Ausgabe 
31.10.1886
 
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Hofschauspielerin die reinste Freude ihres Lebens, der armen Schneiderin Würde der gelehrten Frau und Schwiegermutter, die Rechthaberei

ihre Gutthat vergelten zu können und so lange die letztere lebte, ist ihr Frau Frieb eine Freundin und Helferin geblieben. Vom Jahre 1853 ab gehörte sie dem königlichen Hoftheater

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der temperamentvollen Bürgerfrau und die drastische Komik einer Emanzipirten oder einer derben Wirthschafterin in den kräftigsten Farben zu schildern wußte, so glücklich traf sie auch den innigen,

zu Berlin ständig als Mitglied an, und wurde eine Zierde und mütterlich-zärtlichen Gemüthston als Daja imNathan, als Bärbele

Frühreife Trauben!

Stütze dieses Instituts. Im Verein mit Theodor Döring hat sie einer ganzen Reihe von deutschen Lustspielen zu glänzendem Erfolg verholfen. Wer die Beiden zusammen imStörenfried oder in denDienstboten oder imgeheimen Agenten, inKaudels

Gardinenpredigten ihre humoristischen Glanzrollen spielen sah,

der muße sich sagen, daß man Lustspielrollen einen feineren geistigen Reiz und eine mächtigere Wirkung nach der heiteren Seite hin kaum zu geben vermöge. Aber wie die Frieb in allen humoristischen Charakterrollen die komische Grandezza der Aristokratin, die beleidigte

imLorle und vor allen Dingen als Märchentante im gleichnamigen Schauspiel von Gensichen. Die letztgenannte Rolle schuf sie noch in ihren letzten Lebensjahren, und es ist ein Beweis für ihre geistige Frische und ihre glühende Kunstbegeisterung, daß sie an der Grenze der siebzigerz Jahre diese Rolle mit einer Hingebung und Innigkeit des Tons darstellte, die alle Zuschauer auf das Tiefste bewegte.

Frau Frieb errang bekanntlich während ihrer dreiunddreißigjährigen

Wirksamkeit im königlichen Schauspielhause eine Popularität und Beliebtheit, wie sich deren außer ihr nur Döring rühmen konnte.

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