Ausgabe 
8.11.1851
 
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Strohlager, ſo dachten ſie: Kaffee können wir uns denn doch 25 kochen. Gedacht gethan! Sie machten ſich ein Feuer an aber der Morgenwind weht Funken in das Stroh; die Flamme ſchlägt hoch empor und ergreift das Strohdach der Scheuer, ehe die herbeieilenden Sol daten es wehren können. 5

Der Lärm, das Feuer über ſeinem Kopfe, weckt den alten Blücher. Er ſpringt auf und von Zorn glühend eilt er heraus.

Ihr verdammten Jungens, ruft er den Schleſiern zu, weil er meint, die ſeien die Urſache des Brandes, ich glaube gar, ihr habt mir das Haus mit Fleiß über dem Kopfe angezündet? Haltet Ihr ſo Wache bei mir? Schützt man ſo meine Ruhe? 5

Wild funkelten bei dieſen Worten die Augen des Feldmarſchalls und die Hand fuhr an den Säbel.

Eben trat ein Hauptmann vor, um die wahre Ur⸗ ſache zu melden; aber mehr als fünfzig Stimmen riefen aus dem Bataillon: Wir ſind's nicht geweſen, Excellenz, ſondern die Herren Kriegscommiſſäre dort! 5

Was? ruft Blücher, und tritt einige Schritte vor.

Da ſtanden die Sünder, wie begoſſene Katzen. Aller Uebermuth und Hochmuth war von ihnen gewichen. Sie blickten, wie Hinkeldiebe, unter ſich und zitterten vor Furcht, denn ſie wußten, daß der Alte nicht ſpaße und daß er ſie von Herzen nicht leiden konnte. f

Als er ſie erblickte, rief er zornig: Ihr vermaledei⸗ ten Mehlwürmer, Ihr verfluchten Federfuchſer, alſo Ihr habt mir das Dach uͤber'm Kopfe angeſteckt? Ei, Euch oll ja 8 l In dieſem Augenblicke aber war ſein Zorn fort. Die armen Sünder ſtanden da, als ſollten ſie eben gehängt werden und dieſe Furcht der hochmüthigen Blutſauger zer⸗ ſtörte allen Zorn, machte ihn vielmehr lachen. Das ſahen aber die Burſche nicht, die nichts weniger erwarteten, als daß ſie Blücher verhaften ließe.

Er aber wandte ſich an ſeine Soldaten und ſagte: Jungens, ich hab' Euch Unrecht gethan! Ich ſehe wohl, dieſe Kerls haben's verrichtet. Nun, zur Strafe dafür lacht ſie einmal tüchtig aus die Federfuchſer und Mehl würmer, die fett werden, wenn Ihr darben müßt!

Da brach das ganze Bataillon in ein ſo brauſendes Gelächter aus, daß man's weithin hören konnte. Die Kriegscommiſſäre aber machten ſich, ſo ſchnell ſie konnten, aus dem Staube, froh, daß ſie ſo gnädig davon kamen.

So war's recht, Jungens, ſagte Blücher und ſchwang ſich, ſeine Soldaten grüßend, auf's Roß. Die Soldaten aber konnten den Ernſt lange nicht finden, und ſo oft ſich einer der Kriegscommiſſäre blicken ließ, ging, auch ſpäter noch, das Lachen wieder los.

Den NamenMehlwürmer nahm den Kriegscom miſſären Niemand mehr ab, und die Geſchichte wurde ſchnell im ganzen Heere bekannt und weidlich belacht.

Miszellen.

Der berühmte Cardinal Janſon hatte während einer Reiſe im Gaſthofe zu Lyon Langeweile.Iſt kein Fremder da, der mit mir ſpeiſe? fragte er. Man ſagte ihm, ſo eben ſei der berühmte Dichter Boileau eingetroffen. Janſon ließ ihn höflich einladen, und Boileau erſchien. Während der Mahlzeit ſagte der Cardinal:Aber pfui! Boileau, Sie haben einen albernen Namen! Lieber wollte ich doch Boi Vin(trink Wein) als Boi Leau(trink Waſſer) heißen.Wie war doch Ihr Name? fragte Boileau. Janſon.Iſt es möglich! rief der Dichter hef⸗ tig,wie können Sie ſich mit ſolchem Namen tragen?

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Jean Son!(Hans Kleie) Da hieße ich doch wahrhaftig lieber Jean Farine Hans Mehl).

Ein Arzt ſandte zu einer, von ſchwerer Krankheit er⸗ matteten Frau eine Flaſche Wein zur Stärkung, gab jedoch

er nicht zu ſtark ſei. Der Mann koſtet, findet den Wein zu ſtark, Flaſche von einer milderen Sorte zu ſenden.

dem Manne derſelben auf, den Wein zuvor zu prüfen, 0

Der freund

liche Arzt findet ſich bereit, giebt aber die ore gehe

Anweiſung dabei:Dieſer Wein iſt ohne vorhergehende Prüfung zu nehmen.

Monats⸗Bericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg.

leert die ganze Flaſche und erſucht den Arzt eine

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ö Frrdent W Breidenſtein, Theodor von 28 Jahre, 8 5. ehrten S benmeiſters 3

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Im Oktober gingen im ganzen ein 394 fl. 53 kr., wofür wir allen Wohlthätern herzlich danken. Friedberg den 1. November 1851.

Vorſteher der Blinden⸗Anſtalt. N. B. Da jeden Jahres ein ausführlicher Rechenſchafts⸗

bericht erſcheint, wo ſede Gabe einzeln aufgeführt iſt, ſo geben wir

künftig nur die ganze Summe der monatlichen Einnahme an und ver⸗ ber hiermit die Freunde und Wohlthäter auf angeführten Jahres, e richt. g

Kirchenbuchs-Auszug vom Monat October.

Friedberg.

Getraute: f f 1 Keine. 9

Getaufte: 1

2. Dem hieſigen Bürger und Lederhändler Johannes Bechſtein II. ein Sohn, Heinrich Martin, geb. den

N

12. September. 5 4

5. Dem hieſigen Bürger und Lohgerbermeiſter Heinrich Karl Müller eine Tochter, Maria Regina Chriſtine Katharina, geb. den 11. September.

5. Dem hieſigen Bürger und Schloſſermeiſter Johannes Boller eine Tochter, Anna Katharina, geb. den 9. September. 1

5. Dem hieſigen Bürger und Schreinermeiſter Konrad Chriſtoph Heinrich Rauſch eine Tochter, Friederike Eleonore, geb. den 20. September. 1

September.

20. September. n Dem hieſigen Bürger und Kammachermeiſter Philipp Karl Kiefer ein Sohn, Philipp Karl, geb. den 7.

14.

October. 9

19. Dem hieſigen Bürger und Wagnermeiſter Johann

Konrad Ruppel eine Tochter, Margaretha Eliſabetha,

geb. den 1. October.

Dem hieſigen Bürger und Magazinsdiener bei der Ma

terialverwaltung der Main⸗Weſer⸗Bahn Joh. Chriſtian

Seibel ein Sohn, Friedrich, geb. den 5. October.

Dem hieſigen Bürger und Schreinermeiſter Ludwig

Ernſt Zöll ein Sohn, Heinrich Elias, geb. den 11.

October.

Dem hieſigen Bürger und Kaufmann Friedrich Chriſtoph

Hilbrecht ein Sohn, Johann Karl, geb. den 29. Sept. Beerdigte:

2. Margaretha Textor, des weiland hieſigen Bürgers und

Taglöhners Daniel Textor hinterlaſſene eheliche ledige

Tochter, alt 29 Jahre und 11 Monate; f den 30. October.

26.

26.

26.

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Dem Bürger zu Bromskirchen, R. B. Biedenkopf, und Seminardiener an hieſigem Schullehrer-Seminar Johan⸗ nes Lache ein Sohn, Johann Heinrich Emil, geb. den 796) Montag

J. Johann Ehr

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5. Dem dahier wohnenden Burger zu Rodheim und Schäfer Johannes Klanz eine Tochter, Regina, geb. den 28.

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