Bret.
An den erfeld.
* Url.
N(Furs Atdurs
daren
unent⸗ fſpa⸗ prompte dran zu n Lom⸗
etwas
au,
übec.
ublitum
neuerer uterhal⸗ verehrl.
Intelligenz-Blatt
fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,
den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
M. A.
Sonnabend den 12. Januar
1850.
Amtlicher Theil.
Das Großherzoglich Heſſiſche Landgericht Großkarben an die Gr. Bürgermeiſter des Bezirks. Betreffend: Die genauere Beobachtung der Stempel- und Taxordnung.
Unſer in obigem Betreffe am 29. September 1842 an Sie erlaſſenes Ausſchreiben(Nr. 76 und 79 des In— telligenz⸗Blattes) bringen wir hiermit in Erinnerung.
Großkarben am 31. Dezember 1849.
ge
Lina. Erinnerungen aus der Vergangenheit. Novelle von Franz J. Englert. (Fortſetzung.)
Es war an einem Abende, kurz nach der Ankunft auf ſeinen Gütern, als er mit Lina den Garten beſuchte; beide Mütter folgten ihnen. Auf eine von Linden be— ſchattete Moosbank ließen ſie ſich nieder. Der freundliche Vollmond, welcher ſich durch die trüben Dämmerwolken brach, ſpiegelte ſich in dem nahen Teiche ab, welcher vor ihren Blicken ſein ſpiegelglattes, vom Weſtwinde nur hie und da ſein bewegtes Gewäſſer ausbreitete. Stille herrſchte in Nähe und Ferne, und nur das plätſchernde Aufſprin— gen munterer Fiſche unterbrach ſie zuweilen.
„Laſſen ſie mich, liebe Lina,“ begann Auguſt,„nun einige Worte an Sie richten. Es iſt Ihnen vielleicht, wenn Sie verſtehen, im Auge die Gedanken des Herzens zu leſen, nicht mehr unbekannt, daß ich ein eifriger Ver⸗— ehrer Ihrer Vorzüge bin. Die Verſicherung aus Ihrem Munde, daß Sie mir gut ſind, köunte mich glücklich machen.“ f Lina ſah verlegen zur Erde.„Ich war Ihnen immer gut, lieber Auguſt,“ antwortete ſie mit kaum vernehmbarer Stimme,„und ich werde Ihnen immer gut bleiben.“
„Sie machen mich durch dieſe Worte glücklicher, als
ich jemals gedacht,, erwiederte Auguſt.„Sie verſprechen mir
mehr, als ich verlangte, mehr, als ich jetzt verlangen kann. Mir genüge für die Gegenwart die Verſicherung, daß Sie mir jetzt gut ſind; mein eifrigſtes Streben ſoll dahin zielen, daß Sie mir dann ſpäter die wiederholte Ver— ſicherung geben, mir immer gut zu bleiben. Dann aber erfüllen Sie, ich bitte, meinen ſchönſten Wunſch, mit mir
durch die Tage des Lebens zu gehen und ſo ein dauerndes Glück für mich zu gründen. Bevor ich jedoch,“ fuhr er fort,„dieſe wiederholte Verſicherung von Ihnen verlange, erſuche ich Sie nochmals um eine Prüfung Ihres Herzens, ehe Sie den Mann Ihrer Wahl beſtimmen; bedenken Sie wohl, dieſe Wahl iſt für die Dauer Ihres Lebens. Was mich betrifft, ſo habe ich dieſe Prüfung bereits vollendet. Ich verlange von der zukünftigen Gefährtin meines Lebens viel, ſehr viel; ich verlange von Ihr jenes wahre Glück, welches nur in der Stille des häuslichen Lebens zu finden iſt. Es iſt das Theuerſte, was Gatte und Gattin, durch Bande der Verwandtſchaft enger an einander geknüpft, jemals beſitzen, es wird vom Neide nicht angefochten, weil es verborgen in der Eingezogenheit des häuslichen Lebens blüht. Dies kann ich von Ihnen mit Beſtimmtheit er- warten; laſſen Sie mich hoffen, daß Sie nach ſorgfältiger Prüfung überzeugt ſein mochten, daß auch ich dies dauernde Glück zu gewähren vermöchte.“
In dieſem Augenblicke kamen Lina's und Auguſt's Mutter näher. Sie hatten unbemerkt dem Geſpräche zu⸗ gehört, und ſtanden jetzt lächelnd vor ihnen; ſie ſahen ſich mit einem Blicke an, der die Billigung des von ihnen be— lauſchten Geſpräches verrieth. Die Freude guter Eltern an dem Glücke lieber Kinder gehören doch immer zu den ſchönſten im Leben; das beſtätigt auch jetzt wieder der Ausdruck in den Augen und Zügen zweier glücklichen Mütter.
Einige Tage nachher verließ Lina mit ihrer Mutter Auguſt's Beſitzungen; dieſer begleitete ſie bis zur preußiſchen Grenze, von wo aus ſie über die ſächſiſchen Lande in die Heimath zurückkehrten.
Faſt ſechs Monate waren ſeit Lina's und ihrer Mut⸗ ter Abreiſe verfloſſen, als Auguſt die Nachricht erhielt, Lina ſei bereits mit einem preußiſchen Offtzier verſprochen. Er ſchrieb an ſeinen Freund Hermann nach Heidelberg, er— hielt jedoch keine Antwort; die Urſache eines ſo langen Stillſchweigens war ihm unerklärlich; er ſchrieb nun an Lina und ihre Mutter ſelbſt, bat Letztere, ihm die Hand ihrer Tochter nicht zu verſagen, und ihm zu erlauben, dieſe als Gattin in ſeine Heimath abholen zu durfen; ſeine Briefe blieben unbeantwortet. Er fing nun allmählig an, der ihm gewordenen Nachricht Glauben zu ſchenken und in Lina's Treue Zweifel zu ſetzen. Ein trauriges Leben begann für ihn zu tagen.
Wenn das Schickſal einmal die Menſchen heimzu— ſuchen anfängt, ſcheint es ſich nicht damit begnügen zu wollen,


