Ausgabe 
16.8.1851
 
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Erſcheinen des Geſetzes vom 14. Inli 1851 au kann dagegen unter keinen Umſtänden ein Einſteher anders, als auf die in dieſem Geſetze vorgeſchriebene Weiſe geſtellt werden. Wenn daher ein nach den Be⸗ ſtimmungen des Recrutirungsgeſetzes eingetretener Einſteher, für wel⸗ chen der Einſteller noch zu haften hat, nach dem Erſcheinen des Ge⸗ ſetzes vom 14. Juli 1851 deſertirt iſt oder deſertirt, ſo erhält der Einſteller nach Art. 50 des Recrutirungsgeſetzes die Einſtehercaution nach Abzug des der Kriegskaſſe zu leiſtenden Erſatzes zurück; wenn er aber nun nicht ſelbſt marſchieren will, ſo muß er die auf den Reſt der Dienſtzeit kommende Vertretungsſumme(§. 5 der gegenwärtigen Verordnung) zur Einſtandskaſſe bezahlen.§. 74. Die in Folge des Recrutirungsgeſetzes künftig heimfallenden Cautionen von Einſtehern, welche vor dem Geſetze vom 14. Juli 1851 eingetreten find, werden auf gleiche Weiſe verwendet, wie die in Folge des Geſetzes vom 14. Juli 1851 heimfallenden Einſtandsſummen.§. 75. Die Voll⸗ zugsberordnung vom 23. März 1836, ſo wie die nachher und bis zum Jahr 1849 erſchienenen, die Vollziehung des Geſetzes vom 19. März 1836 betreffenden Verordnungen und Verfügungen, auf welche nicht in der gegenwärtigen Verordnung ausdrücklich verwieſen wird, treten nicht wieder in Wirkſamkeit, und die in Folge des Geſetzes vom 1. März 1849 erlaſſenen Verordnungen und Verfügungen find aufgehoben; nur hinſichtlich der gegenwärtig bereits dienenden Ein⸗ ſteher beſtehen dieſe und jene Vorſchriften noch fort(§. 72). Urkund⸗ lich Unſerer eigenhändigen Unterſchrift und des beigedrückten Staats⸗ Siegels. Darmſtadt den 16. Juli 1851.

(L. S.) 5 Ludwig. Freiherr von Schäffer-Bernſtein.

Miszellen.

Ich verſpreche Ihnen, Herr Richter, wenn Sie milde mit mir verfahren, mich zu beſſern, ſagte ein Dieb vor Gericht. Das Verſprechen beſtimmte den Richter, einen milden Spruch zu thun.Der Henker ſoll mich holen, ſagte der Freigelaſſene,wenn der alte Kerl da nicht eine gute Haut iſt. Ich muß ihm etwas ſchenken. Den an⸗ dern Tag empfing der Richter von unbekannter Hand eine goldene Uhr zugeſandt, die ihm vor zwei Jahren geſtohlen

macht, ſo iſt es ein Zeichen, daß er ein Ausländer iſt. 9 Vermögen 1

5 400 auf Wenn ein Künſtler irgendwo in Deutſchland Glück anger bel

5 a 5 ö ſenner dus Monats⸗Bericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg. n de Zaum Beſten obiger Anſtalt gingen im Monat Juli folgende Gaben ien bee dent ein, die wir mit herzlichem Danke hierdurch beſcheinigen: Verl, un gehn ö

Von G. G. Lange in Darmſtadt 30 fl.; Rent.⸗A. Pretorius in if deren Schotten 48 kr; Pfr. Landmann zu Stockhauſen 48 kr.; v. Gr. Poſt zu 5

Darmſtadt 10 fl.; für 1 Bericht 12 kr.; Pfr. Frank in Wolfsheim für 50 u. 51 1 fl.; von den Schülern des Lehrers Nahm zu Hechtsheim 9 fl.; v. Central⸗Wohlthätigkeitsverein zu Darmſtadt 125 fl.; Metzger⸗ meiſter Weller zu Friedberg 1 fl.; Bäckmſtr. Steinhäuſer zu Friedberg 1 fl.; Zinſen 5 fl.; die Diakonie der franzöfiſch-reformirten Gemeinde zu Frankfurt a. M. für den Zögling Abr. Coſanne aus Walldorf 10 fl.; Pfr. Leuthold zu Friedrichsdorf 1 fl. 45 kr.; v. d. löbl. Redakt. der Darmſt. Zeitung von dem VereineHoffnung 10 fl. 36 kr.; Pyhl. Laun zu Melbach 30 kr; v. Kaufm. B. Schwarz zu Reichelsheim in Naſſau 2 fl. 1 kr.; Freifrau v. Löw, geb. v. Diede, zu Staden 3 fl.; Freifrau A. v. Low, geb. Schenk-Schweinsberg, zu Staden 3 fl.; Collekteur Pletſch im Ried geſammelt 137 fl. 33 kr.; Hausbüchſe 18 fl.

Bekann

ur Nach

0 an lem Aalel Eheleute zu ö ſiher beſtanden 1 hat aufgehoben ha l ſolchet leben woll.

46 kr. Summe 390 fl. 59 kr. Sonſtige Geſchenke: Frl. B. zwei Paar[ Groskarben dee Stiefel; Kappenmacher Huppuch hier eine neue Kappe; M. Hirſch einen Großh Pack getragene Kleider; Frl. B. einen Pack Salbänder. In der Anſtalt Ja werden gefertigt und ſind ſtets zu haben: Strohdecken in beliebiger gerſeigerung

Größe; geklöppelte Waſchſeile; Uhrkordelz Maulkörbe; Win⸗ terſchuhe aus Salband und Stroh; Säckchen zum Eierfieden; Ro hr⸗ ſtuhl⸗Geflechre wird zu jederzeit übernommen und ſchnell befördert. Gegenwärtig ſind 11 Zöglinge in der Anſtalt; ſobald das neue Haus fertig iſt, finden wieder neue Aufnahmen ſtatt; dies zur Nachricht allen Angemeldeten. 3

Da zum Hausbau noch 4000 fl. nöthig ſind, ſo möchten wir alle Freunde der Blinden bitten uns durch Zeichnen von Aktien à 25 fl., verzinslich zu 4 pCt. zu unterſtützen. 4000 fl. find ſchon bezahlt und das Haus in den nächſten Monaten wohnbar; es iſt vollſtändige Garan⸗ tie vorhanden, indem das Gebäude ohne Nebengebäude zu 8000 fl. jetzt ſchon in die Aſſekuranzkaſſe aufgenommen iſt. Wir hoffen zuverſichtlich, daß unſere Bitte geneigte Herzen finden wird!

Friedberg den 1. Auguſt 1851. Der

(1378) Montag Hun 10 Uhr, hause auf freiwillig Nattin Reuß, Leh Gemarkungen Ftied fehenden Güterſtüc tend, oͤffemtlich n Flurſchützen der be angewieſen den S Auskunft zu ertheil

Friedberg den

worden war.

J. P Schäfer, Vorſteher der Blinden-Anſtalt.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

S ν Immobilien⸗Verſteigerung (1298) Montag den 15. September d. J. Vormittags 11 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die Immobilien der Franz Golls Ehe⸗ leute von Oberwöllſtadt in der hieſigen Gemar⸗

kung, nämlich: Pag. No. 42 247 Hofraithe 191 13 155,3[◻OKlftr.- 79 Rth. Gar⸗ ten im Gäßchen,

192 17 27,5 ◻OKlftr.= 14 Rth. daſelbſt, 238 55b 5,9[UIKlftr.= 3 Rth. zwiſchen der

Köhler⸗ und Kloſtergaſſe(Bauplatz), 660) 38 178,9 ◻JKlftr.= 91 Ruthen im

Lachenfeld, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 31. Juli 1851. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Pfaͤnder⸗Verſteigerung l von Seiten der Leih⸗ und Pfand⸗Anſtalt zu Friedberg.

(1332) Dienſtag den 26. Auguſt und die darauf folgenden Tage von Vormittags 9 Uhr an werden in hieſigem Rathhauſe die der Leih⸗ und Pfand⸗Anſtalt dahier verfallenen und bis zum 20. d. M. Nachmittags 5 Uhr nicht reno⸗ virten noch ausgelößten Pfänder öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert. Friedberg den 7. Auguſt 1851. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Verſteigerung von Früchten auf dem Halm. (1358) Montag den 18. Auguſt d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von den Güterſtücken des Philipp Konrad Kopp in der hieſigen Gemarkung nachverzeichnete Früchte, als: a) 8 Morgen Hafer und 5) 4 10 Gerſte auf dem Halm öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 11. Auguſt 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Verkauf einer Hofraithe.

1355) Die Seiner Durchlaucht dem Fürſten zu Jſenburg und Büdingen zu Büdingen zu⸗ ſtehende Hofralthe im Großendorf dahier, der Junkernhof genannt, beſtehend aus:

1) einem geräumigen zweiſtöckigen Wohnhauſe, mit der Fronte nach Süden zu gele⸗ gen, deſſen erſter Stock, unter welchem ſich zwei gewölbte Keller von reſp. 36 und 30 Fuß Länge und 27 und 22 Fuß Breite befinden, aus Steinen ausgeführt iſt,

2) einer Scheune, Stallung und Brennhaus,

0 55 einem geräumigen Hofraum,

0

Montag den 1. September d. J.,

5 Vormittags 9 Uhr,

in dem Locale der Fürſtlichen Rentkammer da⸗ hier unter den im Termin eröffnet werdenden Bedingungen öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden, wozu man Kaufliebhaber einladet. Dieſe Hofraithe wird in weſtlicher Richtung von einer weiteren, Seiner Durch⸗ laucht dem Fürſten zu Jſenburg und Büdingen dahier gehörigen, aus einem einſtöckigen Wohn⸗ hauſe, Kuhſtalle, Schweinſtällen, Backhauſe und

einem großen von Sandſtein erbauten Schaf⸗

ſtalle beſtehenden Hofraithe begränzt, welche in

demſelben Termin mit oder neben der oben ge⸗ nannten Hofraithe verkauft werden ſoll.

Büdingen den 29. Juli 1851. f

Fürſtlich Jſenburg⸗ und Büdingiſche 0

Rentkammer Klingelhöffer.

Edietalla dung.

(1375) Die dem Herrn Grafen Max von Solms⸗Rödelheim zu Aſſenheim in der Gemar⸗ kung Nie dermörlen zuſtehenden Grundrenlen im jährlichen geſetzlichen Geldanſchlage von 72 fl. 10 ½ kr., ſowie die dem Wilhelm Hugo Joſeph Freiherrn v. Wetzel, genannt v. Carben, zu Obermörlen in eben derſelben Gemarkung zu⸗ ſtehenden Grundrenten im jährlichen geſetzlichen Geldanſchlage von 8 fl. 22 ½ kr., ſollen nach den deßfalls beſtehenden geſetzlichen Beſtimmun⸗ gen abgelöſt werden. ö Es werden daber alle Diejenigen, welche An, ſprüche an dieſe Gefälle machen aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen 2 Monaten bei den unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, al? ſonſt die Auszahlung der Ablöſungs⸗Kapitalien

0

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von 1299 fl. kr. und resp. 150 fl. 45 fl.

Jun alsdann bekan

der, ſowie nah luden Abſatz fin

Verpachtun, de talbrunnen

aug) Oer de Jeans gehörige Min dunn gannt, be Kenkata O markur Gahcngen Cebaulichte

Aanmalnorgen 9 i. Losguktanſagen, Jahres pachtlos und Mtvoch den 10.

tags um 1 Uhr Af anderwelte 12

urher im Amtelof chenden Beding Aupachtkt.

an die resp. Berechtigten geſtattet werden wird. il nad

Die Anſprüche des Lehnhofs an die dem Frei⸗ 0

herrn v. Wetzel zuſtehenden Grundrenten ſind übrigens bereits gewahrt. Butzbach den 2. Auguſt 1851. Großh. Heſſ. Landgericht 3.. d L. Dr. Stockhauſen.

Oeffentliche Bekanntmachung. (1376) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die zwiſchen Conrad Fabel 1. von Petterweil und deſſen zweite Ehk⸗ frau Eliſabetha, geborne Döhne, beim Beginne ihrer Ehe beſtandene eheliche Gütergemeinſchaft

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