Ausgabe 
4.1.1851
 
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Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M. 2.

Sonnabend den 4. Januar

1851.

DasIntelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen wird im Jahre 1851, ebenſo wie im Jahre 1850, wöchentlich zweimal Mittwochs und Samſtags) ausgegeben. DasIntelligenz⸗Blatt wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats- und Lokalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſerate jeglicher Zeit zur offentlichen Kenntniß bringen.

Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition, wie bisher, für 1 Jahr

1 fl. 12 kr., für ½ Jahr 40 kr. Bei allen Poſtverwaltungen

Semeſter 46 kr.

des Großherzogthums Heſſen pr. Jahr 1 fl. 24 kr. und pr.

1 Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr. für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr. Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet. Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den

Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt au

Friedberg.

fgenommen.

Die Expedition des Intelligenzblattes.

Eine eugliſche Spielerbande. Nach den mündlichen Mittheilungen eines Londoner Polizeibeamten. Von Dr. W. Seyffarth. (Schluß.)

Merton gegenüber ſtellte mich Sandford als einen alten bewährten Freund vor, welchen er ſeit Monaten nicht geſehen. Nach dem Ballet bat er uns ihn in das nahe europäiſche Kaffeehaus zu begleiten. Wir ſagten zu und verließen die Loge. gehen, ſtieß jemand an Merton. Es war der Obercom miſſar. Unter leichter, ſich entſchuldigender Verbeugung gleitete ſein Blick an uns vorüber, ohne anzudeuten, daß er uns kenne. Es dünkte mir möglich, daß ſolches in Be zug auf mich wegen meiner veränderten Kleidung der Fall ſei. Als ich aber einige Stufen tiefer um mich ſah, be merkte ich meinen Irrthum. Ich begegnete einem ſcharfen, ſchnellen Blick, der mir aus dem überwolbten Auge zuflog, Erſtaunen und Aufmunterung ausdrückte und eben ſo raſch verſchwand. Wie wenig ahndete er, daß es für mich keines Sporns nach dem Ziele bedurfte, welches wir Beide ver folgten!

Wir ſpeiſten und leerten drei oder vier Flaſchen Wein. Sandford war ausgelaſſen heiter; eine Anekdote jagte die andere, ein Scherz den andern. Ich war ihm eine neue reiche Beute, und ſein lebhafter Geiſt ſchwelgte bereits im Vorgenuß des Sieges über meine herrlichen Vorſätze und über das meiner Frau verpfändete Wort. Um ein Uhr ſchlug er vor aufzubrechen. Merton war dies um ſo lieber, je unruhiger und zerſtreuter er geworden. Als wir auf der Straße waren, ſagte Sandford zu mir: Wollen Sie mit uns gehen, Robert? Oder haben Sie ſich in Ihren Ehepakten verpflichtet, auch nicht zuzuſehen, wenn Andere ſpielen?

Im Begriff die Treppe hinabzu⸗

Keineswegs, antwortete ich; nur fordern Sie mich nicht zum Mitſpielen auf.

Nicht die Probe, ſpöttelte Sandford;vor mir iſt Ihre eheliche Tugend vollkommen ſicher.

Nicht lange ſo ſtanden wir in einer der auf den Strand ausmündenden Straßen vor einem ſcheinbar ſtillen, ehrbaren Hauſe. Sandford's leiſes, eigenthümliches An⸗ klopfen wurde ſchnell erwiedert. Dann flüſterte er ein mir unverſtändliches Paſſirwort durch das Schlüſſelloch und die Thür ging auf. Ueber Flur und Treppe kamen wir in den erſten Stock, wo die Laden dergeſtalt ſorgfältig, beinah hermetiſch geſchloſſen waren, daß von Allem was hier geſchah, auf der Straße unmöglich etwas vernommen werden konnte. Das Zimmer ſchwamm in Licht. Eine Roulette, Würfeln und Karten waren in Thätigkeit, ein Seitentiſch mit Wein und Getränken beſetzt. Außer der Bande mochten ein halbes Dutzend Perſonen anweſend ſein. Die Bande zählte meines Bedünkens elf oder zwölf fein gekleidete Herren, deren Geſichter ganz geeignet waren mir einige Beſorgniß einzuflößen, ob Einer oder der Andere in mir den Polizeiſpion erriethe oder erkannte. Indeß be ruhigte mich die Ueberzeugung, daß ſolches kaum möglich. Meine tägliche Runde lag von dieſem Stadttheile weit ab und außerdem war ich in London wenig gekannt. Den⸗ noch richteten ſich eine Menge ſcharf forſchender Blicke von mir auf Sandford und namentlich war Einer, ein Ausländer, höchſt unangenehm fragſüchtig.Jen réponds fertigte ihn endlich Sandford ab und fuͤgte einige leiſe Worte bei, welche dem Patron ein boshaftes Lächeln ent⸗ lockten und ihn gegen mich außeroroentlich aufmerkſam machten. Das ſtellte mich vollkommen ſicher; denn führte ich auch Piſtolen, ſo ſah ich doch ein, daß ſie gegen ſo verwegene Geſellen mir wenig oder nichts helfen würden. Man forderte mich zum Spiele auf. Ich lehnte entſchieden

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