Ausgabe 
19.11.1851
 
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zum Gutenberg 8 fleiſch in Mainz im Jahr 1397 geboren wurde. Sein

Mutter Elſe oder Eliſabeth zum Gutenberg.

Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Negierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M 91.

Mittwoch den 19. November

18531.

Von einem Deutſcheu, auf den wir ſtolz ſein können. Von W. O. von Horn.

Wenn der Gevatter am Sonntagnachmittag ſich an den Tiſch ſetzt und in ſeiner Bibel das Kapitel lieſt, aus welchem der Pfarrer den Text nahm, denkt er nicht daran, daß vor vier Hundert Jahren das ſo leicht Niemand konnte, er ſei denn erſtaunlich reich geweſen. Fragt er nun: Ei, warum denn? ſo antworte ich ihm ganz einfach, weil's damals noch keine ſo gedruckte, ſondern nur geſchrie⸗ bene Bibeln gab, die aber, weil ſie mit ebenſo viel Kunſt, als Fleiß und Ausdauer abgeſchrieben werden mußten, ſehr ſelten und ſehr theuer waren. Nur reiche Klöſter, Kirchen und Fürſten konnten ſich einen ſo koſtbaren Schatz erwerben.

Denkt Euch einmal, die ganze Bibel ſauber und ſchöͤn, Wort für Wort abzuſchreiben! Das war ein ungeheures Da kam das Gotteswort nur in wenige Hände und die Leute lernten daraus hoͤchſtens nur die Sonntags⸗Evangelien und Epiſteln kennen, die beim Got tesdienſt abgeleſen wurden, wenn ſie ſie verſtanden da ſie lateiniſch und nicht deutſch geleſen wurden. Nicht nur das Wort Gottes war damals ſelten im Lande, ſondern auch andere Bücher, daraus man etwas Gutes und Nütz⸗ liches hätte lernen können.

Es war daher auch kein Wunder, daß man mit dem Worte der Schrift ſagen konnte:Finſterniß deckte die Völker.

Daß wir heutzutage für wenig Geld gute Bücher kaufen und leſen können, das verdanken wir, nächſt Gott, der jeden heilſamen Gedanken in dem Geiſte der Menſchen erweckt, einem Deutſchen, einem Mainzer, der Johannes Gutenberg, oder genauer: Johannes Gensfleiſch hieß und in dem Hofezum Gens

Vater hieß Frielo oder Friedrich Gensfleiſch und ſeine Da mit ihr die Familie zum Gutenberg ausſtarb, ſo nahm ihr Mann ihren Geſchlechtsnamen zu dem Seinigen, wie das in jener Zeit häufig vorkam. Das Geſchlecht der Gensfleiſche und Gutenberge war ein edles und angeſehenes in der Stadt Mainz. Zwiſchen dieſen reichen und edlen Familien und denen der Zünfte und übrigen Bürger beſtand ein alter Haß, weil die edeln Geſchlechter meiſt die Herrſchaft be⸗ ſaßen, und oft und vielfach die Bürger unterdrückt hat⸗ ten. Da gab's denn immer Neid und Hader. So auch

in Mainz im Jahre 1420. Der Aufruhr der Bürger noͤthigte die edeln Familien, die auch Altbürger genannt wurden, aus der Stadt zu flüchten. Die Gensfleiſche flüchteten nach Straßburg, blieben aber dort wohnen, als der Friede hergeſtellt war, und die Altbürger zurückkehren durften. Die Jugend des Johannes Gutenberg, ſowie die Orte und Gelegenheiten, wo er ſeine vielfachen Kenntniſſe erwarb, ſind vollig unbekannt; das aber iſt gewiß, daß er in den Jahren 1436 bis 1438 in Straßburg mit mehreren Mannern in Verbindung trat, um Siegel zu machen, Steine zu ſchleifen, aber auch vermittelſt einer von ihm erfundenen Preſſe die erſten, unvollkommenſten Verſuche machte, Bücher zu drucken. War auch ſeine Familie frü her reich und mächtig, ſo verurſachte doch die Flucht aus Mainz große Verluſte und Gutenberg mußte, um ſich zu ernähren, ſeine erlernten vielen Künſte anwenden und Anderen theilweiſe lehren, und ſich ihres Geldes bei ſeinen koſtſpieligen Arbeiten und Verſuchen bedienen. In Straß⸗ burg hat er aber noch kein Buch gedruckt, das iſt gewiß.

Man ſollte denken, man wäre ſchon weit früher darauf gekommen, Bücher zu drucken, da man Heiligen bilder, mit Reimen und Sprüchen dabei, druckte. Das geſchah aber ſo: In eine Tafel von Birnbaumholz wurde das Bild ausgeſchnitten und die Sprüchlein auch, ſo daß das, was auf das Papier gedruckt werden ſollte, hoch war, das Andere vertieft und weggeſchnitten wurde. Dies Hohe wurde nun mit Schwärze oder Farbe beſtrichen und ver mittelſt eines Reibers auf das Papier gedruckt.

Von dieſer Art, ein Bild und dazu auch Worte zu vervielfältigen, zum Buͤcherdrucke war kein weiter Weg, und doch kam Niemand auf den Gedanken, als Gutenberg. Er ſchnitt nun zuerſt Holztafeln voll Worte, die erhaben ſtanden und beſtrich dieſe mit Schwärze; allein da mußte er ebenſo viele Tafeln ſchneiden, als er Blattſeiten haben wollte, und mit dem Abdrucken durch den Reiber ging's eben auch nicht; der Druck wurde nicht überall gleich. So kam er denn auf den Gedanken, eine Preſſe zu machen, durch die man den gleichmäßigen Druck machen könnte. Da er ſelbſt kein Geld hatte, ſo mußte er mit fremdem Geld arbeiten und das bereitete ihm Proceſſe und Unge mach. Endlich ging ihm beim Simuliren über die Sache ein Licht auf. Er dachte:wenn du die einzelnen Buch ſtaben aus der Holztafel herausſchnitteſt, ſo könnteſt du ſie zuſammenſetzen, wie du wollteſt, und könnteſt daraus immer neue Worte bilden! Gedacht, gethan! Jetzt hatte er beweg⸗