Ausgabe 
10.12.1851
 
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geworden war? Die ſchweren Geldrollen waren ſie nicht ehrlich und ſehr ſauer erworben worden? Welche Freude mußte ihre Mutter über das unverhoffte große Gluck haben! Ach und den Glückſpender hatte Eleonore ſo ſehr verkannt, ſo ſchnöde ihn zurückgewieſen! Entzücken im ungeſtüm ſchlagenden Herzen und feurige Kohlen auf dem Haupte fühlend, kam ſie heim. 5

Als Schmiedel, der Schreiber, eines Morgens ſeine Wohnung verließ, gewahrte er die Thüre der Nachbar⸗ wohnung offen ſtehen. Dieſe war ſeit einiger Zeit unbe⸗ wohnt und deshalb als vermiethbar angekündigt.

Daß auch ſogar Verſchloſſenheit mit Neugierde ge⸗ paart ſein können, bewies jetzt der Schreiber. Derſelbe blieb ſtehen und warf einen forſchenden Blick in die Nach⸗ barſtube. Hier knieete Eleonore neben einem Waſſerfaſſe und ſcheuerte mit emſiger Hand die Dielen. Da verſchlang der menſchenſcheue Schmiedel die reizende Jungfrau mit ſeinen Blicken und ſein Fuß mochte nicht weiter ſchreiten. Plötzlich aber verfinſterte ſich ſein Antlitz und zur Fauſt ballte ſich ſeine Hand. 8 9 15

Hiervon war nur die kleine, jetzt zweijährige Emilie die Urſache, welche, dem Beſchauer unbemerkt, in der Zimmerecke geſeſſen hatte und jetzt hervorkam, um in dem Waſſer zu planſchen. i N

Da ſagte Eleonore liebreich:Nein, Milchen, du darfſt nicht in das Waſſer greifen. Kehre in deinen Win⸗ kel zurück und ſpiele wieder mit deinem Püppchen. Geh' und folge, liebes Kind! 8

Schmiedel ging jetzt, um jedoch ſehr bald wieder zu kommen und den Lauſcher zu machen. Er ſah, wie Eleo nore nach dem Scheuern weiße Vorhänge aufmachte, wie zwei Männer den Tag über allerlei Möbeln und Haus geräthe herbeitrugen, unter welchem ſich auch ein Piano⸗ forte befand; wie ferner Eleonore, von dieſem Tage an, alle Morgen, Mittage und Abende mit Kaffee, Eſſen und anderen zum Leben unentbehrlichen Dingen in der Hand herunter kam und in jenem Zimmer verſchwand, zu welchem ſie allein den Schlüſſel bei ſich trug. Vom Hauswirthe vernahm Schmiedel auf ſein Befragen nur ſo viel, daß Niedners die kleine Wohnung noch vermiethet hätten und überhaupt mehr in die Wolle gekommen ſein müßten. Zu⸗ weilen hörte er Pianoforte ſpielen, jedoch, wie es ſchien nur von einer einzigen, aber geübten Hand. Daß da Nachbarzimmer bewohnt werde, war außer Zweifel, aber von wem? das war die Frage..

(Fortſetzung folgt.)

Miszellen.

In das Vorzimmer eines Arztes trat ein Bauer ein, um auf den Doktor zu warten. Plötzlich ſah er in der Ecke ein Skelett ſtehen und lief ohne ſich umzuſehen zum Hauſe hinaus. Der Arzt ſpringt hinterher und ruft:He Freund, was lauft Ihr denn, hier bin ich ja ſchon!/Nein Herr!, ſchrie der Bauer,ich habe Sie wohl in der Ecke ſtehen ſehen, als Sie kein Hemd anhatten, ich will mit Ihnen Nichts zu thun haben! N

a Ein Harzreiſender beſuchte den Mädchen⸗Sprung. Hier,, ſagte ihm der Fuhrer,hat ſich ein Mädchen her⸗ unter geſtürztAus Melancholie?Nein, aus Qued⸗ linburg./

Auf dem Dampfſchiffe trat ein Matroſe zu einem Juden und ſagte:Auf dieſe Stühle durfen Sie ſich nicht ſetzen, das ſind Kajüten⸗Stühlel,No, warum ſeint's dann ka Jüdde⸗Stühl? Werd ſich ſo gut drauf ſetze dürfe a Jüd, as a Chriſt!//

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Bitte!

In der Nacht vom 24. auf den 25. November iſt un⸗

ſere, ohnehin zu den ärmſten gehörende, Gemeinde durch ein

großes Brandunglück heimgeſucht worden. Ich bitte dringend um milde Beiſteuern zur Linderung der Noth. Zur Empfangnahme derſelben ſind in Butzbach der Recto⸗ riatsvicar Briegleb, in Friedberg Advocat Trapp II. und Candidat Göring bereit.

Lißberg bei Ortenberg am 3. Dezember 1851. F. Briegleb, ev. Pfarrverweſer

An die Freunde der Kleinkinderbewahr⸗ Anſtalt.

Wir beehren uns, die Freunde und Gönner der Klein kinderbewahranſtalt zu benachrichtigen, daß die revidirte

Rechnung vom vorigen Jahre bei unſerm Mitgliede, dem

Profeſſor Dieffenbach, zu Jedermanns Einſicht offen liegt. Die Jahres⸗Einnahme beträgt im Ganzen 634 Gulden 0 ½ kr., die Ausgabe 503 Gulden kr. Ein ſo günſtiges Reſul⸗ tat bewirkte hauptſächlich der Umſtand, daß in jenem Jahre der Anſtalt von Seiten hieſigen Stadtvorſtandes ein Lokal unentgeltlich eingeräumt worden war.

Zugleich empfehlen wir unſere Anſtalt fernerem ge⸗ neigten Wohlwollen und fügen die Bitte bei, daß Menſchen⸗ freunde auch in dieſem Winter und beſonders bei bevor⸗ ſtehendem Weihnachtsfeſte der armen Kinder nicht vergeſſen möchten.

Friedberg im Dezember 1851.

Die Commiſſion für die Kleinkinderbewahr-⸗Anſtalt

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat November.

Friedberg. Getraute:

8. Karl Heinrich Jakob Krieb, Bürger und Portefeuille⸗ macher zu Frankfurt a. M., des zu Hauſen verſtorbenen Kirchenbaumeiſters Konrad Heinrich Krieb ehelich lediger Sohn und Maria Thereſia, des Geometers und Bau⸗ meiſters Georg Bindernagel(dermalen zu Berlin) le⸗ dige Stiftochter.

8. Friedrich Stein, hieſiger Bürger und Schneidermeiſter,

ein Wittwer, und Anna Margaretha Wolf, des Berg⸗ manns Heinrich Wolf unverheirathete Tochter.

20. Georg Martin Philippi, hieſiger Bürger, Conditor und Bäckermeiſter, ein Wittwer, und Erneſtine Friederike Müller, des weiland hieſigen Bürgers und Gaſtwirths Heinrich Müller eheliche ledige Tochter.

23. Johann Heinrich Gerth, hieſiger Bürger und Metzger⸗ germeiſter, des weiland hieſigen Bürgers und Metz⸗ germeiſters Philipp Gerth nachgelaſſener ehelich lediger Sohn und Anna Maria Dickhard, des geweſenen Orts- bürgers und Wagnermeiſters Joh Georg Dickhard II. zu Niedereſchbach, eheliche ledige Tochter.

23. Georg Wilhelm Schreiber, hieſiger Bürger und Bäcker⸗ meiſter, des weiland hieſigen Bürgers und Bäckermei⸗ ſters Georg Schreiber ehelich lediger Sohn und Anna Katharina Mondigler, des hieſigen Burgers und Ku pferſchmiedmeiſters Martin Mondigler eheliche ledige Tochter.

23. Konrad Diehl II., hieſiger Bürger und Schneidermei⸗ ſter, des verſtorbenen Gr. Sergeanten Johannes Diehl ehelicher lediger Sohn und Chriſtina Schleuning, des Bürgers und Handarbeiters Jakob Schleuning zu Gießen ehelich ledige Tochter.

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