Ausgabe 
5.4.1851
 
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Intelligenz-Vlatt

echt, A , Allen,

fuͤr die

Briefen bel 4

1 Provinz Oberheſſen

reach im Allgemeinen,

1 den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

J. 28. Sonnabend den 3. April 1851. lan. Miszellen.

Amtlicher Theil.

3 Die Großherzoglich Heſſiſche n Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks ö Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und en tt. Polizeicommiſſäre, ſowie die Großh. Gendarmerie des 58 5 00 ben, 1 Rrgierungsbezirks. wahtzugs ven Betreffend: Den lüderlichen Lebenswandel der Maria Wenzel 6 von Rommelhauſen, Reg.-Bez. Friedberg. N 11 Wir beauftragen Sie, nach der ſich luͤderlich herum ebcheg ben treibenden Rubrikantin, deren Signalement nachſtehend an Zegeben iſt, genaue Nachforſchungen anzuſtellen und ſie im Falle des Betretens anzuhalten und hierher abzuliefern. Friedberg den 24. März 1851.

ſellſchaft Ou ri eir. * 1 6 hun le ment: ad Alter: 19 Jahre. Große: 47 5/ Haare: bn, slond. Stirn: gewölbt. Augen: grau. Naſe: eünt, n, zewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Kinn: rund. Lache Vicht: oval. Farbe: bleich. Statur: ſchlank.

mit einem

Das Großh. Heſſ. Landgericht Großkarben an die ſämmtliche Gr. Buͤrgermeiſter des Landgerichts bezirks und den Gr. Beigeordneten zu Kloppenheim.

Betreffend: Die Beſtellung von Gütertaxatoren bei Gr. Heſſ. Land⸗ gericht Großkarben.

Wir benachrichtigen Sie, daß die in Folge unſerer

2 lufforderung vom 1. Juli v. J. zu Güterſchätzern von

Ihnen vorgeſchlagenen Individuen, mit Ausnahme des Peter

Cours Nagel III. zu Stammheim, für welchen Tobias Pauly da 10 elbſt eingetreten iſt, vorſchriftsmäßig verpflichtet worden 900- und zu allen in Ihren Gemeinden vorkommenden Güter ſchätzungen ſtets zwei der verpflichteten Güterſchätzer zu 2 adhibiren ſind.

15 Großkarben den 22. März 1851.

4155 Jäger. 22

11 5132

In Dresden lebte vor längerer Zeit ein Poſtmeiſter, Namens Vierthaler. Derſelbe hatte nicht weit davon ein kleines Eigenthum, von welchem ihm der Pächter 4 Thlr. Grundpacht zahlen mußte. Letzterer, ein Spaßvogel, richtete bei Ueberſendung des Pachtzinſes die Adreſſe ſo ein:

An den Herrn Poſtmeiſter Vierthaler zu Dresden.

Hierbei ein Päckchen, worin derſelbe Werth.

Der Empfänger nahm dies indeſſen ſehr übel und verbat ſich für die Folge bei der Ueberſendung jener Kleinig keit jede gleichlautende Anſpielung auf ſeinen Namen. Im Laufe des folgenden Jahres wurde er in den Adelſtand erhoben, und nun fertigte der ſpaſſige Pächter die Adreſſe ſo an:

An den Herrn von 3 Thlr. 23 Gr. 12 Pf.

Hierbei ein Päckchen mit 4 Thlrn.

Die Ehe iſt das Ziel, welchem alle Jungfrauen ent gegenſteuern. Daß viele es nicht erreichen, iſt nur ihre eigene Schuld, denn beim erſten Freier brauchen ſie gewöhn lich zu viel Vorſicht, beim zweiten haben ſie ihre eigene Anſicht, beim dritten nehmen ſie keine Rückſicht, beim vierten haben ſie keine Einſicht, da ſchließt ſich auf ein mal die Ausſicht und es bleibt ihnen nichts als die leere Ueber ſicht.

Watts, der Erfinder der Dampfmaſchinen, ſtarb in Armuth; ſeine Wittwe erhält 50 Pfund Penſion von einer Nation, deren Dampfſchiffe auf allen Meeren der Welt zu treffen ſind. Für Cobden wurden hunderttauſend Pfund ge⸗ ſammelt. So verſchieden belohnt England ſeine Wohlthäter.

Zwei Soldaten waren aus dem Regimente des Fuͤrſten Leopold von Deſſau deſertirt und wieder ergriffen worden. Das Kriegsgericht ſprach das Todesurtheil aus. Der eine von den Deſerteuren war ein junger, hübſcher Mann. Der alte Deſſauer wollte ihn retten. Er ließ ſie rufen und ſprach:Ihr ſollt Beide würfeln. Wer die meiſten Augen wirft, der ſei begnadigt, hoffend, daß der Jüngere ſo glück lich ſein werde. Zu ſeinem großen Verdruß warf der ältere Soldat dreimal die meiſten Augen. Ergrimmt rief der Fürſt:Ich wollte Dich, Hundsfott, retten; aber Du ſiehſt, es geht nicht Ihr müßt Beide ſterben! Das war das Kriegsgericht vor hundert Jahren!