Ausgabe 
8.1.1851
 
Einzelbild herunterladen

zen

anuar

achtet:

kirche:

kirche:

kirche:

kirche:

Intelli

fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, 5 den Negierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M. 3.

Mittwoch den 8. Januar

1851.

DasIntelligenz⸗Blatt für die Provinz Obekheſſen wird im Jahre 1851, ebenſo wie im Jahre 1850, wöchentlich zweimal (Mittwochs und Samſtags) ausgegeben. DasIntelligenz-Blatt wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats- und Lokalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſerate jeglicher Zeit zur öffentlichen Kenntniß bringen. 5 5 l

5 Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 kr., für Jahr 40 kr. Bei allen Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen pr. Jahr 1 fl. 24 kr. und pr.

Semeſter 46 kr.

Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr. für die zweite 3 kr., für die dritte

und jede folgende 2 kr. Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet.

Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei

der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.

Friedberg.

Die Expedition des Intelligenzblattes.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Den Verborg der Braunkohlen auf dem Dorheimer

Bergwerk.

Es ſoll öfters der Fall vorgekommen ſein, daß die von Ihnen ausgeſtellten Bürgſcheine, zum Behufe des An kaufs von Braunkohlen auf dem Dorheimer Bergwerk, nicht mit derjenigen Umſicht und mit derjenigen Würdigung der Verhältniſſe der betreffenden Privaten ausgefertigt wurden, welche noͤthig iſt, um den Staat von Nachtheilen zu ſchützen. In Folge Erſuchens Gr. Oberbaudirection machen wir Sie daher hierdurch auf die Wichtigkeit der fraglichen Bürg ſcheine ganz beſonders aufmerkſam. Da es insbeſondere vorgekommen iſt, daß mit Bürgſcheinen der bezeichneten Art zum Nachtheil des Werks ein förmlicher Handel getrieben wurde, ſo weiſen wir Sie zugleich an, nur Bürgſcheine zum Behufe des Ankaufs ſolcher Kohlenquantitäten auszu ſtellen, welche dem eigenen Bedürfniß der Betreffenden ent ſprechen.

Friedberg den 24. Dezember 1850.

Süree

Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf den Erlaß Gr. Kreisraths des Kreiſes Hungen vom 11. März 1847, Nr. 26 des Intelligenzblattes, wird hierdurch bekannt gemacht, daß

Samuel Liechtenſtein zu Hungen als Makler an geſtellt und verpflichtet wurde.

Friedberg den 24. Dezember 1850. Gr. Heſſ. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Ou ver ig

Das Mühlchen in der Morgenbach. Eine Begebenheit aus dem Jahre 1716. 4

Lichtmeß war ſchon vorüber und obwohl das Sprüch wort ſagt: Lichtmeß, Spinnen vergeß! bei Tag zu Nacht '! ſo weiß ich doch ein kleines Stüblein, ſo ſtill und traulich, da ſaßen zwei und ſpannen wacker und von Mit⸗ ternacht war's doch nicht weit mehr. Der Faden des Ge ſpräches war eher ausgegangen als der Faden, den die Hand aus dem Rocken zog, oder ſie hatten ihn abbrechen laſſen, weil die Gedanken eines Jeden einen andern Weg nahmen und es nicht mehr ſo ſelbander fortwollte. Wie konnt's auch anders ſein? Achtzehn Jahre und dreiund ſechzig Jahre das iſt ein Unterſchied! Da ſind die Ge danken nicht dieſelben, nicht die Richtung, nicht die Ziele!

Und ſo war der Unterſchied bei den Spinnerinnen im Stübchen, Mutter und Kind, Mariechen und der Muͤlle rin auf der Morgenbach. Mariechens Gedanken waren droben in Nothgottes, wo das wunderthätige Bild ſteht, das einſt der Ritter Bröntſer von Rüdesheim herausgrub und das Kloöſterlein baute und das Kirchlein dazu. Ich weiß genau, an was das liebe Kind dachte, und das, woran ſich jetzt ihre Gedanken hefteten, war weder das wunderthätige Bild noch die Kirche ſondern doch ich will's kurz mittheilen. Anno 1715 war die Müllerin, eine recht fromme, arme Wittib, weil ſie es ſo zur Buße