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Die Gevattersleute verſprachen zu kommen, und nachdem ſich die Müllerin vielmal bedankt fur die ſchöne Aufwartung, ging ſie wieder nach dem Hauſe der Baſe um Mariechen abzuberufen, da es ſchon vier Uhr geſchlagen.
Die Mädchen wurden da recht unangehm geſtört. Mariechen hatte ihr Abenteuer in Nothgottes zum erſten— mal dem lieben Jakobinchen erzählt und ſo lebendig er⸗ zählt, daß ein ſcharfes Mädchenauge, wie das Jakobinchens, ſchnell herausfand, daß der junge Student oder Kaufmann,
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ſie wußte ja nicht, was er eigentlich war, recht tief in dem Herzen Mariechens ſaß, und daß ſie das Bild jener Stunde gar oft vor ihre Seele zurückrufe.
Sie hatte Mariechen zwar geſagt, es ſei gar nicht gut, daß ſie ſich in den ſchönen Menſchen ſo in Gedanken hin⸗ einverliebe, da ſie doch ihr Lebtag ihn nicht wiederſehe, aber es that ihr hintennach leid, denn es waren ein paar helle Thränen in Mariechens Auge ſichtbar geworden. Den⸗ noch wollte ſie ihr noch manches darüber ſagen, aber die
Mutter kam und der Heimweg wurde angetreten unter Stimmungen, die weit unangenehmer waren als die auf dem Herwege. In beider Herzen lag ein ſcharfer Stachel.
(Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Hofraithe⸗ Verſteigerung. (20) Montag den 20. Januar l. J., Mor⸗ gens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die von dem hieſigen Bürger Guſtav Gerlach erſteigerte Georg Rauſche Hofraithe meiſtbietend verſteigert, als:
Pag. u. Nro. Hofralthe, beſtehend in Wohn⸗
53 34 haus und Stall an Guſtav Ger⸗ lach. Zins der pia corpora 40 kr. 2 hlr. Friedberg den 2. Januar 1851. In Auftrag
Gr. Heſſ. Landgerichts
Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter.
Bender.
Verſteigerung.
(22) Dienſtag den 21. JI. M. und den fol⸗ genden Tag, von Morgens 9 Uhr und Nach⸗ mittags 2 Uhr anfangend, wird in hieſigem Rathhauſe der Mobiliarnachlaß der dahier ver⸗ ſtorbenen Heinrich Hanſtein'ſchen III. Eheleuten, beſtehend in Zinn, Eiſen, Holzwerk, Bettung, Weißzeug, eine Partie Dünger ꝛc, benebſt zwei Schafe meiſtbietend verſteigert.
Sodann werden in Auftrag der Curatoren Donnerſtag den 23. l. Mts., Morgens um 10 Uhr, in hieſigem Rathhauſe die Immobilien zur meiſtbietenden Verſteigerung gebracht:
Pag. Nr.
1) 51 302 Hofraithe, als Wohnhaus mit Scheuer an Karl Kiefer,
2) 130 41 39,3 ◻Klafter 20 Ruthen Gar⸗ ten in der dritten Gewann an der Langgaſſe an folgendem Stück. Der Stadtkirche Zins 5 kr. 2¼ hlr.,
3) 130 42 39,3[◻Klafter 20 Ruthen daſelbſt an Engelhard Bechſtein, Zins der Stadtkirche 5 kr. 2½ hlr.,
4) 293 17 255,6[◻0Klafter, 130 Ruthen Acker im großen Wartfeld an Helene
Engel,
5) 348 6 310,6 Q◻OKlafter, 158 Ruthen im großen Wartfeld an Heinrich Waas II.
Schließlich werden ſämmtliche Gläubiger hier⸗ mit aufgefordert, ihre Rechnungen bis längſtens den 23. J. Mts. bei dem Unterzeichneten einzu⸗ reichen.
Friedberg den 2. Januar 1851.
In Auftrag Gr. Heſſ. Landgrichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Grundſtücke⸗Verſteigerung.
(23) Montag den 17. Februar l. J., Mor⸗ gens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe
das von dem bieſigen Bürger Johannes Gerſter
von dem Peter Möbus'ſchen Immobiliar⸗ nachlaß ſeiner Zeit erſteigertes, in der Ge⸗ markung Burg-⸗Friedberg liegendes Grundſtück meiſtbietend verſteigert, als:
Pag. u. Nro.
732 6 77,9[◻0Klafter= 40 Ruthen Acker zwiſchen der Pfingſtweide an Philipp Klein.
Friedberg den 2. Januar 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Frucht ⸗Verſteigerung.
(21) Donnerſtag den 23. l. Mts., Mittags
um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe
50—60 Malter Korn und 10- 20 Malter
Gerſte von dem Fruchtvorrath des vereinigten
Armenfonds dahier, zweimalterweis, meiſt⸗
bietend verſteigert.
Friedberg den 2. Januar 1851.
Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Güter ⸗Verſteigerung. (75) Freitag den 24. Januar d. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, werden in hiefigem Rath⸗ hauſe auf freiwilligen Antrag der Kinder und Erben der dahier verſtorbenen Philipp Philippis Eheleuten deren Güterſtücke in den Gemarkungen Friedberg, Fauerbach II. und Ockſtadt, im Ganzen circa 40 Morgen, beſtehend in Garten, Acker⸗ land und Wieſen unter dem Anfügen öffentlich meiſtbietend verſteigert, daß die große Wieſe in der Gemarkung Ockſtadt abtheilungsweiſe und zwar per Morgen dem Meiſtgebot ausgeſetzt wird.
Die Flurſchüßen der verſchiedenen Gemar⸗ kungen find angewieſen den Steigliebhabern etwa gewünſcht werdende Auskunft zu ertheilen.
Friedberg den 13. Januar 1851.
In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Mobiliar⸗Verſteigerung. (76) Montag den 27. Januar d. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, läßt Frau Heinrich Mül⸗ ler II. Wtw. dahier in ihrer Behauſung nach⸗ ſtehende Mobiliar⸗ und Oeconomie⸗Gegenſtände öffentlich freiwillig verſteigern, als:
2 dunkelbraune Wallachpferde von 6 und 8 Jahren, 2 Kühe, 2 Rinder, 2 zweiſpännige Wagen mit eiſernen Achſen, 3 Pflüge, 4 Eggen, 1 Fruchtfegemühle, verſchiedenes Pferdegeſchirr, circa 15 Fuder Korn und Walzenſtroh, eine Parthie Erbſen⸗ und Haferſtroh, desgleichen Heu und Grummet, eine große Parthie Spreu, Dickwurz und Kohlraben, wozu Steigliebhaber hiermit eingeladen werden. Friedberg den 12. Januar 1851. In Auftrag Der Großh. Hefſ. Bürgermeiſter Bender.
Oeffentliche Aufforderung.
(88) Ausweislich eines im Sppothekenbuche noch offen ſtehenden Eintrags, ſtellten Friedrich Koch et uxor Anna Margaretha, am 21. Febr. 1809 der Gräflichen Rentkammer zu Büdingen,
wegen eines in Pacht genommenen Iſenburgiſchen
Gutes in Florſtadt, eine Caution von 1500 fl. durch Verpfändung mehrerer in Florſtädter Ge⸗ markung gelegener Güterſtücke. Die Erben des inzwiſchen verſtorbenen Cautionsſteller beabfich⸗ tigen nunmehr die verpfändeten Güterſtücke zu theilen, behaupten, daß die Caution erloſchen ſei, können jedoch die darüber ausgeſtellte Ur⸗ kunde nicht vorlegen. f
Es werden daher alle Diejenigen, welche noch Anſprüche aus mehrgedachter Urkunde herzuleiten gedenken, aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen
6 Wochen von heute an geltend zu machen, als
ſonſt die Löſchung fraglichen Eintrags vorge⸗ nommen werden wird. Friedberg den 10. Januar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann.
Oeffentliche Aufforderung.
(89) Nach dem Sypothekenbuch des Ritter⸗ ſchafts⸗Directorlums der ehemaligen unmittel⸗ baren Reichsritterſchaft Mittelrheiniſchen Kreiſes diesſeits Rheins, entlieh der Freiherr Ferdinand zu Wetzel, genannt v. Carben, im Jahre 1768 bei dem Herrn Grafen von Solms⸗Rö⸗ delheim ein Kapital von 36,000 fl. und ver⸗ pfändete dagegen neben mehreren Spezial⸗Un⸗ terpfändern auch generell ſein ſämmtliches Vermögen. Die Schuld iſt nach beigebrachter Beſcheinigung längſt getilgt, dagegen die zur Löſchung des offenſtehenden Pfand⸗Eintrags er⸗ forderliche Urkunde nicht beizubringen. Etwaige Anſprüche aus dieſer Urkunde ſind daher binnen einer zerſtörlichen Friſt von ſechs Wochen bei dem unterzeichneten Gerichte ſo gewiß anzu⸗ melden und zu begründen, als ſonſt der bean⸗
tragten Löſchung flattgegeben wird.
Butzbach den 6. Januar 1851.
Großh. Heſſ. Landgericht Ebel.
Verſteigerung.
(90) Dienſtag den 28. I. Mts., Morgens
um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe
40,24[◻Klafter Gelände von dem alten Fried⸗
hof mit der Einfriedigungsmauer, am ſog.
Schützenrain liegend, meiſtbietend verſteigert.
Friedberg am 16. Januar 1851.
Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Holzverſteigerung. (91) Künftigen Montag den 20. d. M., von Morgens 10 Uhr an, werden in dem Engel⸗ thaler Wald, am Erbſtädter Weg, nachſtehende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend gegen baare Zahlung verſteigert: 1) 1 Stecken buchen Prügelholz, 25141„ eichen rundes Werk⸗ und Nußzholz, ganz vorzügliches,
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