Ausgabe 
7.10.1888
 
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Arm nach dem Speisezimmer. Der Raum war noch mehr be⸗ schränkt worden durch drei mächtig große Reisekoffer, welche man vor einer Weile ins Zimmer geschafft hatte. Paula deutete auf den größten Koffer hin und sagte:darin befinden sich meine Bücher, meine theuersten und liebsten Freunde, welche ich überall mit mir führe, und von denen ich mich nicht zu trennen vermag.

In dem Koffer barg sich in der That eine schöne Bibliothek. Herr Mirewiez wurde immer vergnügter und in der heitersten Stimmung setzte er sich zu Tische, über welchem bereits die Lampe brannte, während auf demselben der ganze Imbiß symmetrisch servirt stand, ein Körbchen mit Weißbrot, französisches Gebäck und ein

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Einquartierung im Kloster.

Teller mit Braten und Schinken. Mirewicz überflog mit einem Blick den Speisetisch, und wiederum bewölkte sich seine Stirn. Unruhig beobachtete er seine Verwandte, um zu erspähen, ob dieselbe nicht spöttisch auf dieses einfache Mahl herabblickte und sich darüber wunderte, in welchen bescheidenen Verhältnissen sie ihren Vetter wiedersah. Paula entfernte langsam ihre Hand schuhe von den Händen, indem sie bedächtig die vielen Knöpfe öffnete und dabei unbemerkt ihre Blicke neugierig über diese Armseligkeit schweifen ließ. Ohne Arg legte Frau Anna die frisch gekaufte Butter in den Napf und kratzte sorgfältig mit dem Messer das durchfettete Papier ab. Herr Mirewicz bemerkte, wie um Paula's Lippen ein flüchtiges Lächeln irrte, und um seine Gattin in den Augen seiner Kousine nicht zu sehr herab⸗ zusetzen, suchte er Letztere schnell in ein interessantes Gespräch zu

verwickeln. Kaum hatten sie jedoch zu sprechen angefangen, da ließ sich aus der Küche, welche neben dem Eßzimmer lag, ein fröhliches Kinderstimmchen hören, bei dessen Klange Anna alles um sich her vergaß, vom Stuhle aufsprang und auf die Thür zueilte. In der Thür zeigte sich ein zweiundzwanzigjähriges

junges Mädchen, welches ein munteres Kindchen von etwa vier Jahren an der Hand führte.

Nun, liebe Anna, rief das Fräulein, noch in der Küche stehend,da bringe ich Dir Deinen Schatz unversehrt nach Hause zurück. Du warst gewiß schon recht unruhig? Allein das schadet Wir waren nämlich

nichts wir haben uns köstlich amüsirt.

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Von Jacobus Leisten.

im Garten und haben das Konzert mit angehört, dann gingen wir zu Helka, welche uns ein paar Blumen schenkte und hierauf

Plötzlich sah sie, daß eine fremde Dame im Zimmer anwesend war und hörte auf zu erzählen. Selbst die kleine Jancia, welche fröhlich der Mama den Blumenstrauß entgegenhielt, schwieg ver⸗ legen.

Die Freundin meiner Frau, Fräulein Josepha Skiwska meine Verwandte, Paulina Verzeihung, Kousinchen Pola Mirewiczowna, stellte der Hausherr einander die beiden Damen vor.

Paula Mirewicz, bitte! sagte die Fremde. angenehm.

Mir sehr

(Fortsetzung folgt.)

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