Ausgabe 
25.7.1886
 
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mit jener Heirath nicht zufrieden sei, um so schlimmer für sie, seine Tochter verdiene es, mit offenen Armen in einem Hause aufgenommen zu werden, und anders würde er ihre Hand niemals Jemandem gewähren.

Und Mario mußte sich darein fügen, fern von seinem geliebten Mädchen zu bleiben, indem er nur hoffte, daß die Zeit die Exeig nisse klären werde.

Diese Ungewißheit machte Valeria sehr traurig, und oft, wenn

Ein Freund der Plastik.

sie in ihre Arbeit vertieft war, rannen ihr die Thränen aus den

Augen und trübten ihr den Blick; es schien ihr sehr seltsam, aber

seit dem Augenblick, wo Mario nicht mehr in ihr Haus kam, dachte sie viel mehr an ihn, wie früher, und mit Hülfe des Nachdenkens

in ihrem kleinen Kopfe und mit jener Divinationsgabe, die verliebte

Mädchen beinahe immer haben, hatte sie bald Alles errathen, ohne daß Mario ihr etwas schrieb oder sagte. Aus einigen verstreuten Worten, aus einigen nicht damit übereinstimmenden Handlungen

hatte sie sich eine Art von kleinem Roman aufgebaut und war voller

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Hoffnung, weil sie ganz sicher war, daß ihre Vorahnung sie nicht täuschen konnte. Eines Tages hatte sie z. B. zu ihrem Vater gesagt: Wie lange ist's schon her, daß sich Herr Mario nicht mehr sehen läßt? Er aber hatte erwidert: f Darüber bin ich sehr froh, wo junge Mädchen sind, da ist's ö

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besser, wenn nicht zu viel junge Leute aus- und eingehen. Ein ander Mal war sie mit folgenden Worten herausgekommen: Ich weiß nicht, was Frau Klara mit mir hat; wenn sie mir begegnet, sieht sie nach der anderen Seite, um mich nicht zu grüßen. Und ihr Vater hatte ausgerufen: Dabei ist nichts zu verwundern, das ist so eine Hochmüthige! Und dabei fuhr Mario damit fort, immer vor ihrem Hause vorüber zu gehen, und sah immer in die Höhe, wie wenn er den Himmel um Rath fragen wolle, und doch hob sie niemals die