ntelligenz-Vlatt
fuͤr die
5 Provinz Oberheſſen l u. f im Allgemeinen, b den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. 1 82. Sonnabend den 18. Oetober 1851. 8 Amtlicher Theil. Saen ge ver d. ene, de an, Jer der ele
Oeffentliche Nachricht.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß heute Chriſtian Hecht von hier als Unteragent a für den Hauptagenten Heinrich Zitz zu Mainz zur Beför— gent: derung von Auswanderer über Liverpool nach New⸗York t. Namens der Schiffbefrachter Harnden und Comp. zu Liver⸗ ö 0 pool, conceſſionirt worden iſt. en* Friedberg den 10. Oktober 1851. 1 Großh. Heſſ. Regierungs⸗Commiſſion N des Regierungsbezirks Friedberg
derdſt eine außer, August incluftee t Nn September⸗
Ouvrier.
Origin u l. Ein Stücklein. Erzählung von W. O. v. Horn.
5 1 Fortſetzung.) inladung. + Fan ger Leid als das ſchöne junge Mädchen. Unter die Ori⸗ A., Nac ginalitäten des alten Herrn gehörte ein wahrer Weiber⸗ „e Bh aß. Ob der ein Ergebniß trüber Erfahrungen war oder b ine fleiſchgewordene Grille, iſt nicht wohl zu ſagen. Hierzu seiftſe lam noch die Sorge, wie er das Mädchen hüte vor— Ball. liebeleien; denn ſo viel Welterfahrung hatte er, daß er inſah, das habe ſeine erkleckliche Flauſen. Er nahm nun e den Maler dazwiſchen, ſcharfte ihm das Gewiſſen und be⸗ rnb, ſellte ihn zum Mitwächter über Käthchen. Die Haus⸗ l ordnung wurde noch ſchärfer gezogen und mit der Däm⸗ eg nerung was jeder Verkehr mit der Außenwelt abgeſchnitten. Der mißtrauiſche Alte viſitirte ſelbſt, und als er nach vier Wochen keine Contravention entdeckt, hielt er die Ordnung fur conſolidirt. „Der Maler wollte ſich todt lachen, Käthchen ſich die Augen ausweinen über den klöſterlichen Zwang, der ihr nicht einmal zuließ, des Nachbars Tochter Abends zu ſtrechen, und die war doch ein gar liebes Mädchen, die ſe dadurch kennen gelernt, daß ihre Gärten hinten am Bache an einander ſtießen. Neben dem Pfarrgarten wohnte tämlich der Renovator Lambrecht und ſeine Familie. Er, ein alter Mann, der das Geſchäft ſeinem Sohn übertragen, die Mutter, die neunzehnjährige Tochter und der Sohn,
„Der Maler machte im Grunde dem Pfarrer weni⸗
Jahren, das war die Familie, die mit Recht des beſten Rufes genoß.
„Der Maler war bald mit dem alten Lambrecht gut Freund, und Lambrecht's Wein ſchmeckte ihm gar trefflich. Der junge Lambrecht fand an dem jovialen Maler auch ae doch, und das war unbeſtreitbar, mehr an deſſen
ichte.
„Der Maler hatte bald weg, daß die Zwei ſich lieb hatten, und fand gar nichts bedenkliches dabei; im Gegen⸗ theile, da der junge Lambrecht ſo brav war, geſtel ihm die Geſchichte gründlich wohl. Er ließ es alſo nicht nur gehen, ſondern half, wo er konnte, die Gefahr des Ent⸗ decktwerdens von Seiten des Bruders abzuwenden.
„So machte ſich das ganz vortrefflich und das Pär⸗ chen ſchwamm in einem Meer von Entzücken, wenn es ſich im Vaterhauſe ſah und ſprach, was ſich häufiger machte, als man hätte vermuthen ſollen. Der Alte ahnte nichts und Lambrecht's Eltern fanden keine Urſache, etwas ein⸗ zuwenden. Käthchen war ihnen eine liebe Tochter und dem jungen Lambrecht war's Ernſt.
„Eines Tages trat er höflich in die Stube des Pfarrers.
„Setz' Er ſich, Musje Lambrecht,“ ſagte der alte Herr.„Was führt ihn denn zu mir?“
„Eine wichtige Angelegenheit,“ ſagte Lambrecht mit Stottern und Erröthen.„Ich— ich habe mein ehrlich Auskommen und möchte mich— daher— verheirathen.“
„Hm, hm, hm!“ hob der Pfarrer an,„das eilt ja ſehr! Ich ſollte denken, Er ſei noch jung. Hat ja das canoniſche Eheſtandsalter noch nicht! doch das geht mich nichts an. Wie heißt denn die Braut?“
„Ja,“ ſagte der junge Mann, und der Boden unter ſeinen Füßen begann etwas zu wanken,„ja— da— wollte ich eben geziemendſt bei Ihnen anhalten um— die Hand Ihrer— Jungfer Nichte!“
„Nun war's glücklich heraus und die Bruſt athmete leichter. Das war aber gerade, wie wenn man Waſſer in ſiedendes Oel gießt. Der Pfarrer fuhr wie vom Blitz getroffen auf und ſchrie;
„Was?“ was will Er? das Käthchen haben zur Frau? Alſo hinter meinem Rücken doch eine Liebelei! Ei, ſo ſoll Euch Gott beſſern! Er unverſchämter Burſche! Was fällt Ihm ein? Meine Nichte ſoll nicht heirathen und ins Elend ſtürzen. Das iſt mein Wille und Er weiß, daß da keine Maus einen Faden von abbeißt. Nun marſch!


