Ausgabe 
29.8.1886
 
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Martina, Sie ahnen, Sie wissen daß ich das Buch nahm?

Ich sah, daß eine fremde Hand es berührt hatte.

O, vergeben Sie!

Es giebt Dinge, die ein Mädchen niemals vergiebt hören Sie wohl, niemals leben Sie wohl!

Sie wandte sich zum Gehen; er stürzte ihr nach und ergriff ihre Hand.Sie dürfen nicht gehen, so nicht, nicht bevor Sie mich gehört haben; jetzt ist das Siegel gelöst, mag kommen was da wolle, ich muß muß reden und Sie müssen mich hören.

Sie war stehen geblieben; seine Stimme, die so geliebte Stimme, redete so überzeugend und doch Er bemerkte ihr Schwanken.

Bleiben Sie, Martina, bat er,wenn Sie mich gehört haben, dann gehen Sie und verdammen mich, wenn Sie's dann noch können. Ich hatte von Tag zu Tag hingelebt, in dem Glück Ihrer Nähe nur an die Gegenwart gedacht, und hatte mich nicht gefragt, was es war, was mich so tief beseligte vielleicht weil ich die Antwort fürchtete und nur glücklich sein, nicht weiter denken wollte. Da, als ich an Ihrer Verwirrung erkannte, daß jenes Buch ein Geheimniß Ihres Herzens enthielt, tauchte jäh der Gedanke in mir auf, Sie könnten Weber lieben, weshalb nicht, er verdiente Ihre Liebe tausendfach. Und wie die wahnsinnige Eifersucht, nur bei der Möglichkeit, mich überfluthete, wußte ich auf einmal, was ich mir so lange verhehlt, daß ich Sie liebte, heiß, leidenschaftlich, unaussprechlich! Ich mußte Gewißheit haben, ich ergriff das Buch und fand, was mich unendlich selig machte und mich doch zugleich auf immer von Ihnen verbannte, denn der Mann, dem das un sägliche Glück zutheil wurde, von Ihnen geliebt zu sein und der doch nicht wagen durfte, das höchste Geschenk aus Ihrer Hand zu begehren, der durfte Sie nicht wiedersehen. O, Martina, ich hoffte und fürchtete zugleich, daß Sie mich, wenn ich so verschwand, als ein Unwürdiger, der Ihrer Liebe nicht werth war, vergessen,

verachten würden, und nun o, Martina, sagen Sie mir das

Eine: haben Sie um mich geweint? Einen Augenblick zögerte sie, dann sagte sie, tief aufathmend: Ich bin zu stolz zu lügen ja.

Geliebte, Einzige, glauben Sie es jetzt, daß ich Sie liebe, daß ich namenlos gelitten habe, während ich Ihnen fern blieb?

Sie wandte sich um und erhob einen Moment die Augen zu ihm.Und weshalb blieben Sie weg? kam es leise, wie ein Hauch über ihre Lippen.

Weil ich o, Martina, weil ein ungewisses Loos über mir schwebt, ein Verhängniß, die Möglichkeit, daß ich einmal nicht mehr der bin, der heute vor Ihnen steht, sondern ein armer, nichts be⸗ sitzender Mann. Deshalb muß ich unvermählt bleiben, darf ich des geliebten Mädchens Schicksal nicht an das meine binden.

Es ging wie ein helles Leuchten über ihr Gesicht.Und das ist Alles? O, Sie thörichter Mann, so gering von eines Mädchens Herz zu denken! Liebe ich denn Ihren Namen, Ihre Stellung, Ihr Vermögen? Bleiben Sie denn nicht mit und ohne dies derselbe?

Martina, Theure, Geliebte!

Gehen Sie, ich sollte Ihnen zürnen und kann es doch nicht, weil ich so glücklich bin.

So mag denn kommen, was da will, ich liebe Sie, liebe Sie, Martina und will nichts denken und fühlen, als das Eine! rief er außer sich und bedeckte ihre Hände mit Küssen.Trostlos kam ich her und reich, überreich und selig kehre ich heim.

Auch ich, sagte sie mit strahlendem Lächeln,Sie böser, lieber Mann.

Und doch Sie müssen Alles

Sie schüttelte lächelnd den Kopf. daß Sie mich lieben.

Doch Frau von Hartwitz muß es erfahren, ihr muß ich Alles sagen, vielleicht urtheilt diese anders als Sie.

Das Lächeln schwand nicht von Martina's Lippen.Sorgen Sie nicht, ich kenne meine Tante. Und nun leben Sie wohl.

Sie hatten Beide nicht darauf geachtet, daß die dunkeln Wolken unterdeß heraufgekommen waren und allmählich den ganzen Himmel bedeckten und nun rauschte plötzlich ein gewaltiger Regen, von heftigem Winde gepeitscht, herab. b

um Gotteswillen, so dürfen Sie nicht nach Hause, rief Heddenheim,ich bringe Sie in meinem Wagen nach Ornshagen.

Nein, nein, wehrte sie ab,nicht mit Ihnen, jetzt nicht.

So fahren Sie allein, ich warte hier.

wissen, Martina. Nichts will ich wissen, als

Bewahre, schlug sie auch das ab, sollte mir ein bischen Regen schaden!

Sie hüllte sich fest in ihren Mantel. Adieu, bis morgen.

Bis morgen.

Sie sahen sich an, und nun plötzlich lagen sie sich in den Armen und ihre Lippen fanden sich in einem heißen Kuß. Der Wind heulte um sie her und der Regen strömte auf sie nieder. Sie riß sich los.

Er ist gekommen in Sturm und Regen, jauchzte sie. wohl.

Lebe wohl. N

Mit raschem, elastischem Schritt ging sie die Schlucht entlang. Er blieb stehen, so lange er die geliebte Gestalt noch sehen konnte, als sie hinter dem Berge verschwand, wandte er sich zum Gehen. Nach wenigen Minuten hatte er seinen Wagen erreicht und fuhr heimwärts, in wie anderer Stimmung, als er vor einer Stunde denselben Weg zurückgelegt hatte. Die herbstliche Landschaft, die ihn zuvor an Sterben und Verlieren gemahnt, dünkte ihn nun ein Bild unaussprechlicher Schönheit, in Farbenglanz und Lieblichkeit getaucht.

Später, als sich der Sturm des Empfindens in ihm sänftigte, kehrten auch die Kämpfe wieder; hatte er nicht doch unrecht ge than, von dem zu lassen, was er so lange für Recht und Pllicht gehalten? Was war denn nun anders geworden, als daß der ge liebte Mund es ihm selbst ausgesprochen, was er schon gewußt! Vielleicht freilich brach das Gefürchtete nie über ihn herein und wenn hatte Martina nicht gelächelt über seine Bedenken, war sie nicht stark und gut und würde mit ihm tragen, was dann kam? und die Liebe mußte ja auch das Schwere leicht machen, so wollte er nichts als glücklich sein..

(Fortsetzung folgt.)

ich bin wetterfest, was

So, ich bin's gewöhnt.

Lebe

ii Novelle von Frida Schanz. (Fortsetzung.)

IV.

Die Oede und Leere, die noch lange Zeit seit des blonden Knaben Abreise aus dem Kloster den einsam gebliebenen Silas um⸗ fing, lenkte dessen Gedanken zu der Erkenntniß, wie sehr er noch immerMensch sei und wie auch der in Gott versenkteste und vertiefteste Geist dem hold schmeichelnden Zauber der Welt, wie er ihn selbst in Gestalt des geliebten, jungen Freundes beschlichen hatte, unbewußt zugänglich sei und bleibe, so lange die körperliche Hülle ihn umfange.

So traf er seine Träume, die dem Geschiedenen in die Ferne folgten, wieder und wieder auf den irdischen Bahnen, die er so lange gemieden hatte, und in einer Art von Erbarmen gegen sich selbst gönnte er seinem Denken den erdwärts gerichteten Flug. Zu seinem eigenen Trost gewahrte er, wie dieses Näherrücken an das Vergängliche sein inniges, kindliches Verhältniß zu dem Herrn nicht trübte, wie er vielmehr das Walten Gottes besser und tiefer ver stand, jemehr er es mit der Welt in Einklang und Zusammenhang zu rücken strebte.

Als belächelnswerthe Thorheit aber drängte er den Wunsch zu⸗ rück, der ihm bei Wilram's Botschaft wie ein übermüthiger Lenz falter den ernsten Sinn umflatterte. Die Lust, des Gehringer's Einladung zu befolgen und Franz wiederzusehen, kam ihm schier übermächtig an's Herz, und er mußte einen wahren Strom auf; quellender Gedanken zurückdrängen, bis er die traurige Antwort fand, daß er nicht mehr in die Welt passe. Seiner Sehnsucht nach dem Entfernten stellte er die heimliche Hoffnung entgegen, daß dieser wohl selbst einmal den Weg zu dem treuen Herzen seines Pflegers zurückfinden werde.

Statt des Stillerhofften klopfte aber in längeren und kürzeren Zeitabschnitten nur dessen fröhlicher Knappe mit immer neuer, immer dringlicherer Bitte wieder an die Thür des Mönches, der sich über die treuherzigen Berichte desselben zwar immer von Neuem innig freute, den beharrlich wiederholten Einladungen nach der Burg aber stets denselben sanften und bestimmten Bescheid entgegensetzte. Es schien, als habe Franz wirklich den Pfad zum Kloster vergessen oder

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