2397.
Mein liebes Kind,“ bemerkte diese nun,
unrecht daran, die Bewerbung dieses, Deinen Eltern sehr zu⸗ sagenden jungen Mannes zurückzuweisen. Wir Alle wissen, wie vorzüglich beanlagt Georg Manstein in jeder Beziehung ist, und daß er Dich treu und aufrichtig lieb hat. Sein Herz ist wie
Du thust sehr wird er schon nach Jahresfrist eine angenehme Stellung in einer großen Stadt einnehmen. Was hast Du überhaupt an ihm aus⸗ zusetzen?“—
Hedwig sah voller Entrüstung zum Himmel auf: Das fragte die Mutter auch noch! Georg Manstein mit seinem wenig im⸗ ponirenden Aeußern, und sie, mit ihrer fürstlichen Gestalt, ihn fast überrogend,— ein lächerliches Paar!—„Aber, Mutter!“
Hlauteres Gold— Du wirst nicht zum zweiten Male ein solches welche sich seit einiger Zeit
finden. Gieb den thörichten Ideen,
General Harrison, der neue Präsident der nordamerikanischen Union.
rief sie vorwurfsvoll. Und dann lachte sie und bemerkte über⸗ müthig: g l „Wenn Du mich durchaus hier bei Euch für überflüssig hältst, gedenke ich meinen Schwestern möglichst bald den Platz zu räumen. Es ist wahr: Josephine sieht ganz erwachsen aus und wird be⸗ unruhigend hübsch. Ich setze also meine ganze Hoffnung auf den Major!— Sieh nicht so entsetzt aus, Mamachen— mir sagt's eine Ahnung, daß er unverheirathet ist und wir Gefallen an ein⸗ ander finden werden. Georg ist ja ein lieber, guter Mensch, das
In Deinem Kopfe festgesetzt haben, nicht Raum, liebe Tochter! And ziehe noch eines in Erwägung, ich bitte Dich, Hedchen: Du bist die Aelteste von vier heranwachsenden Töchtern, welche 0 dieselben Ansprüche haben, wie Du.— Unser Vermögen ist nicht tennenswerth, wir haben nirgends Verwandte, die in glänzenden Berhältnissen leben und Euch zu vornehmen Bekanntschaften erhelfen, Euch etwa in die große Welt einführen könnten. Denn dahin geht Dein Sehnen, ich weiß es. An Georgs Seite 1 es Dir bald gestillt werden. Als Intendantur⸗Referendar
——
——
*
.———
7
.
1


