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Intelligenz-Dlatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
Mittwoch den 3. Dezember
1851.
Amtlicher Theil.
Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an ſämmtliche Gr. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizei-Commiſſaͤre des Regierungsbezirks. Betreffend: Diebſtahl zum Nachtheil des Schwimmlehrers Konrad Kleeblatt zu Frankfurt a. M. Vom 8. auf den 9. d. M. wurden zu Frankfurt a. M. intwendet: drei ſogenannte Drahtketten, jede circa 90 Fuß lang, im Geſammtwerth von circa 200 fl. Sie werden deßfallſige Nachforſchungen eintreten laſſen und von einem etwaigen Reſultate alsbald Anzeige hierher
teſtatten. Friedberg den 22. November 1851. Ouvrier.
Dieſel be in die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks.
betreffend: Das Verbot des Ankaufs von Kartoffeln zum Brannt⸗ weinbrennen.
Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Einſendung ter unterm 17. v. M. aufgegebenen Bekanntmachungsbe⸗ ſheinigung im Rückſtand ſind, werden hieran mit Friſt
pon 3 Tagen erinnert.
Friedberg den 28. November 1851. nei.
Bekanntmachung.
Eingetretener Hinderniſſe halber iſt der diesjährige Beinachtsmarkt zu Schotten vom 23. und 24. Dezem⸗ der d. J. verlegt und beſtimmt worden, daß ſolcher
am 16. und 17. Dezember l. J. i logehalten werde. Dies wird hiermit zur allgemeinen
fentlichen Kenntniß gebracht.
Nidda, am 27. November 1851. i Gr. Regierungs⸗Commiſſion daſ. J V. d v. Zangen.
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Wohl dem, der ſreude an ſeinen Kindern erlebt. Erzählung von Guſtav Nieritz. (Aus deſſen Volkskalender 1852.) (Fortſetzung.) Die Flucht.
Eines Abends trat Camilla in die kleine, muͤtterliche Wohnung, was ſie noch nie gethan hatte. Sie ſah ſehr erhitzt und aufgeregt aus, ſtreifte nach einem flüchtigen Gruße den rauſchenden Atlasmantel von ſich und riß den theuern Seidenhut vom Haupte, welchen ſie auf den näch— ſten Stuhl hinwarf.
„Lore! ein Glas Waſſer! ſchnell! ich erſticke ſonſt noch!“ ſprach Camilla haſtig und fächelte ſich mit dem geſtickten Battiſttuche Luft in's geröthete Antlitz.„Mich ſo zu behandeln! Aber ich will mich dafür an den erbärm— lichen Menſchen rächen.“
„Was iſt geſchehen? Sprich, um Gotteswillen!“ bat die erſchrockene Mutter.
„Glauben die Elenden,“— fuhr Camilla fort— „daß ich mich für lumpige 800 Thaler werde mit Füßen treten laſſen? Bitter ſollen ſie es bereuen, mich mißhandelt zu haben.“
„Mißhandelt? Mit Füßen getreten?“— fragte die Mutter und ſchlug entſetzt die Hände zuſammen.„Wer unterſteht ſich das?“
„Wer? der Generalintendant, der Kapellmeiſter, die neidiſche Allegrini und noch viele andere Mißgünſtige beim Theater“— verſetzte Camilla.„Schon längſt habe ich dem Generalintendanten rund heraus erklärt, daß ich nicht länger für 800 Thaler diene. Da will man mir bloß 200 Thaler zulegen, während die Allegrini für ihre ruinirte Stimme 2000 bekommt. Iſt das gerecht? Weil ich die Liebesanträge des dürren, ſpindelbeinigen Kapellmeiſters Mazzini mit gebührender Verachtung zurückgewieſen habe, ſo ſchikanirt er mich ſeitdem auf alle erſinnliche Weiſe. Bald ſoll ich nicht bei Stimme ſein, bald keinen Takt hal— ten, bald unrein, bald ausdruckslos, bald zu ſtark, bald zu ſchwach ſingen. Kurz! ich möchte in den Proben manch—⸗ mal aus der Haut fahren. Aber ich dulde dieß länger nicht. Ich gehe fort. Es giebt der Bühnen in Deutſch— land genug, die mich mit offenen Armen aufnehmen. Der Prophet gilt nun einmal nichts in ſeinem Vaterlande.“
„Fort willſt du?“ ſprach die Mutter—„du, ein junges unerfahrnes Kind? Ach, Camilla, folge mir; bleibe hier.“


