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blickte einen Moment hinaus, als wolle ich horchen ob Alles ſtill, und war hoch erfreut, die Mannſchaft regungs— los aufgeſtellt zu ſehen. Die Thür angelehnt laſſend, trat ich zu dem Tiſche wo Merton ſpielte. Es war das letzte Spiel, der letzte, höchſte Satz. Merton verlor. Todtenbleich ſprang er vom Stuhle, ſtarrte aus glühenden, rollenden Augen wild umher und ſtieß durch die gekniffenen Lippen einen fürchterlichen Fluch. Sandford und ſeine Genoſſen räumten ruhig die Beute vom Tiſche, eine dä— moniſche Freude im Geſichte. Plötzlich wie von Wahnſinn gepackt brüllte Merton:„Bube, Betrüger, Schuft! Du biſt der Teufel der mich verlockt und vernichtet hat!“ und ſtürzte auf Sandford.
„Verſteht ſich“, antwortete Dieſer eiſigkalt und ſtieß ihn mit kräftiger Fauſt zurück;„auch denke ich meine Sache recht gut gemacht zu haben. Heulen und Schreien, alter Junge, wird Dir nicht viel helfen.“
Voreiliges Jubeln Euch vielleicht ebenſo wenig, Freund Cardon! warf ich ein und raffte ein Packet falſcher Banknoten auf, während Merton ſprachlos und zitternd in ohnmächtiger Wuth daſtand. Mich will bedünken, daß Merton nicht gegen gleichen Satz geſpielt hat; dieſe Noten
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„Hund! brüllte Sandford;„willſt Du Dein Leben los ſein?“ und ſprang auf mich zu, mir die Noten zu entreißen.
Ich war ſo ſchnell wie er, und hielt ihm die ge⸗ ſpannte Piſtole entgegen. Er prallte zurück, mit ihm die Bande.„Zwingt ihm die Papiere ab!“ ſchrie Sandford, der Erſte der ſich gefaßt;„packt ihn, erdolcht, erwürgt ihn!“
Zurück Ihr Alle! donnerte ich den Andrängenden zu und ſtieß rückwärts die Thür auf, Eure Stunde hat ge— ſchlagen; Polizei, thu Deine Pflicht!
Im Nu war das Zimmer umſtellt, jeder Einzelne gefangen, ohne Widerſtand entwaffnet.—
Sandford oder Cardon oder wie er eigentlich heißen mochte, wurde nebſt Dreien ſeiner Genoſſen auf Lebens— zeit deportirt; die Uebrigen kamen in's Zuchthaus und auf die Tretmühle. Merton erhielt natürlich ſeine Wechſel— verſchreibungen, Juwelen und Gelder zurück, ließ die Er— fahrung ſich eine Warnung ſein und blieb den Spielhäuſern fern. Er und ſeine Mutter belohnten mich in reichem Maße, und was ich gethan, wurde durch die Zufrieden— heit meiner Vorgeſetzten der erſte Schritt zu meiner jetzi—
ſind falſch!
gen Stellung.
Bekanntmachungen von Be— hoͤrden.
rr Bekanntmachung.
(2) Auf Antrag der Betheiligten ſoll die zum Nachlaß des Heinrich Hock zu Aſſenheim gehörige Erbleih⸗Mühle nebſt Gelände Mittwoch den, 8. Januar, Vormittags 11 Uhr,
auf dem Rathhauſe zu Aſſenheim nochmals öffentlich verſteigert werden. Friedberg den 27. Dezember 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle.
Holz-Verſteigerung. (5) Montag den 6. Januar 1851, Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in den Gräflich Solms⸗ Rödelheimiſchen Beinhards-Waldungen nach— ſtehende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend verſteigert: 70 Stecken buchen Prügelholz, N 1„ Stcockholz, 140 7„ Reisholz, 1200 Wellen eichen 1 Forſthaus Beinhards am 28. Dezember 1850. N Der Gräfl. Solms⸗Rödelh. Revierförſter Hartmann.
Bekanntmachung. Betr.: Holzverſteigerung in dem Gr. Domanial⸗ wald Burgwald, Reviers Oberrosbach.
(7) Mittwoch den 8. Januar 1851 werden in dem oben genannten Walddiſtricte an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: 4¼ Stecken birken, 2 Stecken nadel Prügelholz, 5 7 5 5„ Stockholz, 200 Wellen buchen, 7900 Wellen birken, eichen, 2850 Wellen nadel Reiſerholz, 3 Wagen, 8 ½ Laſte Allerleiholz, 5 Stämme nadel Bauholz von 6 bis 8½“ Durchmeſſer und 15 bis 25“ Länge, 7 Stangen Nadelholz von 3½ bis 5“ Durchmeſſer und 15 bis 20 Länge. Zuſammenkunft und Anfang der Verſteigerung um 9 Uhr, im Lohſchoppen auf dem Winterſtein. Oberros bach den 24. Dezember 1850. Der Großh Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann.
Holz⸗Verſteigerung. (6) Dienſtag den 7. Januar 1851 ſollen in den Gräflichen Waldungen zu Wickſtadt, Diſtrikt Hardt und Schiffloch öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden: 1 Stecken buchen Scheitholz,
21„leichen Scheitholz,
38„ buchen Prügelholz,
6„ eichen 7
20„ obſtbaum„
17„ buchen Stockholz,
29„leichen„
9 17 obſtbaum
63„ buchen Reisholz,
39„ eichen„
83„ obſtbaum„
2„weiden„
37 Stämme eichen Bau- und Werkholz, 3„ obſtbaum„
Das Obſtbaumholz ſteht größtentheils vor Wickſtadt an den nach Aſſenheim führenden Wegen und iſt hauptſächlich für Dreher und Schreiner geeignet.
Die Zuſammenkunft iſt Morgens 10 Uhr im Walde ſelbſt am Steinbruch.
Forſthaus Beinhards
am 28. Dezemher 1850. Der Gräfl. Solms⸗Rödelh. Revierförſter Garti n.
Holzverſteigerung. (8) Montag den 6. Januar 1851, Vormittags um 9 Uhr, ſollen in dem Gemeindewald der Gemeinde Beien— heim, Diſtrikt Bauberg:
1) 147¼ Stecken buchen Scheitholz,
25 51„„ Prügelholz, 95„„ Stockholz, 4) 116„„ Reiſer,
5) 21 Stämme„ Werkholz,
von 14 bis 23 Zoll Durchmeſſer
und 20 bis 40 Fuß Länge, an den Meiſtbietenden verſteigert wer— den, was man hiermit unter dem be—⸗ ſonderen Anfügen zur öffentlichen Kennt— niß bringt, daß nur ſolche Steigerer zum Gebot zugelaſſen werden, welche von vorhergehenden Jahren an die hie—
ſige Gemeindekaſſe mit der Bezahlung nicht mehr im Rückſtande ſind. Beienheim den 24. Dezember 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Muth.
Hofraithe⸗ Verſteigerung. (20) Montag den 20. Januar l. J., Mor- gens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die von dem hiefigen Bürger Guſtav Gerlach erſteigerte Georg Rauſche Hofraithe meiſtbietend verſteigert, als:
Pag. u. Nro. Hofraithe, beſtehend in Wohn⸗ 53 34 haus und Stall an Guſtav Ger⸗ lach. Zins der pia corpora 40 kr. 2 hlr. Friedberg den 2. Januar 1851. 9 In Auftrag
Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter. Bender.
Frucht ⸗Verſteigerung.
(21 Donnerſtag den 23. l. Mts., Mittags
um 2 Uhr, werden in hieſigem Ratbhauſe
50—60 Malter Korn und 10-20 Malter
Gerſte von dem Fruchtvorrath des vereinigten
Armenfonds dahier, zweimalterweis, meiſt—
bietend verſteigert.
Friedberg den 2. Januar 1851.
Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Verſteigerung.
(22) Dienſtag den 21. l. M. und den fol⸗ genden Tag, von Morgens 9 Uhr und Nach⸗ mittags 2 Uhr anfangend, wird in hlefigem Rathhauſe der Mobiliarnachlaß der dahier ver⸗ ſtorbenen Heinrich Hanſtein'ſchen III. Eheleuten, beſtehend in Zinn, Eiſen, Holzwerk, Bettung, Weißzeug, eine Partie Dünger ie,, benebſt zwei Schafe meiſtbietend verſteigert.
Sodann werden in Auftrag der Curatoren Donnerſtag den 23. l. Mts., Morgens um 10 Ubr, in hieſigem Rathhauſe die Immobilien zur meiſtbietenden Verſteigerung gebracht:
Pag. Nr.
1) 51 302 Hofraithe, als Wohnhaus mit Scheuer an Karl Kiefer,
2) 130 41 39,3[◻Klafter= 20 Ruthen Gar- ten in der dritten Gewann an der Langgaſſe an folgendem Stück. Der Stadtkirche Zins 5 kr. 2½ blr.,


