5 N und für sie nur Pflichten, Leiden und Schmerzen schuf. Damals der Residenz des kleinen deutschen Herzogthums? Frank war der fühlte sich der Mensch noch dem Thiere näher, war sich noch bewußt, Familienname meiner Mutter. Ich hatte ihn in Amerika an— daß er wie jenes aus Eines Schöpfers Hand hervorgegangen sei, genommen, nachdem mein Vater sich von mir losgesagt hatte. daß Beide der Hauch Gottes ins Leben rief. Während meines langjährigen Aufenthalts 55 den Vereinigten
Acht Jahre war ich in den Vereinigten Staaten, als mich eine[Staaten hatte ich nur zweimal Nachricht aus der Heimath erhalten durch meinen Freund, den
Postmeister. In dem ersten
Briefe, den ich ein Jahr nach
meiner Ankenft drüben erhielt,
theilte er mir mit, daß des
Herzogs Adjutant wenige
Monate nach meiner Flucht
meine frühere Braut heim⸗
geführk habe. Der alte
Kommerzienrath habe seinem
Schwiegersohn als Hochzeits—
geschenk ein Rittergut gekauft,
die alte Kommerzienräthin aber sei vor Freude und
Hochmuth närrisch geworden.
Iduna scheine auch ganz
glücklich. Sie sei auf allen
Hofbällen die gefeierte Schön⸗
heit, mache ein großes Haus
und dergleichen mehr. Ich lächelte über diese Geschich ten.
Sie kamen mir so komisch,
so wunderlich vor. Ich ver—
stand sie kaum mehr, hier in— mitten des großen, freien
Lebens einer jungen Nation,
die nicht auf ihrem breiten
Rücken die Vorurtheile und
überlebten Kastenunterschiede
des alten Europa mit sich herumschleppte, wo nur der
Mann aus eigener Kraft galt.
Dann aber schrieb er mir
Folgendes:(Der Erzähler las
die Stelle uns aus einem
Briefe, den er seiner Brust—
tasche entnahm, wörtlich vor.)
„Deine einstige Verlobte, die
jetzige Baronin Iduna von
Grüner, hat mit ihrem Manne
uns verlassen und ist nach
Berlin übergesiedelt. So viel
ich höre, ist ihre Ehe jetzt
sehr unglücklich. Ihr Mann ist ein wüster Geselle, der jetzt, nachdem auch sein Schwieger— vater gestorben, seinen früheren Neigungen, die ihn schon sein eigenes Vermögen vergeuden ließen, ungescheut fröhnt. Er hat kostspielige Liebschaften mit Frauenzimmern, die ihn aussaugen, er spielt, er ist bei allen Wettrennen, kurz, selbst das Ve e des
Kommerzienraths würde für
seine Passionen nicht aus—
reichen, wenn dieser nicht in seinem Testamente die für— sorgliche Bestimmung getroffen hätte, daß der Baron, so lange Iduna, oder unmündige ite Sehnsucht nach der deutschen Heimath überfiel. Ich Kinder aus seiner Ehe mit derselben leben, nur einen Theil des 0 hatte in den letzten Jahren Glück gehabt, mir soviel erworben, daß Zinsgenusses haben, und erst nach deren etwaigem Tode in den 9 ich im alten Vaterlande als freier und 10 500 hängiger Mann leben vollen Besitz und Eigenthumsgenuß treten solle. Kinder sind aus e 9 konnte. Die Zeit war eine andere geworden. Ich glaubte jenen[der Ehe nicht vorhanden, was noch ein Glück für die arme Iduna Steckbrief, der hinter mir herlief, in Verhessenheit gerathen und 0 die mir trotz alledem sehr leid thut. Sie ist nicht nur ein außerdem Deutschland ist groß. Wer vermuthete in dem Walter Opfer ihrer Koketterie, sondern noch mehr der lächerlichen Eitelkeit
Frank aus St. Louis den ehemaligen verfolgten Demokraten aus Mer Eltern, besonders ihrer Mutter. Wie wenig wahrer Stolz
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Im Plauder winkel.


