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Elenden auftreten zu können, war ihm kein Opfer zu groß, gab er mehr als einmal willig seine eigene Existenz preis. Krchmann war am 5. November 1802 in Schafstedt bei Merseburg
geboren; er studirte seit 1820 erst in Leipzig, dann in Halle die Rechte.
Nachdem er als Auskultator und Referendar bei den Gerichten in Magde—
burg gewirkt hatte, wurde er 1829 Assessor am Oberlandesgericht in Naum⸗
burg, 1834 Kriminalrichter und Kreisjustizratb in Halle, 1835, Direktor des Land⸗ und Stadtgerichts in Querfurt und 1840 in Torgau. Bei der Ein⸗ führung des mündlichen Strafverfahrens wurde er 1846 zum ersten Staats⸗ anwalt bei dem Kriminalgericht von Berlin ernannt.
In dieser Stellung lenkte Kirchmann zuerst die allgemeine Aufmerk⸗ samkeit auf sich. In wahrhaft idealer Weise verwaltete er sein schwieriges und verantwortliches Amt; ein ernster und strenger Denker, arbeitete er sich in die Seele der Angeklagten hinein, hob nicht nur hervor, was sie belastete, sondern auch, was sie entlastete, war unermüdlich, jeden Widerspruch klarzulegen, den er zwischen Gesetz und Recht entdeckte Gezwungen durch das Gesetz, einen Strafantrag zu stellen, rechtfertigte er in einem Falle das moralische Recht des Angeklagten so glänzend, daß derselbe ihm mit Thränen der dankbaren Rührung die Hand küßte.
Diese Gewissenhaftigkeit und Unparteilichkeit machten den Namen Kirch⸗ maun's in den weitesten Kreisen des Volkes beliebt und er wurde im April 1848 von einem Berliner Wahlkreise in die Nationalversammlung gewählt. Hier schloß er sich dem linken Centrum an. Aber selbst dem liberalen Ministerium Camphausen⸗Auerswald war dieser Staatsanwalt zu— liberal. Namentlich als er auf die vielseitigsten Anforderungen, gegen die freisinnige Presse einzuschreiten, mit einer öffentlichen Bekanntmachung autwortete, in welcher er ausführte, nachdem einmal die Preßfreiheit gewährleistet sei, könne dem Ansinnen, gegen die Zeitungen einzuschreiten, durchaus keine Folge gegeben werden, insofern die Tagesblätter nicht unmittelbar zu An⸗ griffen auf Personen oder zur Verletzung des Eigenthums aufforderten.
heoretische Untersuchungen der Journale, möchten sie auch in der Erörterung der Regierungsformen oder der Eigenthumsrechte noch so weit gehen, seien der Autorität des Staatsauwaltes entzogen. Gegen die Erzeugnisse des Geistes, selbst die böswilligsten, gebe es keine andere Waffe, als die des Geistes.„Gegen die Unwahrheit giebt es nur ein Mittel, nämlich sie zu widerlegen... Aufrührerischen Theorien wird der gesunde Volkssinn stets widerstehen... Wer Preßfreiheit will, muß auch ihre Mißbräuche zu er⸗ tragen wissen.“
Ein Mann von so freimüthigen und gesunden Ansichten schien selbst dem Ministerium Auerswald⸗Camphausen sowohl als Staatsanwalt, wie als Abgeordneter unerträglich; er hörte auf, das eine wie das andere zu sein, indem er als Vizepräsident an das Oberlandesgericht in Ratibor be⸗ fördert wurde. Indessen wenigstens sein Mandat gewann er schnell wieder; schon im Juli 1848 fandte ihn der Kreis Tilsit in die Nationalversammlung zurück. Der Gang der Dinge führte ihn mehr und mehr der Linken zu; bei der Steuerverweigerungsvorlage war er Berichterstatter und seit dieser Zeit blieb er einer der Bestgehetzten der Reaktion, welche ihre Wuth ja mit besonderem Nachdruck gegen die hervorragenden Justizbeamten der libe— ralen Seite, wie Waldeck, Temme ꝛc. richtete
Bereits im Fahre 1850 erlitt Kirchmann eine dreimonatliche Suspension von seinem Amte, weil er die Untersuchung gegen den Grafen Reichenbach wegen dessen Theilnahme am Stuttgarter Rumpfparlament abgelehnt hatte. Da man aber keinen auch nur halbwegs triftigen Vorwand finden konnte, ihn aus seinem Amte zu entfernen, quälte man ihn so lange durch klein⸗ liche Chikanen, bis er 1853 um einen fünfjährigen Urlaub einkam, der ihm 1858 auf weitere fünf Jahre verlängert wurde. Kirchmann wandte sich hierauf nach Dresden, kaufte sich in der Nähe desselben ein kleines Gut und widmete sich landwirthschaftlichen Arbeiten, sowie philosophischen Studien. Im Jahre 1861 wählte ihn Breslau ins preußische Abgeord⸗ netenhaus, in welchem er sich fortan als hervorragendes Mitglied der Fortschrittspartei an allen bedeutenden Verhandlungen rege betheiligte. In sein Amt trat er 1863 zurück, aber der Haß der Reaktion war durch zehn
Jahre nicht gebüßt. Sofort begannen neue Chikanen, bis Kirchmann 1867
wegen eines im Berliner Arbeiterperein gehaltenen Vortrags über die Be⸗ völkerungslehre dex englischen Nationalökonomie, insbesondere John Stuart Mills, dieziplinarisch angeklagt und ohne Pension seines Amtes entsetzt wurde. Ueber die Ungeheuerlichkeiten dieses Disziplinarverfahrens können wir hier nicht eingehender berichten; es genügt zu sagen, daß es zwar glück⸗ licher Weise nicht zu den tragischsten, aber wohl zu den groteskesten Aus⸗ brüchen reaktionärer Verfolgungssucht zählt. 5 5
Kirchmann ging mit der lächelnden Verachtung des Weisen über diese Verfolgung hinweg; er widmete den glücklichen und heiteren Abend seines reichen Lebens theils parlamentarischen, theils philosophischen Arbeiten. Am 20. Oktober 1884 endete er bei hohem Alter sein wohlverbrachtes Lebens- werk. Wer zur Freiheit und zum Volke steht, bewahrt dem geistvollen und liebenswürdigen Menschen, dem charaktervollen und uneigennützigen Politiker, dem tiefen und vielseitigen Gelehrten ein dauerndes und ehrenvolles Andenken.
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Die Rache Palamedo's. Im Jahre 1703 wurde der Sproß einer aus— gezeichneten spanischen Familie, der sich durch Muth und Tapferkeit selber ausgezeichnet hatte, Don Ramiro d' Aguilar, zum Gouverneur von Potosi ernannt. Zu diesem Posten fehlte dem strengen Soldaten eins, Kenntniß des Landes und seiner Bewohner. Sehr bald bemerkte er, wie die Disziplin gesunken sei, und er beschloß, dieselbe wieder herzustellen. So erließ er das Verbot, die Soldaten sollten sich das Gepäck nicht durch Indianer nach— tragen lassen, zweihundert Ruthenstreiche hätte der zu erwarten, der gegen seinen Befehl handele. Dennoch geschah dies, und er überraschte einen zweiundzwanzigjährigen Sergeanten von ungewöhnlich kräftigem Körper, dem bei einein Nachtmarsche zwei Indianer seine Waffen und sein Gepäck trugen. Don Ramiro ließ ihn verhaften, und der Büttel wurde unterrichtet, nach
zwei Tagen die Strafe auszuführen. Als der junge Mann, Palamedo mit Namen, den Ernst sah, flehte er um Schonung; aber Aguilar wollte ein Beispiel hinstellen, und umsonst wurde er selbst von Offizieren bestürmt, Milde walten zu lassen. Vergebens stellte man ihm vor, daß Palamedo aus einer wohlhabenden Familie stamme und es eigentlich nicht nöthig habe, das Waffenhandwerk zu treiben. Diese Vorstellung bestärkte den Gouverneur nur in seiner Strenge: die Strafe wurde vollzogen. Am folgenden Tage war Palamedo aus Potosie entwichen; man erzählte jedoch dem Gouverneur, daß jener ihm Rache geschworen. So lange Don Ramiro die Macht in Potosi besaß, börte man von dem Andern nichts, kaum jedoch wurde er von seinem Posten entbunden(1710), so fanden sich Spuren des Gepeitschten in der Nähe Aguilar's, die diesen ungemein beunruhigten. Er reiste nach Los Reyes. Kaum angekommen, sah er Palamedo. Er ging nach Guito, sein Ziel ängstlich verbergend(Guito liegt von Los Reyes 400 Stunden Weges); nach zwei Wochen war Palamedo in Guito. Don Ramiro wurde von Angst befallen, er floh nach Cusco. Auch dahin folgte ihm der Ge⸗ stäupte. Aguilar fühlte sich mit Degen und Dolch nicht mehr sicher, er legte sich ein Panzerhemde an und verschanzte förmlich sein Haus. Wenn er ausging, folgten ihm drei bis an die Zähne bewaffnete Diener. So vergingen vier Wochen, da berichteten Ramiro's Spione, Palamedo habe Cusco verlassen. Jener athmete auf. Zwei Tage darauf ging er in seinem Garten spazieren. In einem abgelegenen Theile desselben stieß er plötzlich auf seinen Feind, der sich auf ihn stürzte und ihn zu Boden warf, ehe der
Ueberfallene sich seiner Waffen bedienen konnte. Aguilar wußte, daß er auf
kein Erbarmen rechnen konnte, somit bat er nicht um sein Leben, sondern rief um Hülfe. Da erwürgte ihn Palamedo. So trafen ihn die herbei⸗ eilenden Diener, die ihn überwältigten und ihm dem Gericht übergaben. Vor demselben äußerte er:„Ich häkte mich retten können; aber es liegt mir an meinem Leben nichts mehr. Dasselbe hatte für den Gestäupten und Entehrten nur Werth, um die Rache zu vollenden. Das ist geschehen.“ Das Urtheil lautete auf Tod, dem er lächelnd entgegenging. W. G.
Zwei Trinker. Zur Zeit Friedrichs III. von Dänemark war das Zu⸗ trinken allgemeine Hofsitte, der sich Jeder fügte. Trunk Fremden gebracht, die oft nicht mehr stehen konnten, wenn die Tafel aufgehoben wurde. Auch an dem polnischen Magnaten Boguslav Sternitzki, Woywode von Ploczk, hatten sich die dänischen Herren gerieben; aber es war Keiner zu finden, der es mit den Sarmaten hätte aushalten können. Vergebens wurde das ganze Heer durchforscht, ob unter den Offizieren einer wäre, der es mit diesem Wein⸗Herkules aufnähme. So Viele kampfmuthig in die Schranken sprengten, Jeder hatte bisher hinausgetragen werden müssen.„Das ist eine Schande für Dänemark, wenn dieser Pole Sieger bleibt!“ rief der König. Man wandte nun die Augen auf das Volk und entdeckte einen Schmied, dessen Name uns leider nicht aufbewahrt ist, der aber ein gewaltiger Trinker war. Der wurde nun in Hoftracht gesteckt und mit der Sitte vertraut gemacht, zu der nur die beiden französischen Worte:„à Vous“ nöthig waren. Der Abend kam, der Schmied war neben den Polen gesetzt.„& Vous!“ rief Sternitzki und leerte seinen Pokal, der eine Flasche Wein enthielt.„A Vous!e antwortete der Schmied und kam dem Andern nach. Bald hatte Jeder sechs Flaschen geleert, da wurde dem Dänen dieses Zutrinken zu langweilig. Er deutete auf einen Kübel, in dem man vier Flaschen kühlte, und befahl, ihn mit Rheinwein zu füllen. Er setzte das Gefäß an und trank es aus.„Noch einmal,“ kommandirte er. Es geschah, und er reichte den Kühler dem Woywoden:„A Vous!“ Bo⸗ guslav setzte gleichfalls an und zog und zog— aber die Bowle war zu groß. Mit einem Seufzer sank er auf seinen Stuhl und dann unter den Tisch. Am folgenden Tage verließ er beschämt Kopenhagen. W. G.
Die Verwandtschaft. Um die Geburt des schwedischen Kronprinzen, des späteren Königs Gustav IV. Adolf, zu feiern, ließ der Gesandte am Kopen⸗ hagener Hofe, Sprengborten, dem dänischen Volke einen riesigen Ochsen braten. der dann durch die Straßen gefahren wurde. Um sich den Zusammenlauf in Ruhe anzusehen, hatten sich zwei junge Kaufleute in einen Wagen gesetzt, der dem gebratenen Rindvieh dicht folgte. Hin und wieder mußte der Zug der Menschenmenge wegen halten. In solch einer Pause sprang ein Ma⸗ trose auf den Wagentritt und rief:„Wie nahe seid Ihr mit dem Todten verwandt? Es muß sehr nahe sein, da Ihr das erste Gefolge bildet.“
W. G. „Eine gute Schule und eine richtig gehende Uhr,“ pflegte Karl V. zu sagen,„sind die Zeichen einer guten Polizei in einer Stadt. Die Schule leitet zun Ordnung an, und eine richtige Uhr erhält in derselben.“ .
Der englische Dichter Dryden speiste mit dem Herzoge von Buckingham, dem Lord Rochester, dem Grafen Dorset und noch anderen vornehmen Herren. Nach einigen flüchtigen Debatten kam man auf die Schreibweisen, und Jeder wollte den besten Stil schreiben.„Wir wollen uns sogleich ver⸗ suchen,“ bemerkte Dorset,„und Dryden wird der Preisrichter sein.“ Dieser nahm auch das Ebrenamt an und Jeder schrieb einen Satz, den er mit feinem Namen unterzeichnet in eine Schale legte. Als nun Dryden die Zettel durchflog, erklärte er, daß er Vieles 3 8 09 das der höchsten Aus⸗ zeichnung werth wäre, aber die Schrift Dorset's sei nach seiner Meinung das Vorzüglichste von Allem, was vor ihm liege. Mit den Worten stockte er das Papier in die Tasche.„Und was steht auf dem Zettel?“ riefen Buckingham und Rochester wie aus einem Munde.—„O, die Quintessenz aller Gelehrsamkeit. Hören Sie:
„Ich verspreche, an John Dryden oder dessen Ordre die Summe von 500 Pfund Sterling auszuzahlen. Dorset.“ W. G.
Vorzüglich wurde der
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