ten Juli und Auguſt eintritt. Man hat daher die Urſache in der Witterung geſucht.
Man hat das eine Jahr zu naß, das andere zu trocken finden wollen, man hat geſagt, die Witterung war trockenheiß und der nun einfallende naß⸗ kalte Regen hat zerſtörend eingewirkt. Allein wir haben ſeit 1845 ſehr verſchiedene Witterung gehabt und es ſind dieſelben Witterunge veränderungen von 1845— 1851 gerade ſo vorgekommen, wie in früheren Jahren in derſelben ab⸗ wechſelnden Weiſe, wie ſie unſeren, der gemäßigten Zone eigenthümlichen, klimatiſchen Verhältniſſen ganz entſprechen. Es wäre daher, wenn die Witterungsverhältniſſe die Krank⸗ heit hervorbringen ſollten, doch ſehr auffallend, warum nicht früher die Krankheit in ſo verbreiteter Weiſe vorkam. Man hat daher die Urſache in einer Art Melthau finden wollen, welcher ſich auf dem Kartoffelkraute niederſchlage. Es wäre aber, wenn der Krankheitsſtoff aus der Atmosphäre der Kar⸗ toffelpflanze mitgetheilt würde ſehr auffallend, wenn von 1845 an bis jetzt jährlich unausgeſetzt und zwar ſo allge— mein ein ſolcher Mehlthau gefallen ſein ſollte. Man müßte alsdann die Krankheit auch zunächſt an den oberen Blät— tern der Pflanze wahrnehmen, auf welche ein ſolcher Thau aus der Luft ſich niederſchlagen würde. Man müßte ſie
gleichmäßig und gleichzeitig an allen Kartoffeläckern in einer
Gemarkung bemerken. Allein die Krankheit beginnt nicht an den oberen ſtärkeren Blättern, ſondern an den zärteren, kleineren, aus dem Hauptſtengel auslaufenden Stengeln, wovon man ſich deutlich überzeugen kann, wenn man ein Kartoffelfeld unterſucht, in welchem die erſten Spuren des Welkens und Schwarzwerdens der Blätter zum Vorſchein kommen. Schreiber dieſes hat mehrere Aecker, auf welchen die Kartoffeln noch vollkommen kräftig ſtanden und üppig in Grün und Blüthe wucherten, unterſucht und aber gefun— den, daß die aus dem Hauptſtengel auslaufenden zärteren Blattſtengel in der Mitte der Pflanze zuerſt ergriffen waren und das Schwarzwerden der zärteren Blätter am Blattſtiele begonnen hatte. Es kann alſo die Ur⸗
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wird ſich davon überzeugen können. Man wende dagegen nicht ein, ein ſolches Inſect ſei zu klein und könne nicht ſolche Zerſtörung anrichten. Gerade wo die Blattſtiele in die Nebenſtengel und dieſe wieder in den Hauptſtengel ein- münden, droht jeder Pflanze die meiſte Gefahr und eben an dieſen Stellen ſetzt ſich das Inſect in zahlloſer Menge an und eben hier beginnt die Krankheit und das Abſterben, indem zunächſt einzele Seitenſtengel mit ihren zarten Blättern abſterben. Blumenzüchter wiſſen ja, wie ſie ihre Monatroſen von den kleinen grünen Läuſen, die ſich oft in zahlloſer Menge an die Blätter und die Blattſtiele anſetzen, reinigen muͤſſen, wenn der Roſenſtock nicht abſterben ſoll. Auch dieſe ſehr kleine, freilich noch ſicht— bare, Laus am Roſenſtock nagt nicht das Holz an, ſondern ſaugt den Saft aus, zerſtört die Athmungsorgane des Ro— ſenſtockes gerade ſo, wie die Kartoffellaus die Athmungs⸗ organe der Kartoffelpflanze. In dieſem Jahre, ſagt man, iſt die Krankheit noch ſtärker als jemals! Und doch haben wir grade für die Entwickelung der Kartoffelpflanze ganz vor⸗— treffliche Witterung, wie wir ſie in keinem Jahre beſſer wünſchen könnten— aber auch für die Vermehrung der Inſecten. Da die Witterung vorher ſehr feucht war, nun— mehr aber trocknes, heißes Wetter eingetreten iſt, ſo vermeh⸗ ren ſich die Inſecten ſehr ſchnell und in zahlloſer Menge. Wer die Bäume beobachtet, wird häufig an denſelben die Blätter ſchon früh welkend finden, wenn er aber dieſelben näher unterſucht, an der unteren Fläche der mit ſchwarzen Flecken bedeckten, zuſammenſchrumpfenden und abſterbenden Blätter, welche dem Baume ein trauerndes Anſehen geben, eine zahlloſe Menge grüner Läuſe entdecken. Wer Eſchen,
Halbflügler angehöriges Inſect entdecken. ſich hin und wieder an den Gemüſen insbeſondere an Wür⸗
Erlen und dergl. beobachtet, wird auch an ihnen die Blät⸗ ter häufig bereits welkend bemerken, aber auf ihrer unteren
Fläche auch ein ſchwarzes, größeres, dem Geſchlechte der Eben ſo zeigen
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ſing die ſogenannten Knollen in dieſem Jahre ſehr häufig. Ihle Jerncgen de
ſache der Krankheit nicht in der Luft liegen, ſonſt könn⸗ ten nicht einzelne Pflanzen zunächſt allein ergriffen werden und die Krankheit würde ſich nicht nach und nach verbrei—
Früher warf man die knotigen Pflanzen als untaugliche weg,[ Nahen v. d. Hehe
f f Die Wan w dn Land wenn ſie auch noch ſo ſtark und vollkommen waren. Die[ ut unh mug
Erfahrung hat aber gelehrt, daß in dieſen Knoten en aden he
ten, ſonſt müßte ſich dieſelbe auf die oberſten Blätter zunächſt niederſchlagen und den ganzen Acker gleichmäßig ergreifen. Will man endlich noch ein Bedenken gegen die Art, wie man nach den neueſten Entdeckungen die Krankheit erklärt, deßhalb ſagen, weil dieſelbe früher nie ſo allgemein geweſen ſei, ſo möge man ſich daran erinnern, daß es ſo der Welt⸗ lauf iſt. Es geht in der Pflanzenwelt nicht anders her, wie in der Menſchenwelt. Manche Krankheiten, die zunächſt nur einzeln ſich zeigten, hier und da auftraten, ſind allge— mein und zum Erbübel geworden wie z. B. die aus dem Morgenland zu uns gekommene Blatternkrankheit. Aehn⸗ lich verhält es ſich in der Pflanzenwelt. Dafür daß die Kartoffelkrankheit von einem Inſecte herrührt, welches in die Anſatzpunkte der Stengel am Hauptſtengel einſticht, ſo den Nahrungsſaft ausſaugt und das Abſterben der Pflanze vor der vollkommenen Zeitigung des Knollens bewirkt, wo— durch nun dieſer nothwendig krankhaft werden muß, ſpricht Folgendes: Der Beginn der Krankheit fällt regelmäßig in diejenige Zeit, in welcher dieſes von Naturforſchern ge— nau beobachtete Inſect zum Vorſchein kommt, in die Monate Juli und Auguſt; die Krankheit zeigt ſich zunächſt am Kraute und zwar gerade da, wo die Kartoffellaus ihren Sitz hat und ihre Thätigkeit entwickelt, an den aus dem Haupt⸗ ſtengel auslaufenden zarten Seitenſtengeln und den Stellen, an welchen die Blattſtiele aus den Seitenſtengeln auslaufen. Wer noch nicht ſtark angegriffene Kartoffeln, ſobald die erſten Spuren der Krank⸗
heit zum Vorſchein kommen, genau beobachtet und unterſucht,
zu ſpät ſein.
Würmchen ſitzt, welches die Faſern der Pflanze zerſtört, der Pflanze den Nahrungsſtoff entzieht, den Stengel ausſaugt und auf dieſe Weiſe das Abſterben der Pflanze erfolgt, Man hat daher, um die Pflanze zu retten, nur nothwendig, die Auswüchſe abzuſchneiden und ſo tief auszuhöhlen, daß Wurm und Eier zerſtört werden, worauf die Pflauze zum Setzen vollkommen ſich eignet. Dieſe Auswüchſe, an den
Gemüſen werden aber hin und wieder in dieſem Jahre ſehr häufig wahrgenommen— eben weil die Witterung der Ent,
wickelung und Vermehrung der Inſecten in hohem Grade
günſtig iſt. Hiernach können wir denn auch mit voller
Sohn des Milipp B. Ace machen wi Munten ſogewiß d ng zu begründen, düfgetretenen, ſein! dudern des Johar duhr 1833 unter in der Stadt Bet Abanp gelebt, her botheriger Legitima bird.
Großkarben!
Sicherheit erwarten, daß die Kartoffeln von der bekannten
Krankheit in dieſem Jahre ſehr ſtark ergriffen werden.“
Eben dies muß aber wieder dahin führen, daß bei dem Ab— ſterben der Kartoffelpflanze, dieſelbe Urſache zum Grunde liegt, aus welcher die Knoten an den Gemüſen, das Zu ſammenſchrumpfen, Trauern, Welkwerden und Abſterben des Laubwerks an den Bäumen erfolgen,— nämlich ein Angreifen der Pflanze durch die an den aus dem Haupt—
ſtengel auslaufenden Seitenſtengel und an den aus dieſem
auslaufenden Blattſtielen ſich anſetzende und in zahlloſer Menge ſich einniſtende Kartoffellaus. Man ſcheue ſich da⸗ her nicht die angegebenen Mittel anzuwenden. Wo das Kraut freilich ſchon völlig ſchwarz geworden iſt, wird es Allein wo erſt ein Angreifen der Pflanze ſtatt gefunden hat, kann man die ergriffenen Stengel noch leicht abpflücken und das Kartoffelfeld mit Laugen aus Aſche, Salz oder Gyps ſehr ſtark begießen. Dieſe Netz
570 00 Stiftur Aeindekaſſe 9 ſchen aaf gege
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