Ausgabe 
2.1.1850
 
Einzelbild herunterladen

.

Statt des

*

Einem, ein draver

und dann

Eine

dakrauchen

dakrauchen

ihnachtsbil⸗

Intelligenz Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

MI.

Mittwoch den 2. Jauuar

1850.

DasIntelligenz-Blatt für die Provinz Oberheſſen wird im Jahre 1850, ebenſo wie im Jahre 1849, wöchentlich zweimal (Mittwochs und Samſtags) ausgegeben. DasIntelligenz-Blatt wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats- und Lokalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſerate jeglicher Zeit zur öffentlichen Kenntniß bringen.

Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition, wie bisher, für 1 Jahr I fl. 12 kr., für/ Jahr 40 kr. Bei allen Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen pr. Jahr 1 fl. 24 kr. und pr.

Semeſter 46 kr.

Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr. Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet. Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.

Friedberg.

Die Expedition des Intelligenzblattes.

Stolz und Armuth. Novelle.

Im Jahre 1780 bezog ein junger Mann, welcher ſehr zurückgezogen lebte, die Univerſität zu Oxfort. Er beſaß offenbar nicht viel Vermögen, denn ſeine Kleidung, obgleich reinlich, war doch abgetragen, und er machte nur die allernothwendigſten Ausgaben. Wenige nahmen von William Freeman(dies war ſein Name) Notiz, denn obgleich ſie ſein Talent und ſeine überlegenen Kenntniſſe nicht verkannten, ſahen ſie doch ein, daß ſeine Lage keines wegs eine beneidenswerthe ſei. Er ſchien nur zum Stu diren geſchaffen, hielt faſt mit keinem ſeiner Altersgenoſſen zuſammen und pflegte einſam durch die weitläufigen Gär ten des Kollegiums zu wandern. Ein Anflug von Melan cholie verlieh ſeinem Weſen allerdings etwas Intereſſantes, auch ließ ſich nicht verkennen, daß Sorgen und eifriges Studiren eine bedeutende Einwirkung auf ſeinen Körper geübt hatten, denn ſeine Wangen waren bleich und in ſeinen Augen glühte ein düſteres Feuer. Dennoch war Freeman keineswegs hübſch; ſeine Statur war klein, ja ſchwächlich, nur ſeine hohe Stirn und ein Ausdruck von Intelligenz auf ſeinem Geſichte machten ihn bemerkens werth. Woher er ſtammte, wußte Niemand, vielleicht kümmerte ſich auch Niemand darum. Aber Freeman war ehrgeizig, er war entſchloſſen, durch ſeine einſamen An ſtrengungen Schritt für Schritt die Höhen der Wiſſen ſchaft und des Ruhmes zu erklimmen, bis er endlich den erſehnten Gipfel erreicht.

Der älteſte Sohn von Lord Dalton, Leslie Dalton, hatte häufig durch ſeine freundlichen Ueberredungen den jungen Freeman vermocht, an ſeinen Exkurſionen und Spaziergängen Theil zu nehmen, welche, die Wahrheit zu geſtehen, ſehr unſchuldiger Natur waren. Eine warme Freundſchaft war allmählig zwiſchen den beiden jungen

Männern entſtanden, William verlor viel von ſeinem zu rückhaltendem Weſen und theilte ſeinem Freunde Manches von den hochfliegenden Planen mit, welche er für die Zu⸗ kunft hegte. Dalton lächelte zwar darüber, drückte ihm jedoch die Hand und verſprach ſeine thätige Mitwirkung. Jndeſſen mochte er ihn erheitern wie er wollte, es blieb ſtets ein melancholiſches Weſen bei Freeman vorwaltend und inmitten heiterer Geſpräche entwand ſich oft ein tiefer Seufzer ſeiner Bruſt.

Eines Tages, als die beiden jungen Männer zuſam⸗ men ſpazieren gingen, gelangten ſie in eine Straße, welche Freeman gern gemieden zu haben ſchien. Bald wurden ihre Schritte gehemmt durch eine Stimme, welche um ein Almoſen bat. Es war ein alter Mann mit grauem Haar, ſeine Augen waren halb geſchloſſen, indem er an der Straßenecke ſtand.

Der alte Mann iſt ſtets hier, ſagte Dalton, zu ſeinem Freunde gewandt, nachdem er dem Bettler einen Schilling in die Hand geworfen hatte;doch Freeman, was fehlt Dir? biſt Du plotzlich unwohl geworden?-

Freeman's Antlitz war bleich wie Aſche und ſein gan⸗ zer Körper zitterte wie in Folge einer heftigen innern Bewegung. Er ſchritt ſchnell weiter und druͤckte, zum Zeichen der Anerkennung, ſeines Freundes Hand.

Ich befinde mich jetzt beſſer, Dalton, viel beſſer. Du weißt, wie ſtark ich heute gearbeitet habe. Ich will nach Hauſe, geh Du weiter.

Nicht doch, rede doch nicht, als dächteſt Du mir keine Mühe machen zu dürfen.

Weißt Du, fuhr Freeman fort,daß ich gern in die Felder gehen möchte? Ich glaube, es würde mich er friſchen. Ich will heute nicht mehr ſtudiren.

Einigermaßen verwundert, daß ſein Freund ſeinen Entſchluß ſo ſchnell geändert habe, ging Dalten mit ihm