Ausgabe 
9.7.1851
 
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junge Mädchen, hätte ihr Leben koſten können, die Mei⸗ ür nung meines Vaters und die meinige haben glücklicherweiſe a

ſich hören. Beaumont warf ſeine Flinte weg und ſtürzte in's Geſträuche, ich folgte ihm. Herr Lenoir lag darin ausgeſtreckt, die ganze Ladung war ihm in den Schlaf gegangen; Nun näherte ſich auch die Jagd, und das Erſte, was Herr Valliere ſah, war ſein künftiger

Schwiegerſohn, getödtet, und vor dem Leichnam ſtehend,

ſeinen Verwandten, den Nebenbuhler Lenoirs. Eine ſolche⸗ Scene läßt ſich nicht ſchildern, dieſer Tag wurde ein Tag der Trauer; nach einigen Stunden traf der Verhaftsbefehl für Beaumont ein und er wurde in's Gefaͤngniß abgeführt. Ich begriff nun, was meine Aufgabe ſei, und ich darf es ohne Rühmens ausſprechen, ich habe ſie würdig in ihrem ganzeu Umfange erfüllt. 5

Meine Angaben waren klar, einfach und ſtimmten Punkt für Punkt mit den Ausſagen Beaumonts überein, was hätten wir auch für eine Urſache gehabt zu lügen; aber an dieſen Mord knüpften ſich ſonderbare Umſtände; zum Erſten die Liebe des Mörders zu Fräulein v. Valliere, zum Zweiten die Freundſchaft zu mir, ſeinem einzigen⸗ von ihm aufgeforderten Zeugen, man rechnete mir jede einzelne Wohlthat an, die ich von ihm empfangen hatte, und die Familie des Herrn Lenoir wollte mich ſogar zum Mit⸗ ſchuldigen erklart wiſſen; ich geſtand alles, ich berichtete ſogar den Richtern unbekannte Umſtände, welche Seitens des Angeſchuldigten, noch mehr Güte für mich bekun⸗ deten, als man glaubte; aber ich blieb feſt und unabän⸗ derlich auf meiner Ausſage; ich ſagte ſelbſt, daß es, wenn es in dieſer Sache einen Schuldigen gäbe, ich allein es ſein müſſe; denn ich hatte den Ort bezeichnet, ja, ich kann ſagen faſt Feuer commandirt. Herr Valliere zeigte ſich als guter Verwandter, ohne Zweifel in Rückſicht ſeiner ſelbſt und der Familie, er gab ihm die rühmlichſten Zeug⸗ niſſe, Beaumont wurde für unſchuldig des Mordes erklärt und ſeiner Haft entlaſſen. Gott weiß mit welch' inniger Zaͤrtlichkeit, mich der arme, junge Mann nach ſeiner Be freiung umarmte; aber ſo oft er ſich bei Herrn Valliere vorſtellen wollte, fand er die Thüre verſchloſſen.

Sie ſind reich, ſagte ihm eines Tages Herr Valliere und die ſterblichen Richter erklärten Sie unſchuldig: zie⸗ hen Sie daher in Frieden; ich ging für Sie vielleicht weiter, als es ſich mit der Ehre eines Mannes verträgt. Doch die Rückſicht für die Familie ſchloß mir den Mund. Gehen Sie nun, mein Herr..

Wie mein Herr, Sie könnten glauben...

Sie ſind frei, mein Herr, noch einmal Sie ſind unſchuldig.

Aber, rief der unglückliche Jüngling, Sie, der mich erzogen hat, der mich ſeit meiner früheſten Kindheit kennt, Sie halten mich für einen gemeinen Mörder?

Sie ſind frei und unſchuldig, mein Herr; ich habe ſonſt nichts mehr zu ſagen und bitte ſie, mein Haus voll ſtändig zu meiden.

Herr Valliere kannte wahrſcheinlich die Anſicht ſeiner Tochter, da Beaumont kein Hinderniß in den Weg gelegt wurde, ſich ihr vorzuſtellen; er traf ſie traurig und einſilbig, ſie empfing ihn, wie Jemand deſſen Beſuch man erwartet; ſie hörte geduldig die Erzählung ſeines unglück⸗ lichen Abentheuers, ſeine Liebesbetheuerungen an, aber kalt, gemeſſen, faſt unempfindlich antwortete ſie ihm:

Herr Beaumont zwiſchen mir und Ihnen iſt ein blu⸗

tiges Hinderniß getreten, das ich wohl bedauern, aber nie

mehr beſeitigen kann.

Vergebens betheuerte er ſeine Unſchuld, vergebens rief er Gott zum Zeugen über das Geſchehene, vergebens bat er ſie, ſie, die ihn liebte, möge nicht ſtrenger ſein, als die, die ihn richteten.

Der Ausſpruch ihrer Richter, antwortete ihm das

nicht dieſe Macht. 5 V Alſo in der That auch Sie können mich für ſchul⸗ dig halten? verſetzte traurig Herr Beaumont, und ver- ließ das Schloß, um nie mehr dahin zurückzukehren...

Er kam nun zu meinem Vater, dem Kuhhirten, fuhr ü

Herr Martin fort; unſere armſelige Hütte wählte er zu ſeinem Aſyle, als man ihm das Schloß verſperrte. Er war bleich und leidend, er zog mich an ſich, küßte mich, dankte mir und ſegnete mich; dann verlangte er Papier, ich mußte es erſt beim Krämer des Orts holen, denn wir hatten keines in unſerer Hütte. Er ſchrieb einige Zeilen, und beauftragte mich dies Geſchriebene dem Pfar⸗

rer zuzuſtellen. ch will auch zu Fräulein Valliere gehen, ſagte ich ihm und eilte davon.

Ich fand das Fräulein allein. Als ich vor ihr ſtund, weinte ich erſt, dann ſagte ich ihr, wie Herr Beau⸗ mont bleich und krank ſei, und daß er mich geküßt und geſegnet habe, und ſchilderte ihr meine Furcht die mir an⸗ fänglich der vermeintliche Eber und ſpäter der unglückliche Getodtete eingejagt habe. Sie ſah mich forſchend an, und fragte mich um mein Alter... Ich wurde geſtern 10 Jahre, ſagte ich mit einer ruhigen und reinen Stirne, und mein ſanfter Blick ruhte, ohne keck zu ſein, auf dem des Fräuleins. Als ich vor ſie trat, weinte ich, als ſie mich aber wohl geprüft hatte, war es das Fräulein, welches in Thränen ausbrach.

Sprichſt du wahr? rief ſie.

Und mich bei der Hand nehmend, lief ſie, indem ſie mich nachzog, in das Kabinet ihres Vaters. f

Mein Vater, das iſt ein ſchuldloſes Kind, hören Sie es; es iſt kein Mitſchuldiger, es ſpricht wahr.

Sie ließ mich meinen Bericht nochmals erzählen, hielt ſich bei den Einzelheiten lange auf, und ich mußte wohl zwanzigmal dieſelbe Sache wiederholen.

O, geliebter Vater! ſagte ſie endlich, da er un⸗ ſchuldig iſt, welches Unrecht begehen wir an ihm und müſſen wir es nicht gleich gut machen! Lauf' mein Junge, führe ihn hierher.

Es war faſt nur ein Sprung den ich machte von

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dem Schloß bis zur Hütte; aber es war zu ſpät: Herr Beaumont war nicht mehr, er hatte ſich vergiftet und war ſanft in den Armen meiner Mutter geſtorben, welche ſei⸗ nen Kopf unterſtützte und ihn nur ohnmächtig glaubte.

euch auf An zur Auseinander moögens binnen rüczzukehren od wiß zu feellen,

Wiſſen Sie nun auch, Herr Vicomte, was die wenigen d Gefahr ve

Zeilen enthielten, die ich zum Pfarrer tragen mußte, da wir keinen Notar im Orte hatten? Es war nichts mehr und nichts weniger als eine Schenkung aller ſeiner Güter,

zu Gunſten des Hirtenjungen, zum Lohne, daß er ſtets

bei der Wahrheit geblieben und ſeine Unſchuld überall erklärt habe.

Ich weis wohl, ſchrieb er, daß es heißen wird, ich[

habe damit die Mitſchuldigen bezahlt. Wohlan! Gott ſieht und hört mich, er nimmt mir die Kraft, länger den Ver- dacht zu ertragen, ich werde vor ihm ſtehen und er wird über mich richten.... Nein, man wird nicht die jungen Jahre dieſes Kindes mit einer Anſchuldigung beſudeln, ich mache es reich, weil es das einzige Weſen war, das mich wahrhaft liebte, das mich vertheidigte. ö

Und warhaftig Herr Vicomte, von dem Tage an, wo der Unglückliche ſtarb, zweifelte Niemand an ſeiner Unſchuld. Fräulein v. Valliere gelobte ledig zu bleiben, und Sie wiſſen, daß ſie Wort gehalten hat; ſie that mehr, ſie adoptirte mich, häufte neue Güter zu denen, die mir Herr Beaumont hinterlaſſen hatte, und ſorgte mütterlich

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