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„Du träumst nicht, geliebte Ellinor,— ja, ja, könnte ich Dich wie jetzt an meine Brust drücken, mein Leben lang,“ rief er in namenloser Wonne und ritt mit ihr in den Hof von Mandsfelt ein.
Lindner, der die Nacht durchwacht hatte und ängstlich die Rück— kehr seines Neffen erwartete, kam eiligst an die Hausthüre; die Kammerjungfer, die Köchin, alle Hausbewohner, die in fieberhafter Spannung Tag und Nacht auf eine Nachricht gelauert, sie wurden Alle durch den Trab des Pferdes um drei Uhr Morgens herbeigelockt, eine wichtige Nachricht zu
Zurg Mheinstein. „An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein, Mein Sohn, ich rathe Dir gut, Da geht Dir das Leben so wonnig ein, Da wallt Dir so feurig das Blut.“ Diese Warnung des Dichters hat noch keinen Menschen vom Rhein zurückgeschreckt, denn sie ist im Grunde eine freundliche Ver— heißung. Wer nicht den
hören.„Er bringt sie zurück,— er hält Fräulein Ellinor,“ riefen sie freudig durcheinander und dräng⸗ ten sich an das Pferd und streckten die Arme aus, die Gerettete zu em⸗ pfangen. Otto wollte sie in die freudig emporge⸗ hobenen Arme des Vaters legen; die frohe Ueber— raschung aber war zu viel für Lindner's geschwächte Gesundheit, derselbe sank bewußtlos in die Arme eines Knechtes.
Ellinor war einige Wochen lang sehr krank, und als sie zum ersten Male in der lauen Früh⸗ lingsluft durch den Garten ging, da strahlte ihr Gesicht von einer wunder⸗ baren Freude,— Otto, ihr Geliebter, ihr Ver— lobter führte sie und flüsterte ihr Worte zu, die den Himmel vor ihr öffneten. Sie blieb ein ganzes Jahr Otto's Braut, das hatte sich der Vater, der sich so schwer von seiner Ellinor trennen konnte, erbeten. Sie hatten aber beschlossen, daß keine lange Trennung zwischen ihnen liegen dürfe; der Vater hatte eingewilligt, daß er den Winter immer bei seinen Kindern in Ar— münde zubringen werde.
Und als wieder ein Mai kam, da wurde eine schöne stille Hochzeit in Mandsfelt gefeiert. Eduard van Mossel sah mit ruhigem, friedliche Blick auf das schöne Paar, und als die holde Braut verschämt kam, um Abschied von ihm zu nehmen, schloß er sie in seine Arme und drückte einen innigen Kuß auf ihre Stirne.„Gott behüte und beschütze Dich, mein Kind,“ sagte er weich;„vergiß nicht, daß Du keinen treuern Freund hast, als den Onkel Eduard.“
Von Georg Lindner und seinem Verwalter ist nie wieder eine Spur gefunden worden; das verschuldete Lengen fiel dem Baron von Berschau zu.
Burg Rheinstein.
Vorzug besitzt, im Rhein⸗ thal geboren zu sein, dem wird beim Anblick dieses mächtigen Stromes die Seele weit. Kein Strom der Welt hat so schöne pittoreske Ufer, als der Rhein und keine Strom⸗ ufer der Welt sind mit so poetischen Sagen und Geschichten umwoben, als jene des Rheins. Kaum hatten die Römer die Alpen überschritten, so dehnten sie ihre Er⸗ oberungszüge auf das weite Rheinthal aus und suchten hier ihre Herr— schaft zu befestigen. Dar⸗ um finden wir von den Tagen der römischen Welt— herrschaft ab bis zur Ge— genwart die steinernen Marken aller Jahrhun— derte an den Ufern des Rheins. Vom Römer⸗ kastell bis zum Sieges⸗ denkmal auf dem Nieder⸗ wald sind uns Baudenk— male aus allen Jahr⸗ hunderten erhalten und diese Kirchen und Ka— pellen, diese Burgen und Schlösser, diese Thürme und Königsstühle reden eine gewaltige und er— habene Sprache, denn im Rheinthal vollzogen sich gewaltige Umwäl— zungen und weltgeschicht— liche Thaten. Als die schimmernde Krone des Vater Rhein möchte ich Bingen bezeichnen, dessen Schönheit in den Liedern fast aller Kulturvölker ge⸗ priesen wird und in dessen ruinen-geschmückten Um⸗ gebung sich dereinst ge— waltige Ereignisse voll⸗ zogen haben. Auf einer Anhöhe, dicht beim Städtchen, liegt jene Burg Klopp, auf welcher einst der schwarze Heinrich seinen eignen Vater, den Kanossa⸗ gänger Heinrich IV., in's düstere Burgverließ hinabwerfen ließ. Ueber dieser schauerlichen Gruft, in der einst ein greiser, ge— brochener Herrscher nach furchtbaren Kämpfen den schnödesten Ver— rath des eignen Sohnes beklagte, steht jetzt eine Aeolsharfe und wenn der Abendwind durch die Halle weht und die Saiten der Harfe leise aufrauschen läßt, so ist es, als ob die Geister der Ver⸗ storbenen noch einmal ihr Flehen, ihr Seufzen und Klagen in weichen, rührenden Tönen wiederholten. Bingen gegenüber liegt das mit Reben gesegnete Rüdesheim und die mächtige Brömser⸗ Burg am Ufer des Stromes, deren Quadern den Fluthen des Rheins und den Stürmen der Zeit im Laufe dieses Jahrtausends so oft


