Ausgabe 
18.12.1850
 
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Anzeigen edberg.

* den 15. D,, . Dezember.

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Intelligenz Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M 99.

Mittwoch den 18. Dezember

1850.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung, die Leſeholznutzung in den Gr. Domanialwaldungen des Forſtreviers Oberrosbach, für 1831 betreffend.

Zur Ausführung der allerhöchſten Verordnung vom 1. Oktober 1848, und der Bekanntmachung vom 3. ejus- dem, in Nr. 57 des Regierungsblattes, werden zu Leſe⸗ holztagen für 1851 beſtimmt: der 6. Januar, 3. Februar, 3. Marz, 7. April, 5. Mai, 16. Juni, 14. Juli, 11. Au⸗ guſt, 15. September, 13. Oktober, 10. November, 15. Dezember, welche Tage jedesmal auf Montag fallen. Außer den Abtheilungen, in welchen Holzhauereien im Gange ſind, ſo lange bis das betreffende Holz vollſtändig aufge⸗ arbeitet, aufgeſetzt und nummerirt iſt, ſind folgende, durch Strohwiſche oder Gräben als Hege bezeichneten Abtheilungen, von der Leſeholznutzung ausgeſchloſſen: Frauenwald die Schläge Nr. V, VI, VII, VIII, IX, X, XI, XII und XIII; Burgwald die Schläge Nr. I, II, III,. IV, V, VI, VII, XXIII und XXIV; Mainzerhecken, der ganze Diſtrikt; Weſterfeldſcherwald, der ganze Diſtrict; Schwarzheidt desgleichen. Beſtimmen die Ortsvorſtände, in Folge§. 9 der oben angezogenen Bekanntmachung, für ihre den Dommanialwaldungen unmittelbar angrenzenden Gemeindewaldungen, weniger Leſeholztage wie die oben ge⸗ nannten, oder laſſen noch andere Beſchränkungen bei der Leſeholznutzung eintreten, ſo finden für die Angehörigen dieſer Gemeinden in Beziehung auf die Tage und die Leſe⸗ holzbenutzung in den unmittelbar angrenzenden Domanial⸗ waldungen, dieſelben Beſchränkungen ſtatt.

Die Gr. Bürgermeiſter werden hiermit erſucht, ſowohl das Vorſtehende, als auch die Beſtimmungen aus Nr. 57 des Regierungsblatts von 1848, unter welchen die Leſeholz⸗ nutzung überhaupt nur geſtattet iſt, in ihren Gemeinden öffentlich bekannt machen zu laſſen.

Oberrosbach am 9. Dezember 1850.

Der Gr. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach

Bin gmann.

Weihnachts bilder. (Fortſetzung.) V.

in einem wohlhabenden Haus ein. Auch hier iſt zahlreiche

Kehren wir wieder bei einer vornehmen Familie

Geſellſchaft und Freude die Hülle und Fülle. Fünf Kin⸗ der von vier bis zwölf Jahren umtanzen und umjubeln den Weihnachtstiſch und ſchwelgen im Beſitz der zum Theil koſtbaren Geſchenke, des eleganten Spielzeuges. Nur der blonde Robert, ein Knabe von fünf Jahren, iſt weniger lebhaft, weniger laut, als ſeine Brüder und Schweſtern. Er hat ein und das andere Spielzeug, Goldnüſſe, Zucker- werk und dergleichen in ſeinen Taſchen verborgen und ſich ſchon ein paarmal, als er ſich unbemerkt glaubte, zur Thüre hinausgeſchlichen. Aber die Mutter, die ſchöne, hochgewachſene Frau, voll Milde und Würde in ihrem ganzen Weſen, hat ſein geheimnißvolles Verſchwinden und Kommen bemerkt. Jetzt entfernt ſich Robert leiſe wie⸗ der. Die Mutter lchleicht ihm ſachte nach. Er geht durch den Corridor die Treppe hinab, über den Hof, ſchmale Stufen hinauf. Dann öffnet er eine Thüre. Hier wohnt ein armer Lohndiener, den Krankheit auf das Schmerzens⸗ lager geworfen. Er hat bisher kümmerlich ſein Weib und ein Kind, ein Mädchen von drei Jahren, ernährt. Jetzt aber iſt die bittere Noth eingekehrt in ſeine dürftige Behauſung.

Die ſchöne Frau, Roberts Mutter, öffnet leiſe die Thür und blickt durch die Spalte. Welch ein Bild zeigt ſich ihr da! Vor einem Schemel, worauf ſie das Licht geſtellt, fitzt das kleine blaſſe Mädchen und blaͤttert in Roberts Bilderbuche, welches er vor wenigen Augenblicken erſt zur Weihnachtsbeſcheerung erhalten. Neben ihr kniet der Knabe und leert ſeine Taſchen aus, und während er Spielzeug und Süßigkeit vor dem Mädchen auf den Schemel breitet, ſagt er!Siehſt Du, gute Emmy, daß Du auch Etwas zur Weihnachtsbeſcheerung bekommſt, ſo viel wie ich; jetzt darfſt Du nicht mehr weinen, Emmy!

Der lauſchenden Mutter aber quellen die Thränen in die Augen, ihr Herz ſchlägt hoch auf in freudiger Rührung, ſie hält ſich nicht länger, ſie tritt raſch in die Stube, beugt ſich zu den Kindern nieder, umklammert den Knaben und ruft im ſeligſten Muttergefühl:O mein Robert, mein Robert!

Der Knabe aber erſchreckt, bricht in lautes Weinen aus und fleht, als hätte er etwas Böſes begangen:Sei nicht böſe, liebe Mutter ſei nicht böſe die 105 Emmy!*

Nein, mein Sohn, erwidert die Mutter und ſtrei chelt ihm die Thränen von den WangenDeine gute Emmy ſoll noch mehr, viel mehr bekommen und ſoll unſern Weihnachtsbaum ſehen und ſich mit Dir freuen, Du guter guter Nobert! Wee