Ausgabe 
1.6.1850
 
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Löwen⸗Bier.

(830) Sonntag den 2. Juni nehme ich ein ausgezeichnetes Lagerbier, ſogenanntes Löwen⸗

ier aus meinem Felſenkeller in Zapf und lade hierzu alle Freunde ein.

J. Jöckel. Nauheimer Teichhaus.

(8310 Sonntag den 2. Juni iſt auf dem Nauheimer Teichhauſe Harmonie- und Tanz⸗

-muſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet

Henkel.

Schwalheimer Brunnen.

(8832) Sonntag den 2 Juni d. J. Harmonie⸗ und Tanzmuſik mit Reſtauration, wozu ergebenſt

einladet Henkel.

Oſſenheimer Waͤldchen.

(833) Sonntag den 2. Juni findet im Wäld⸗ chen große Harmonie⸗ und Tanzmuſik ſtatt, wozu höflichſt einladet

Aehle.

Selſerbrunnen bei Okarben.

(831) Sonntag den 2. Juni findet bei mir Tanzmuſik, vorgetragen von dem Muſikcorps des königl. preuß. 31. Infanterie⸗Regiments, ſtatt, wozu ich höflichſt einlade.

Carl Muffert.

Einladung.

(835) Zu einem Geld⸗Gaben⸗Schießen, wel⸗ ches ich Sonntag den 2. Juni auf der Wieſe zwiſchen hier und Heuchelheim abhalte,(es gibt 600 Schüſſe, der Schuß koſtet 9 kr., welche ganze Summe auf verhältnißmäßige Gaben ver⸗ theilt wird) lade ich höflichſt ein. 1 Für verlangt werdende Speiſen und Getränke, ſowie für reelle und prompte Bedienung werde ich beſorgt ſein. 5 5 J. Conrad in Reichelsheim.

Zur Nachricht und Beur⸗ theilung.

(836) Der geweſene Lehrer Burk dahier läßt in Nr. 27 dieſes Blattes eine pomphafte Erklärung los, welche der Welt unter andern errungenen Siegen auch verkündigen ſoll, daß mich Gr. Landgericht Butzbach(Referent: Aſſeſſor Dr. Stockhauſen) der Verleum⸗ dung ſchuldig erkannt und beſtraft habe. Dieſe Freudenpoſt ſteht zwar inſoweit richlig, daß allerdings ein ſolches Urtheil mich mit einer Strafe von acht Gulden belegt, allein daſſelbe war gar nicht rechtskräftig geworden, indem ich dagegen die Nichtigkeitsbeſchwerde bei Gr. Hof⸗ gerichte eingelegt hatte. Nicht die acht Gulden ſchmerzten mich, ſondern die Strafe, da ich völlige Unſchuld mit gutem Gewiſſen behauptete.

Der Verlauf war der: Pfarrer Weis⸗ mantel dahier hatte, wahrſcheinlich um ſich zu rechtfertigen, erklärt, die eine von den bekannten Anſchuldigungen hätte ich ihm(Weismantel) erzählt. Geſtützt hierauf erhob Burk gegen mich bezüglich dieſer einen Anſchuldigung die An⸗ klage wegen Verleumdung. Pfarrer Weis⸗ mantel wurde als Zeuge vom Burk benannt und vom Gericht auch zugelaſſen. Pfarrer Weismantel erklärte bei Gericht mir in's Ge⸗ ſicht, daß ich ihm fragliche Mittbeilung auf ſeiner Haustreppe gemacht. Ich ſtellte dieſes entſchieden in Abrede, da ich mich völlig

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ſchuldlos wußte. Pfarrer Weismantel

jedoch beſchwor ſeine Ausſage. Geſtützt hauppt⸗

ſächlich auf dieſe eidlich erhärtete Ausſage

des Pfarrers, für welche, unter Anderem,

noch Unterſtützung geſunden wurde in der von

der Viehmagd des Pfarrers gemachten Aus-

ſage, welche vorgab, einzelne Worte zwar ge⸗

hört zu haben, wiſſe aber nicht auf was ſich

dieſelben bezogen hätten: wurde fragliches

Urtheil gegen mich erkannt. Daß ich mich bei

dieſem Urtheile nicht beruhigen konnte, iſt klar.

Unddie Gerechtigkeit verläßt den Gerechten

nicht, dieſer Wahrſpruch erfüllte ſich auch bei

mir. Denn Gr. Hofgericht zu Gießen hat jetzt folgendes Urtheil erlaſſen:

Urt heil.

Daß das Urtheil Gr. Landgerichts

Butzbach vom 1. Februar d. J.

wieder aufzuheben und Kaspar

Krebs II. von Obermörlen von der

»ihm zur Laſt gelegten Verläumdung

mit Rückſicht auf Art. 304 307

des Strafgeſetzbuchs frei zu ſprechen

und demgemäß von Strafe und Koſten zu entbinden ſei. V. R. W.

Jetzt überlaſſe ich(um mit Burk zu reden) dem Publicum den ſtreitigen Gegenſtand und mit ihm Hrn. Burk und Genoſſen zur Beur- theilung und bemerke nur noch ſchließlich, daß ich für jetzt nicht Gleiches mit Gleichem ver⸗ gelten will, indem ich vorerſt den de. Burk, wegen den in oben genannter Erklärung gegen mich enthaltenen Beleidigungen nicht gerichtlich belangen werde.

Obermörlen den 29. Mai 1850.

Das Schulvorſtandsmitglied Kaspar Krebs II.

Theatrum mundi 837) in Friedberg. Sonntag und Dienſtag: Mondes auf⸗

gang bei Florenz; hierauf: Die Schlacht bei Dresden. Anfang 8 Uhr.

Literariſche Anzeige.

(838) So eben iſt bei C. Bindernagel in Friedberg eingetroffen:

Feierſtunden des Landwirths.

Volksbuch

dem geſammten Bauernſtande Deutſchlands,

ſowie

allen Freunden und Verehrern der

Landwirthſchaft 5 gewidmet von Adam M

vom 30. Mai.

N kr. Neue Louisd'or 111 6 Friedrichsd'or 9983 Holländiſche 10 fl. Stücke 1 Rand⸗Ducaten 5 40 20 Frankſtücke 939 Engliſche Souverains 121 5

Kirchliche Anzeigen für Friedberg.

1. Sonntag n. Trinit. den 2. Juni.

Pfarramtliche Functionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fertſch.

Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Schmid II.

Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Seel. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Sell.

Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Hellwig. ö

Fruchtpreiſe.

DU

29. Mai] 24. Mais 27. Apr.

Gattung. Fried⸗ in, Die⸗ berg J Mainz burg fl. kr. fl. kr. fl. kr.

Waizen pr. Malter] 6 30] 740 6 20

er 72 4 271 5 301 4 Gerſte 7. 7. 3

Sr 2 3 36 2 24

Polizei Taxe fr die Städte Friedberg und Butzbach vom 1. bis 7. Juni.

2 a Fried⸗ Butz⸗ 2 Brod⸗Preiſe. berg.] bach. 8 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 23 2 9 5 3453 33 4 7. 7. 2 2 71 2 Lth. Lth Milchbrod 106 16 Waſſerweck 116 Gemiſchte(Tafel-) Brod 146[ 1 8 Fleiſch-Preiſe. 10 8 1 Ochſenfleiſch f 111 11 2 Kühfleiſch, gemäſtetes 8 Rindfleiſch, gemäſtetes 71 Kalbfleiſch 6 5 gemäſtetes III 6 Schweinenfleiſch 9 49 Hammelfleiſch 8 181 Schaaflleiſch 6 Wurſt v. blos Schweinen 12 12 Bratwurſt 14 14 Schwartenmagen 144 14 Geräucherter Speck 20 118 Schinken 14 14 Dörrfleiſch 144 141 Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 24 18 unausgelaſſen 18 6 Nierenfett 20 18 Hammelsfett 161 16

Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Bender. Krauß.

Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg.

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