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Provinz
Intelligenz-Vlatt
fuͤr die
Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
Mittwoch den 10. Dezember
1851.
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Amtlicher Theil.
Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizei⸗Commiſſäre, ſowie an die Gr. Gensdarmerie f des Regierungsbezirks.
Betreffend: Aufgefundene Bienenkörbe.
Vor etwa 8 Tagen ſind in dem Gemeindewald von Hungen(Diſtrict Galgenwald) fünf leere Bienenkörbe auf⸗ gefunden worden, welche ſich uun auf dem Rathhauſe zu Hungen in Verwahrung befinden. Dieſe Bienenkoͤrbe ſind von Stroh geflochten; drei davon ſind neu, haben einen blau- angeſtrichenen, mit rothen Flächen unterbrochenen, hoͤlzer⸗ nen Grundrand, einer iſt mit der Jahreszahl 1850 aus weißer Oelfarbe, zwei ſind mit der Zahl 1848 beſchrieben, die beiden anderen ſind alt. An zweien der neuen Körbe ſind die Fluglöcher verſchließbar mittelſt angebrachter Schie⸗ ber von Blech, in welchen ſich Luftlöcher befinden. g
Da dieſelben wahrſcheinlich geſtohlen, ausgeleert und daun hingeworfen worden ſind, ſo beauftragen wir Sie hierdurch, alsbald genaue Nachforſchungen dieſerhalb ein⸗ treten zu laſſen und von einem etwaigen Reſultate uns un⸗ verweilt Anzeige zu erſtatten.
Friedberg den 29. November 1851.
Ouvrier.
Wohl dem, der Freude an ſeinen Rindern erlebt. Erzählung von Guſtav Nieritz. (Aus deſſen Volkskalender 1852.) (Fortſetzung.) Die Hausgenoſſen.
Nach drei Monaten bezog ein junger Mann, ein Lohnſchreiber, ein leergewordenes Stübchen im erſten Stock- werke deſſelben Hauſes, welches Eleonore mit ihrer Mut⸗ ter bewohnte. Derſelbe nannte ſich Schmiedel, war ſehr menſchenſcheu, ging früh aus und kam erſt abends wieder heim. Zuweilen blieb er einige Tage hintereinander zu Hauſe, wo er ſich einſchloß und nur höchſt ſelten zum Vorſchein kam. Höflich im grüßen war er, ſonſt aber hatte er gar nichts Gewinnendes an ſich.
Außer dem Einzuge des neuen Hausgenoſſen unter⸗
brach weiter kein Ereigniß von einiger Wichtigkeit das einförmige Leben Eleonorens, als daß ein Brief von Camilla anlangte, in welchem ſie die Ehre, den reichen Gehalt, zugleich aber auch den großen Aufwand beſchrieb, dem ſie als erſte Hofopernſängerin in Wien unterworfen ſei. Beigefuͤgt war eine Banknote von 50 Gulden, nebſt dem Verſprechen, in Zukunft weit mehr ſchicken zu wollen.
Der Mutter Freude über Camilla's Brief und Ge— ſchenk war eine ſehr mäßige.„Du haſt“— ſprach ſie zu Eleonore—„jährlich nicht 5000 Gulden Gehalt wie deine Schweſter. Dennoch haſt du bereits mehr wie drei⸗ mal ſo viel auf unſere Schulden abgezahlt, als dieſe Bank⸗ note beträgt.“ a 1972 f
Eine weit größere Ueberraſchung erwartete jedoch Eleonoren, als ſie wieder ihre Monatszahlung an den alten Buchhalter zu leiſten ging. Derſelbe ſchob die auf⸗ gezählten 6 Thaler ihr wieder zu und ſagte:
„Sie ſind meinem Herrn nichts mehr ſchuldig. Hier iſt die zerriſſene Schuldverſchreibung Ihres ſeligen Vaters. Und da“— er langte etliche ſchwere Geldrollen hervor— „ſind die 126 Thaler zurück, die Sie in 21 Monaten ab⸗ gezahlt haben. Wollte Gott, daß alle Schuldner ſo ehr⸗ lich dächten wie Sie. Dann würde es um Vieles beſſer in der Welt ausſehen. Gott ſegne Sie, liebes Kind!“
Der Alte ſchüttelte Eleonorens ergriffene Rechte mit großer Herzlichkeit und thräuenfeuchten Augen.
Erſtarrt ſtand Eleonore. Sie erglüuͤhte und erbleichte wechſelweiſe. Ihre Lippen wollten ſprechen und vermoch⸗ ten es nicht. Keiner Bewegung mächtig war ſie.
Einige Sekunden lang weidete ſich der Buchhalter an des Mädchens Beſtürzung. Dann aber ſprach er väterlich:
„Packen Sie ein! Gehen Sie; es kommen Käufer!“ Er legte die Geldrollen in Eleonorens Körbchen und nickte ihr zum Abſchied zu.
Eleonore wankte, einen Dank ſtammelnd, davon. Von ihr unbemerkt, hatte ein Kopf hinter den dünnen Vorhängen der Glasvermachung gelauſcht, welche den Verkaufsladen von der Comptoirſtube trennte.
Durchſchauert von unſäglichen Gefühlen, trat Eleo— nore den Heimweg an. Mehr noch als das Geſchenk hatten ſie die Worte und der Händedruck des Buchhalters beſeligt. Camilla war, wie ſie ſchrieb, 11mal hinterein⸗ ander in der Oper Armida herausgerufen worden. Konnte ſich aber dieſe Anerkennung mit derjenigen meſſen, welche ſo eben Eleonore von einem einzelnen Menſchen zu Theil


