Nun iſt's doch ſchon November und nächſt Advent, und iſt auch keine Nachricht von ihm da. Ach, er iſt todt, rief ſie aus und hielt die Schürze vor die weinenden Augen. Da hab' ich's nicht mehr aushalten können, und bin hineingelaufen und ihr um den Hals gefallen und da— war ich wach— denn der Müller machte die Thür auf und ſagte freundlich: ich muß nur'mal ſehen, ob du noch lebſt! Es iſt ſchon zehn Uhr! 8
Ich rieb mir die Augen und bat ihn, er möge mir's doch ja verzeihen, weil ich gar zu müde geweſen ſei. Er beruhigte mich und ging, ich aber war mit einem Sprung aus dem Bett und kleidete mich an, that aber einen Mül⸗ lerwamms an von hellem Tuch, den mir der alte Mann hingelegt. 5
„Darauf bin ich denn an den Bach gegangen, mich zu waſchen, und dann ins Zimmer.
„Ausgeſchlafen? fragte mich lachend Chriſtinchen. Du mußt wohl recht müde geweſen ſein? 5
„Ich dachte: ſo müde als ich jetzt hungrig bin, ſagte aber freundlich ein paar entſchuldigende Worte und ſetzte mich an den Tiſch, wo ſie mir Kaffee einſchenkte und ein Stück Milchkuchen dazu legte. Liebſter Herr, wenn man lange gedarbt hat und trocknes Commisbrod gewürgt und höchſtens einen Schluck Schnapps dazu, ſo iſt es nicht zu ſagen, was einen ſolch ein Labſal erquickt. Mit heller Pläſir ſah mir das Mädchen zu, wie es mir ſchmeckte, und ich mußte ihr aus der Schlacht erzählen.
„Nun aber, Kaspar,, fiel ich ihm ein,„hat Er denn Alles ſo haarklein erzäht, wie mir? Auch, daß Er ſich unter die Brücke ſalvirt?“
Er lachte. Parol! Herr, da haben Sie's getroffen, das verſchwieg ich! Das Teufelsmadel ſah ohnehin ſo neckiſch und ſpöttiſch drein, daß ich mich nicht wollte von ihr auslachen laſſen und hänſeln!“.
„Das dacht' ich mir wohl, Kaspar,, verſetzte ich. „Unſer einer kann ſo etwas beurtheilen, aber ſo ein naſe— weiſes Madchen konnte am Ende darüber ſpotten und das wäre denn doch unangenehm geweſen. Nicht wahr?“
„Parol! lieber Herr, ſo iſt's“ ſagte der ehrliche Menſch und wollte eben wieder anheben; allein der Abend ſank herab und es wurde kühl. Wir wollen jetzt aber die Thiere laufen laſſen, ſagte ich, und den Wagen heraufziehen.
Das war ſchnell geſchehen. Die Unterredung hatte für heute ihr Ende erreicht.
Mein Freund ergötzte ſich unendlich an Dem, was ich ihm von dieſen Mittheilungen ſeines Kaspar's erzählte, da er ihm ſelbſt nie die Pforten ſeines Herzens erſchloſſen.
Am andern Morgen, als wir am Kaffeetiſch ſaßen, ſteckte Kaspar ſein Geſicht mit aller Freundlichkeit zur Thür herein und fragte:„Fahren wir heute?“
Als ich bejaht, nickte er und verſchwand. Auch heute
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mußte ich allein mit Kaspar fahren, weil der Freund abgehalten war. Unſer Weg führte ins Nie ee wo wir in der Mühle bei Eppſtein unſern mittaͤglichen Ruhepunkt in Ausſicht genommen.
Kaum hatten wir die ebene und fahrbare Straße erreicht und meine Pfeife dampfte, ſetzte ſich Kaspar quer. „Ich habe,, ſagte er,„dieſe Nacht faſt nicht ſchlafen kön⸗ nen, ſo war ich voll von den Bildern jener Tage, von denen ich ihnen geſtern erzählt. Da iſt mir denn Alles wieder ſo recht friſch ins Andenken gekommen. Wenn Sie darum nichts dagegen haben, ſo fahre ich fort.“
Als ich meine Zuſtimmung gegeben, fuhr er denn alſo fort:„Ach! der Traum, den ich in jener Nacht in der Mühle geträumt, hat mir recht auf der Seele gelegen, wie ein centnerſchwerer Stein; denn im Vogelsberg ſagt man, Alles, was man in der erſten Nacht in einem Hauſe träume, wo man noch nicht geſchlafen, das ſei, wenn's in die Vergangenheit und Gegenwart ſchaue, wahr, und betreffe es Zukünftiges, prophetiſch, und zudem war's noch in einer Frohnſonntagsnacht!— Ich konnte gar keine Ruhe finden. Dazu war ich wildfremd. Schreiben, lieb⸗ ſter Herr, kann ich nicht, wie ich ſchon geſagt, und der treue Fulder war Gott weiß wo! Sollt' ich gleich dem
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1652 Johannes 1.15 Jahre 1830
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Chriſtinchen alle meine Geheimniſſe auf das ſchnippiſche Näschen hängen? Das ging nicht. So l warten, bis ich einen vertrauten Freund im Dorfe würde gewonnen haben. Wie ſollt ich aber den gewinnen? Ich kam nicht ins Dorf, als Sonntags in die Kirche. Der Müller haßte das Wirths hausbeſuchen, und ich war kein Freund davon und hatte auch kein Geld.
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blieb's denn zu meinem Kummer, und ich merkte allmäh— dichtend und der Na lich, wie das Heimweh in meiner Seele wieder Platz ge, me en ze wann. Mein Brod, mein einziges Heilmittel, hatte ich driedberg dun 1e unter der Brücke gegeſſen, und ich merkte nun recht, wie Gn es nur zum Dranriechen beſtimmt war und nicht zum Eſſen. Dr. Ir
Heffentli.
gern wär' ich dann in der Mühle geblieben. Als der Müller ſah, daß ich treu und fleißig war, das Müllerweſen
Hätt' ich's wieder gehabt und einen Brief geſchrieben— f
verſtand und auch ſonſt in Haus und Ackerbau tüchtig zu⸗
ſtinchen lächelte mir alle Tage lieblicher und freundlicher zu. Sie neckte und plauderte gar gerne mit mir und that mir zu lieb, was ſie konnte. Sie war ſchön, Herr, ſehr ſchön, und die Mühle war frei. Ich glaub', ich hätt' ſie zur Frau gekriegt und der Alte redete ſo verblümt vom Immerdableiben und dergleichen. Manchmal, daß ich's
ehrlich geſtehe, war ich in Gefahr, mich in das liebe e 23. Oktober l.
Mädchen zu verlieben; aber, da ſah ich wieder mein Anne⸗ bärbelchen im Traum und Alles war aus und vorbei.
(Fortſetzung folgt.)
an die erwahnte Berechtigung
Anſpruche zu
(1633) Das Ver ſervenen Heinrich Sch
0 10 fl. überſchuld riff und arbeitete, wurde er mi ee Bang griff 5 r mir gar gut und das Chri⸗ ale Lapfendung alls mit den bekannt
dis dahin verglichen,
meldeten Forderung kmlich Weihnachten
75 den folgenden Jah l mit Zinſen bezah
Ale noch unbekanr n aufgefordert, ff
latung zu dem Vera fils dieselbe unterſe
Friedberg den .
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
d ν νιιν
Edietal⸗La dung.
(1418) Die in dem Flurbuch der Gemar⸗ kung Trais⸗Münzenberg auf den Namen der Beſitzer des gemeinſchaftlichen Pferch⸗ oder Vog⸗ teiguts, namentlich des Herrn Fürſten von Solms Braunfels und der Herrn Grafen von Solms Rödelheim und Solms Laubach unter 202% eingetragene Hutberechtigung von 150 Stück Schafen und Pferchberechtigung von 300 Stück, iſt an die Mitglieder der Schäfereigeſell⸗ ſchaft zu Trais⸗Münzenberg, Bürgermeiſter Tag und Conſorten, verkauft worden.
Da nun, außer der erwähnten Beziehung im
lurbuch weiterer Eigenthumsbeweis nicht vor⸗
liegt, ſo wird hiermit veröffentlicht, daß, wer
haben vermeint und in deſſen Folge die Ver⸗
außerung nicht zulaſſen will, ſo gewiß binnen 3 Monaten ſich dahier anzumelden und ſeinen
Einſpruch gehörig an uns auszuführen hat, als ſonſten keine Rückſicht darauf genommen und der Kaufcontract beſtätigt werden wird. Hungen den 12 Auguſt 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann.
Verlooſung Stadt Niddaer au porteur Obligationen.
(1547) Bei der am 3. d. M. Statt gefun⸗ denen 13. Verlooſung des durch das Handlungs- haus Herrn Simon Lindheimer in Friedberg ad 65,000 fl. a 3½ pCt. Zinſen negoclirten Anlehens hieſiger Stadt wurden folgende Num⸗ mern: Lit. B. Nr. 85= 300 fl. und Lit. D. 258= 100 fl. zur Rückzahlung auf den
31. Dezember l. J. beſtimmt. den Intereſſenten unter dem Anfügen mitgetheilt, daß es Ihnen frei ſteht, den Betrag bei obigem Handlungshaus oder an der Stadtkaſſe dahier
in Empfang zu nehmen und daß vom 1. Ja⸗
nuar an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Nidda den 6. September 1851. Der Großh. 5 1 ee
Bekanntmachung. 25 (1634) Die Lieferung nachſtehender Bedürf⸗ niſſe für die Menage hieſtger Anſtalt, als; 1) eine größere Quantität Kartoffeln, 2) 1200 Stück Weißkraut, 3) 1200 Stück Wirfing, 5 4) 20 Centner untererdige Kohlraben, 5) 20 Centner gelbe Rüben, 6) 2 Centner Zwiebeln und
5 30 Ohm Sauerkraut,
Dieſes wird
Arbeits
(1684 0 5 9.—


