Ausgabe 
8.10.1851
 
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der Burglirch Adichun.

Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

1

Mittwoch den S. October

1851.

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Taxe g und Bußbal Occober.

Ititd⸗ Buß detg.

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f Amtlicher Theil. Oeffentliche Nachricht.

Nach einer Mittheilung der Staatsbehörde bei dem Kurfürſtl. Heſſ. Juſtiz⸗Amte Bergen ſind ein Paar Stramin⸗ ſchuhe, noch ganz neu, von dunklem Grunde mit hellblauen Sternchen, einleiſtig, ringsum einen Finger breit mit Leder

beſetzt und mit Baumwolle gefüttert, im Beſitze zweier dort⸗

ſelbſt inhaftirter Individuen, welche bereits eines Taſchen⸗ diebſtahls überführt ſind, aufgefunden worden. Da jene

Schuhe am letzten Berger Markte(2. d. Mts.) dürften

entwendet worden ſein, ſo wird der etwaige Eigenthümer hierdurch davon in Kenntniß geſetzt mit dem Aufuͤgen, daß

die deßfallſige Anzeige bei der Eingangs erwähnten Stelle zu machen iſt.

6 Friedberg den 28. September 1851.

Die Gr. Heſſ. Regierungs⸗Commiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Dubvdrie r.

Aus dem Leben eines Vogelsbergers in Krieg und Krieden Erzählung von W. O. v. Horn. (Schluß.)

ich war von allen meinen Ich hatte ſtatt Freude Und dort hatte ich

Sie ſehen, liebſter Herr, Hoffnungen verlaſſen worden. Trauer, ſtatt Glück Elend gefunden. mein Glück weggeſtoßen!

Was ſollt' ich machen? J 5 Mutter und hatte ſelbſt Troſt nöͤthig. Was ich noch an Geld hatte gab ich ihr und verſprach, ſie von meiner Löh⸗ nung zu unterſtützen. Sie mußte endlich gehen; ich aber blieb in meiner Trauer ſitzen. Da trat ein Menſch zu mir und ſagte: Kaspar was hab' ich dir geſagt?

Ich blickte auf. Es war der Fulder.

Ach, ich dachte wohl ſeines Wortes, als er von den Weiberherzen ſprach. Ja, du hatteſt Recht, Kamerad, ſagte ich bitter. So ein Weiberherz ſtirbt nicht vor Lie⸗ besleid. Sie tröſten ſich und nehmen einen Andern.

Und du willſt dich härmen? fragte er.

um ſie nicht, ſagte ich darauf.

Apropo! ſo haſt du auch eine andere auf dem

Ich tröſtete meine gute

Strich gehabt? fragte er. Nun dann wirf ihr nichts vor, Alter! dann heißt's: Wurſt wieder Wurſt!

fDu thuſt mir unrecht, Fulder, ſagt' ich; ſetz' dich, ich will dir's erzählen. So erzählte ich ihm nun die Ge ſchichte von der Mühle und dem Chriſtinchen.

Ja, das iſt ein andres, Kaspar, ſprach er. Sei du ruhig. Die lauft dir nicht fort, wenn ſie dich recht lieb hat. Du aber haſt ein freies Gewiſſen, und das iſt das Beſte vergiß das Annebärbelchen, den Racker, der dich betrogen hat, und ſei guthes Muths. Es geht noch Alles gut. Nun beſieh' mich mal. Wie gefall' ich dir in dem ſchönen Großvatersrock? Wie gefaͤllt dir mein Zopf? Gelt, das iſt etwas Extra's. Ich ſage dir, die Zöpfe haben ſich gut erhalten. Wüchſig ſind ſie nicht, das iſt das Beſte dran, und für das Anwachſen iſt geſorgt. Sie zu beſchneiden iſt auch nicht nöthig, und alle vierzehn Tage einmal gewickelt, iſt genug, weil man ſie ganz bequem ab⸗ nehmen kann. Für's erſte biſt du ſicher davor. Es gibt nicht mehr ſo viel Zopfmacher, als wir nöthig hätten, wenn Alle bekommen ſollten. Dein Regiment hat keine und kriegt auch keine. Nur wir hier müſſen ſie haben.

Ach, Fulder, ſagt' ich, mach' keine Faxen. Du ſiehſt, mir iſt's nicht drum. Willſt du Etwas thun, ſo ſchreib' mir einen Brief ans Chriſtinchen und an ſeinen Vater, und erzähl ihm Alles ganz accurat, wie es gekommen iſt, und ich würde kommen, wenn ich frei wurde.

Meinetwegen, ſagte er ruhig. Dann wird's wie⸗ der gehen wie beim Annebärbelchen, und dann heulſt du noch einmal und es wird nicht anders. Mach's wie ich. Sei gutes Muths und laß es gehen, wie's eben geht! Mit dem Weibsvolke machſt du doch kein Glück! er ging, und das letzte Wort legte ſich wie ein Alp auf meine Seele. Er war indeß zu gutmüthig, daß er mir's abſchlüge. Er ſchrieb einen Brief, der eine Art hatte, und den ſandte ich ab.

Mittlerweile kam's wieder anders, wie ich's vermu⸗ thet. Unſer Regiment wurde beſtimmt, zur Armee zu ſtoßen, um nach Frankreich zu gehen. Dießmal hüpfte mir das Herz im Leibe vor Luſt. Gegen das Franzoſengeſindel zog ich mit Freuden in den Krieg. Wir wurden nun Alle in die Compagnie geſteckt und ruͤckten an den Rhein. In der Neujahrsnacht gingen wir über den Rhein. Nun, lieber Herr, ſie ſind ja da unten am Rheine daheim, wie ich ge hört, da wiſſen Sie, wie das gekommen iſt. Als wir in Paris einzogen, wünſchte ich mir nichts, als ich möchte