Ausgabe 
13.9.1851
 
Einzelbild herunterladen

nicht unter dem Uniformsrock. Wie's der Fulder befohlen, ſo machte ich's und richtig, mein Heimweh verging. f Daß ich's ehrlich bekenne, ich wär' auch nicht ganz ungern Soldat geweſen, wenn nur das Todtſchießen nicht geweſen wäre; denn ein Bräutigam und Todtſchießen, das ſind zwei Dinge, die ſich gar nicht paſſen. Zudem für die Franzoſen! wär's noch unſer alter Herr, der Kurfürſt ge⸗ weſen! Der aber war in Prag und betete auch kein Va⸗ terunſer für den Hironymus und den Napoleon, der ihn um's Land gebracht, wie mich um mein Bärbelchen. Ich dachte recht oft an den alten Landesvater, weil mir's nun grad ſo ging, nur uit dem Unterſchied, daß ich noch für den, der mich um's Annebärbelchen brachte, in den Krieg

ziehen mußte, was er nicht brauchte.

Doch ich muß nun wieder von unſerm Marſch er⸗ Wir ſahen alle trübſelig drein, als uns der Das Vivat, welches die Un⸗

zahlen. nig Hieronymus beſchaute.

2 290

teroffiziere riefen, blieb uns allen in der Kehle ſtecken. Da hab' ich denn auch den dürren gelben Franzoſen zum

erſten Mal und gottlob! zum letzten Mal geſehen und mir ging's abermals wie unſerm Kurfürſten in Prag: ich Sie ſagten, er ſei von einer Inſel im Meere zu Haus, da hätten ſie alle ſo Geſichter wie geräucherter Speck. Er machte ſich auch

betete auch kein Vaterunſer für ihn.

faſt alle Raſttag. und kamen richtig an.

Ach, das quälte mich und ängſtete mich, und ich mußte alle Tage dreimal an meinem Stücke Brod riechen, daß mir das Heimweh nicht das Herz abdrückte, das wie der hervorkam wie eine Maus aus dem Loch, darin ſie ſich verkrochen hatte. Der Fulder tröſtete mich. Sei kein Eſel, ſagte er liebreich. Geſtorben ſind ſie nicht, denn ſo ein Weibsleben ſtirbt ſo leicht nicht. einen andern angeſchafft in deinem Dorfe, ſagte er.

Mir kam keiner.

Vielleicht hat

(Fortſetzung folgt.) 1

Markt⸗ Bericht. Friedberg, am 10. September 1851.

nicht viel mit uns zu ſchaffen und wir uns ebenſo wenig

mit ihm, etliche ſtille Stoßgebete abgerechnet, die aber etwa

ſo klangen, als wünſche man ihn in die Hölle. Ich hätt'

ihm gern den Hals umgedreht von wegen meines Anne

bärbelchen's.

Das war ein Marſch! Herr, ich ſag' Ihnen, der Koth auf der Landſtraße war ſchuhtief!

les Herzleid. war; dort Einer.

Da blieb hier Einer zurück, der marode Kamen auch alle nicht wieder, und

Aufgefahrenſ Verkauft;

Gattung wurden wurden Matetee (Mltr.)(Mltr.) fl kr.

Waizen 14 14 9 2⁵ Ann 6 6 8 Gerſte. 66 66 6 14 Es war ein hel⸗ Hafer 54 54 3 30 Kartoffeln. 10 N 6 2 20 Erbſen 2 2 Mohnſamen. 8.. 3

beim Licht beſehen, deſertirten ſie alle in die Heimath und verbargen ſich, denn die Geſchichte hatte bald ein Ende, Da kamen ſie zum Vorſchein. Damals ſah ich ihnen nich in die Karten, ſonſt hätt' ich's grad ſo gemacht. Wir machten kurze Tagmärſche, weil wir kaum gehen konnten und uns die Schuhe ſchier von den Füßen in Stücke fielen. Von daheim hörte ich kein Wort. Der Fulder ſchrieb mit Alle Leute bekamen Briefe nachgeſchick

54 0 J fee f f

ſich s

5 313) Dienftag de Ahr, sollen die hieſig 1 öffentlich* rbach II. de Jaue 1

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. in er ene Section Gießen.

(13800 Bei den Erdarbeiten in der Lindner Mark konnen fleißige Arbeiter gegen guten Lohn Beſchäftigung erhalten. Gießen den 12. Auguſt 1851. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur Eickemeper.

Bekanntmachung.

(1502) Montag den 15. September, Nach⸗ mittags um 2 Ubr, werden in hieſigem Nath⸗ hauſe mehrere ſtädtiſche Grundſtücke in der Burg⸗ und Stadtgemarkung auf ſechs nachein⸗ anderfolgende Jahren meiſtbietend verpachtet. Die Flur⸗ und Gartenſchützen find beauftragt auf Verlangen nähere Auskunft zu ertheilen. Friedberg den 4. September 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Bekanntmachung. 11303) Montag den 15. September, Mor⸗ gens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Kartoffelernte von nachſtehenden Grundſtücken in hieſiger Stadtgemarkung meiſtbietend verſtei⸗ gert, als:

1) ein Grundſtück im Großgalgenfeld,

2) ½ Morgen im kleinen Wartfeld und

3). ½ Morgen in der Gartengemarkung. Die Schützen Briel und Stritzinger find be⸗

auftragt auf Verlangen nähere Auskunft zu

ertheilen. Friedberg den 4. September 1851. In Auftrag Großh. Hef. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bendel.

Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen. (1525) Montag den 15. d. M., des Vor⸗ mittags um 9 Uhr, ſollen auf dem Sections⸗ büreau Fundamentirarbeiten des Schienengleiſes im hieſigen Bahnhofe, veranſchlagt zu 330 Gul⸗ den, ſowie das Legen deſſelben, veranſchlagt zu 320 Gulden, durch öffentliche Verſteigerung in Accord gegeben werden. Gießen den 4. September 1851. Der Gr. Sections⸗Ingenieur Eickemeper. Oeffentliche Aufforderung. (1537) Etwaige Eigenthumsanſprüche an die, zur Georg Renneberg'ſchen Concursmaſſe dahier gehörigen, Güterſtücke No. /,%, 2, 2% und%ũ des Flurbuchs, worüber Eigen⸗ thumsurkunde fehlen, find binnen 6 Wochen von heute an dahier geltend zu machen, widri⸗ genfalls die Kaufbriefe ohne Rückſicht darauf beſtätigt werden. Friedberg den 4. September 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. v. Preuſchen.

Verſteigerung.

(1538) Montag den 15. September, Mor⸗ gens um 10 Uhr, wird in hiefigem Rathhauſe die Erndte von 1½¼ Morgen Kartoffeln und ½ Morgen Kraut im Kleingalgenfeld meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 10. September 1851. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

O bſt⸗Verſteigerung.

(1339) Montag den 22. September d. J., Vormittags 9 Uhr anfangend und die darauf folgenden Tagenwird das Obſt in den ſtädtiſchen

Dienſtag, wobei der Anfang bei der St. Georgs⸗

vom Rain am Exercierplatz, vom Meier'ſchen Beſoldungsſtück,

in der Feldgemarkung, ſodann Donnerſtag den 25. September, Vormittags 9 Uhr,

olgenden Diſtricten:

im ſtädtiſchen Bleichgarten,

im Seergraben,

in der Ockſtädtergaſſe,

am Schützenrain,

im großen und kleinen Haingraben, auf dem neuen Friedhof und

im Stadtichreibereigraben,

liebhaber hiermit eingeladen werden. Friedberg den 10. September 1851. Bender. a

Aepfelverſteigerung. (1340) Donnerſtag den 18. September l. J., des Nachmittags um 1 Uhr, ſollen die der Ge⸗ theilungen an Ort und Stelle öffentlich meiſt⸗

Oberrosbach den 11. September 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſtet Blecher.

Frucht lieferung. (15410 Bei der hieſigen Saline ſoll die Lieferung von 40 Achtel Korn 192 Pfd. cöln. ſchwer und 20 Achtel Gerſte 165 Pfd. cöln. ſchwer für den Monat October d. J. auf dem

Wege der Soumiſſton unter den in dem Actua⸗

Baumanlagen dahier und zwar Montag und

Kapelle gemacht wird, in folgenden Diſtricten: im großen und kleinen Wildkautsgraben und wobei der Anfang an dem ſtädtiſchen Bleich⸗ f

arten in der Burg⸗Vorſtadt gemacht wird in 8

öffentlich meistbietend verſteigert, wozu Steig⸗

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſten

meinde Oberrosbach zuſtehende Aepfel in Ab?

bietend verſteigert werden. 10

Fasel ch

Ounſiag de 5 5 15 ſol ein de

Aepfelver

Or

Aepfelde

Der 6

*

Aepfelv, (1845) Dienſſag did Vormittags 10 eindeäpfel, circa an auf Ort und E rt werden.

Rendel den 8. Se Der G.

14

4

1 Obligation (1846) Bei der

Am 31. Dezembe i gezogenen Part gabe derſelben bei d dung genommen w Rödelheim den

Der Vor