſt er auf den erſten Blick. Eine ausgetrocknete Figur, einen Zuckerhut über die Augen hereingeklappt, wird er von zwei rieſiggroßen Lakaien fortgeſchleppt. Sein ungeheurer Reich⸗ thum ſetzt ihn in den Stand, die tollſten Einfälle zu reali⸗ ſiren. Ein ihm geliehenes Buch ſendet er in einer Equi⸗ page zurück. Nachläſſig hingelehnt in Mylords Kutſche, begleitet von 4 Lakaien in reichen Livreen, fährt das Buch bei ſeinem Beſitzer vor, der es mit Verwunderung in Em⸗ pfang nimmt.— Jeden Morgen zieht ſeine Herrlichkeit ein Paar neue Stiefel an und Abends ſtellt er ſie mit dem Datum verſehen zu ihren Vorgängern, die für ihn eine Art Tage- oder Jahrbuch bilden. Was noch ſchlimmer iſt: ſeinen Hunden läßt er ebenfalls Stiefel anmeſſen, für die er gerade ſo viel bezahlt, als für ſeine eigenen.— Selten hat ein Menſch das Glück, zu Mylords Tafel gezogen zu werden und doch iſt ſie nie unter dreizehn Couverts. Die Gäſte, die ſich's trefflich ſchmecken laſſen, ſind die zwölf
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Aeolsharfe bildet, die Orgel verſtummt, und die Nonne
Leibhunde ſeiner Lordſchaft. Jeder dieſer Herrn Hunde ſitzt in einem Armſtuhle, die Serviette unter dem Kinne, einen galonnirten Diener hinter ſich, mit dem würdevollſten Anſtande. Verletzt einer dieſer vierfüßigen Tafelgäſte die gute Sitte, dann wird er auf der Stelle beſtraft, aber
nicht körperlich, ſondern moraliſch. Man greift den Hund bei der Ehre an:
Gebieters verhelfen. Beſagte zwölf Leibhunde
und tragen goldene Halsbänder, auf welchen ihr werther Name eingegraben iſt.
ei re 4 er muß wie ein Diener im Vorzimmer diniren, bis ihm die Zeichen aufrichtiger Reue wieder 0 ſeinem alten Ehrenplatze an der Seite ſeines Herrn und in den 5 ö heißen wie die zwölf Monate des Jahres(Januar, Februar, März ꝛc. 1 ö
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des und der dazu g
Der Magdeburger Correſpondent meldet: eine alte
Nonne hat ſeit der Aufhebung ihres Kloſters, des Martins kloſters, welches jetzt eine Kaſerne iſt, in dem Hauſe des
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ing den 24. d. 2 geitag an dem 8 kachnals einer ffn
1 Jahre vom Anfan
Pfarrer Liebherr an der Martinskirche als Haushälterin gredberg den 1.
gelebt. Vor einigen Wochen geht ſie wie gewöhnlich früh um acht Uhr in die Frühmeſſe der Martinskirche. Als der Gottesdienſt anfangen ſoll, wird gemeldet, daß der Orga— niſt krank ſei und nicht fungiren könne. Die Nonne, die in ihrem ſonſtigen Kloſter Orgelſpielerin geweſen und ſchon früher vicarirt hatte, eilt zur Orgel hinauf, die ſie, jetzt 73 Jahr alt, ſeit zwölf Jahren nicht mehr berührt hatte, und ſpielt mit herrlichem Schwung, den die Gemeinde be⸗ wundert, bis zum Gloria. Da fährt ſie mit der Hand über die ganze Claviatur hin, ſo daß ſich der Klang einer
liegt todt vor dem heiligen Inſtrument. Das Wochenblatt meldet:„Jungfrau Luitgrudis Trapp, gebürtig aus Weiß⸗ bach in Franken, Conventualin und Organiſtin des vor— maligen St. Martinikloſters und Lehrerin der damit ver bundenen Mädchenſchule, 73 Jahre alt, ſtarb am Nerven-
Aar Gr. Rentamtman Domänem
Main ⸗We Hofraithe⸗ 30) Freitag 11025 Uhr, f h Chriſtan Vogt Ing. 10. Nr. 56. 1 au
Ste d Folge Verſügun iochmals unter der teſes die letzte Verf hetenden nunmehr d utheilt werden ſoll. Friedberg den
ſchlag.
1 1
„Reime Dich, oder ich freſſe Dich!“ heißt der be⸗
kannte Wahlſpruch der Dichterlinge. Von dieſer Regel
findet man in folgenden Strophen eines alten Heldenge—
dichts eine treue Anwendung: J Der Räuberhäuptling reitet froh Auf einem Conſtantinopo⸗ Litaniſch ſchwarzem Hengſte.
4
Brühler Vorſtadt.“ 1
9
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen.
(13800 Bei den Erdarbeiten in der Lindner
Mark können fleißige Arbeiter gegen guten Lohn
Beſchäftigung erhalten.
Gießen den 12. Auguſt 1851.
Der Großh. Heſſ. Sections- Ingenieur Eickemeper.
Edicetalladung.
(168˙7) Nach einem Eintrage in den ritter⸗ ſchaftlichen Hypothekenbüchern hat der Ritterrath Freiherr v. Wetzel zu Obermörlen am 1. Hor⸗ nung 1790 von dem Kurmainziſchen Amtskeller und Factor Georg Hirſch zu Friedberg ein Ka⸗ pital von 2400 fl. aufzunehmen beabſichtigt, und es iſt die desfallſige Schuldverſchreibung von Hauptmann, Rathen und Ausſchuß der ohnmittelbaren freien Reichsritterſchaft, Mittel- Rheiniſchen Kreiſes, am 24. Februar 1790 unter der Bedingung beſtätigt worden, daß vorerſt nach der Conſens der ſämmtlichen v. Wetzeliſchen Agnaten zu jener Kapitalaufnahme und Ver⸗ pfändung beigebracht werden müſſe. Ob dies geſchehen, liegt nicht vor, und nach der Angabe
der Freiherrlich v. Wetzeliſchen Renteiverwal⸗ tung ſoll ſich nirgends der geringſte Anhalts⸗ punkt dafür vorfinden, daß das Darlehen wirk⸗ lich effectuirt worden, ſowie denn weiter behauptet wird, daß die Schuld jedenfalls nicht mehr fort⸗ beſtehe.
Da nun der Darleiher hier nicht mehr exiſtirt und ſeine Erben gerichtlich nicht bekannt ſind, ſo werden auf geſtellten Antrag alle, welche aus der gedachten Schuldurkunde und Verpfändung noch Anſprüche herleiten wollen, aufgefordert, ſogewiß innerhalb drei Monaten von heute an hier anzuzeigen, als ſonſt die Schuld für erloſchen erachtet und der deßfallſige Eintrag in den Hypothekenbüchern geſtrichen werden wird.
Friedberg den 20. September 1851.
Großh. Heſſ. Landgericht DFI le.
Bekanntmachung.
(1722) In dem Ortstagebuch der Gemeinde Rüdigheim finden ſich
1) S4 fl. mit 5 pCt. Zinſen bei Wilhelm
Eberhardt in Keſſelſtadt, 2) 50 fl. nebſt 5 pCt. Zinſen bei Gottlieb Kenner's Wittwe in Hanau und 3) 4 Rthlr. 25 Sgr. 5 Hlr. nebſt Koſten zu Gunſten des Joh. Peter Leuſchner von Altſtadt als Pfandbelaſtungen des auf den Namen des
ten Grundeigenthums eingetragen.
Auf Anſuchen der Kirche in Oberiſſigheim und der Schiede'ſchen Legatenkaſſe in Hanau, welche die Berichtigung jener Schulden be⸗
haupten, ohne ſie nachweiſen zu können, werden
alle etwaigen Forderungsberechtigten an dieſen aufgefordert, ſich im Termin den 31. Dezem⸗
ber d. J., Vormittags 11 Uhr, ſogewiß
zu melden, als ſonſt bie deshalbigen Anſprüche
für erloſchen erklärt und die Pfandeinträge ge⸗ löſcht werden ſollen. Hanau den 2. October 1851. Kurf. JuſtizamtlI. Reul. Avenarius.
Bekanntmachung.
(1718) Durch Verfügung Gr. Hofgerichts der Provinz Oberheſſen vom 10. September I. J. iſt Wilhelm Zörb von Münzenberg für einen Verſchwender erklärt und es find dem⸗ ſelben hiernach die Ortsbürger Konrad Hitzel und Konrad Grieb als Curatoren beigege— ben worden, ohne deren Zuſtimmung Rechtsge⸗ ſchäfte des Wilhelm Zörb fortan aller und jeder Gültigkeit entbehren. Indem dies hierdurch zu Jedermanns Kenntniß und Nachachtung gebracht wird, werden zugleich ſämmtliche Gläubiger des Wilhelm Zörb aufgefordert ihre Anſprüche bin⸗
Arbeits- GA) Donerft Nittags um 2 Uhr, kauſe nachſtehende A Renden verſteigert! ) Bei Verleger
1) Maurerarbeit, 9 Handarbeit,
Chriſtian Uhrig, bezihungsweiſe deſſen Ehefrau, Anna Maria geborene Alt, dortſelbſt cataſtrir⸗
8) Das Anliefern ſteinen, 0,5 Ci laufende Fu Kalk. ß
Bei Unterhal
1) Glaſergrbeit,!
2 Scheſktarde
0) Weiß binderarb
9) Bei Herſtell
J Handarbelt, v
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