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8 den 31. 05
1 n verrichig 1 aut.
N Stadtlirch
utelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
00 im Allgemeinen,
8 den Regierungsbezirk Friedberg
W 1 A im Beſonderen.
— 69. Mittwoch den 3. September 1851. N Die Kartoffelkrankheit. früherer Zeit, in vorigem Jahrhundert, ſchon in unſerer
. Juli 112. Juß
74 Aus der Freiburger Zeitung theilt die Darmſtädter aun] eng mit:„In einem früheren Artikel wurde das Nähere über 1. e Geſtalt der Kartoffellaus(Aphis vastatus) berichtet, 8% die jetzt in ungeheurem Maßſtabe ihre Verheerungen wieder 7 Nähere Beobachtungen haben das Reſultat
1⁵ 5 begonnen hat. a — aer daß die Kartoffellaus mit ihrem Saugrüſſel in die — i Anſatzpunkte der Stengel am Hauptſtengel einſticht, ſo die Saugadern und Nahrungskanäle der Pflanzen(ähnlich den Taze Adern des Menſchen) unterbricht, den Saft ausſaugt, wo— and Vußbe durch natürlich immer die oberſten Blätter zuerſt dürre wer— e weil ſie zuerſt ſo des Nahrungsſtoffes beraubt ſind.
Die Aeſte der Kartoffelſtaude werden nun lahm und bei
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5. September 5 b e Anſchauung kann man ſich überzeugen, daß die
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Fiüd⸗ Duß⸗ berg. kr. pf.
Stengel, d. h. die kleineren Röhrchen leer, etwas in Ver⸗ weſung übergegangen ſind, wogegen die Stengel der geſun— bah. den ſich voll und feſt anfühlen.— Die Kartoffelläuſe ſind E ſetr lebhaft und laſſen, wenn ſie auf der Haut laufen, ein
e rätzenartiges Jucken zurück. Ihre Vermehrungsfähigkeit iſt 5 2 34 abelhaft— ein Weibchen(ohne Männchen) läßt vom Juli 11 214% is September 5,904,900,000(fünf tauſend neun hundert
fel. und vier Millionen, neun hundert tauſend) Nachkommen 14% zurück. Die Eier, welche röthlich— ungefähr wie röthli— 1.7 cher Schimmel— ausſehen, legen ſie dagegen in die zu— 106% ff ſammengebogenen dürren Blätter, wo man auch ihre Neſter
erblickt.— Ein Kartoffelfeld, das mit Aſche und Gyps be—
. e ſtreut war, war ganz frei von dieſen Läuſen— wogegen 1 1 das nebenanſtehende unbeſtreute dieſe Läuſe in ungeheuerer 3 4 Menge hatte.— Mehrere Verſuche mit aufgelöſter Aſche, 72 64 Gyps und Salz geben das Reſultat, daß die Läuſe, kaum
—— berührt, fertig waren. Vorzüglich iſt bei Aſche- und Gyps⸗ 10 10 ſtreuungen darauf zu ſehen, daß der Thau noch ſteht. Fehlt 8,7 der Thau— ſo ſind Aſche, Gyps und Salz mit Waſſer 1 aufzulöſen und die Kartoffel damit zu beſprengen. Das 1. letztere ſoll deßwegen geſchehen, weil von Seite der Pflanze U- die Salztheile ſchneller eingeſogen werden, wodurch eine der 16— 66, Laus ſchaͤdliche Subſtanz in die Kartoffelſtaude hineinkommt 14— 16 und wodurch ſie von ſelbſt abſtehen muß, zu ſaugen. Iſt 14 5„die Kartoffelkrankheit weit vorgeſchritten, ſo ſind die dürren „ Stauden abzuſchneiden und die noch grünen mit Salzwaſſer, 16 6 Aſche oder Gyps zu beſtreuen. Dieſe Stoffe dienen nun %%, agleich als Dungungsmittel und ſind alſo nicht verloren.“ %% So weit der Artikel, der zur Beachtung empfohlen zu wer⸗ guru den verdient. Es reihen ſich hieran noch folgende Betrach—
11½%0 tungen: Die Kartoffelkrankheit iſt nicht neu, ſie iſt auch in
Gegend aufgetreten, wie alte, neunzigjährige Leute ſich ge— nau zu erinnern wiſſen. Sie haben von ihren Eltern gehört, daß mehrere Jahre hindurch anhaltend dieſelben Erſcheinun— gen an den Kartoffeln ſich zeigten, wie wir ſie jetzt wahr— nehmen. Man ſuchte damals, wie man auch jetzt bei dem Auftreten der Krankheit gethan hat, die Urſache in der Knolle und glaubte durch Setzkartoffeln aus anderen Gegen— den Abhilfe ſchaffen zu müſſen. Man ſchritt zu dieſem Mittel und da die Krankheit ſich verlor, ſo glaubte man die Ur⸗ ſache derſelben richtig erkannt zu haben. Früher als in unſerer Gegend trat vor längeren Jahren die Krankheit in den Rhöngegenden auf. Sie dauerte dort ſieben bis zehn Jahre lang an und zeigte ſich gerade ſo wie bei uns bald in höherem, bald in niederem Grade. Die Leute aus dor⸗ tiger Gegend tröſteten unſere Vogelsberger bei ihren Klagen mit den Worten:„Ihr Leute es hilft Euch Alles nichts. Wir haben die Krankheit auch gehabt. Die Krankheit dauert ſieben bis zehn Jahre. Sie muß ihre Zeit haben und dann verſchwindet ſie wieder.“ Auch in Sachſen iſt dieſelbe ſchon früher vorgekommen. Sieben Jahre hindurch wären nun allerdings unſere Kartoffeln von der Krankheit ergriffen worden. Allein die Krankheit hat ſich nicht verloren, ſie tritt vielmehr in dieſem Jahre nur noch ſtärker auf. Wir haben alſo Gelegenheit gehabt dieſelbe genau zu beobachten. Naturforſcher ſcheinen endlich der Krankheit auf die Spur gekommen zu ſein. Folgende Thatſachen ſtehen durch Er⸗ fahrung feſt: Die Krankheit beginnt nicht im Knollen, ſie liegt auch nicht im Knollen, da Kartoffelpflanzen, bei wel— chen ganz geſunde, vollkommen ausgewachſene Knollen aus Gemarkungen, in welchen die Kartoffeln in einem Jahre vor der Krankheit nicht ergriffen waren, bei Verpflanzung davon ergriffen wurden, ja noch ſtärker als diejenigen Kar— toffelpflanzen, für welche die Setzkartoffeln aus der von der Krankheit ergriffenen Gemarkung ſelbſt genommen waren. Eben ſo wurden die aus vollkommen reifen, von geſunden Knollen erhaltenen, keimfähigen und fehlerfreiem Saamen erzogenen Kartoffelpflanzen von der Krankheit ergriffen— ein Beweis, wie in der Knolle ſelbſt die Urſache nicht liegen konnte, denn ſonſt hätte entweder die Keimkraft verloren gehen oder jedenfalls geſchwächt werden muͤſſen. Bei geſun⸗ den Knollen wäre aber die Erſcheinung vollkommen uner— klärlich geweſen. Die mehrjährige Beobachtung hat nun ferner gelehrt, daß die Krankheit im Kraute beginnt und erſt nachher der Knolle ſich mittheilt. Sie hat ſer— ner gelehrt, daß dieſelbe immer regelmäßig in den Mona⸗


