Ausgabe 
19.9.1886
 
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Wirth ein gemüthlicher Mann; so hielten sie gute Freundschaft mit seinem thörichten Töchterlein. Wie nun die Zeit der Konfirmation näher heranrückte, begann der junge Pastor etwas unruhig zu werden. Sie war wirklich recht schwer, die Wahl unter drei hübschen Mädchen, die alle in die Verordnung der Mutter paßten; denn auch die Lucie brauchte man, wenn man es genau nehmen wollte, noch nicht als Schönheit gelten zu lassen; wenn man sie näher ansah, bemerkte man den kleinen, ganz kleinen Schatten eines Bärtchens über ihrer Oberlippe, und Schönheiten dürfen ja keine Bärtchen haben, tröstete sich der Pastor. Das thörichte Lisettchen kam natürlich garnicht in Betracht. Drei Tage vor der Konfirmation pflegten die Eltern der wohl habenden Konfirmanden dem Herrn Pastor ein Geschenk zu schicken, das meist aus einem Stück lebenden Gethiers, einem Huhn, einer Ente, einer Gans, bei Reichen wohl auch aus einem jungen Schwein chen zu bestehen pflegte; so war es seit Alters her Brauch im Städtchen. Der Pastor stattete dann, gleichsam als Empfangs⸗ bescheinigung, einen Besuch in den betreffenden Häusern ab. (Schluß folgt.)

Lose slätter.

Der Erfinder der Industrieausstellungen. Im Jahre 1848 starb unbeachtet und in Dürftigkeit der neunzigjährige Greis, dem der Ruhm gebührt, der Erfinder der Industrieausstellungen zu sein Seit dreißig Jahren hatte er sein Leben in Blindheit hingeschleppt. Er war zum Beginn der großen französischen Revolution zum Kommissarius der Regierung bei den Manufakturen ernannt worden. Er fand sämmtliche Fabriken, die Eigenthum des Staates waren, in der äußersten Zerrüttung. Da machten weder die Sevres für Porzellan, noch die für Gobelins und Teppiche eine Ausnahme. Die Waarenlager waren zwar gefüllt und repräsentirten Millionen, aber die Werkstätten standen leer. Die Handwerker, die sonst dort gearbeitet hatten, litten die äußerste Noth.Herr Marquis, helfen Sie! tönte es ihm überall entgegen. Der Marguis d' Aveze sah den entsetzlichen Nothstand, er besaß ein Herz und ihn schauderte; wie konnte er aber helfen, da der Handel gelähmt war? Da fiel er in einer schlaflosen Nacht auf den Ge danken einer Industrieausstellung. Er sprang vom Bette auf und rief laut:Sch habe es gefunden. Er entwarf den Plan und reichte ihn schon am folgenden Vormittage dem Ministerium für Handel und Gewerbe ein. Seine Vorstellungen waren auch so dringend gewesen, daß er bald die Erlaubniß erhielt; doch solle er sich das zu seinem Zwecke geeignete Ge bäude selbst suchen. Deshalb war der Marquis d'Aveze nicht in Verlegen⸗ beit; das Schloß von St Cloud stand leer und enkbehrte aller Möbel. Ohne lange zu fragen, begann er sogleich mit der Arbeit, Die köstlichsten Gobelin⸗Tapeten schmückten wieder die Wände Teppiche in jeder Art stellten sich dem Auge der Beschauer dar. Das Porzellan von Sepres war auf das Vortheilbafteste ausgebreitet. Die Ausstellung wurde am 18. Fructibor eröffnet und schien ihrem Zwecke völlig zu entsprechen; denn das Publikum füllte die Räume des Schlosses, große Bestellungen wurden gemacht und effektuirt.Ich werde bald arbeiten lassen können, meine Arbeiter brauchen nicht mehr zu hungern, äußerte Aveze. Am 28. Fructidor ging ihm der Bescheid plötzlich zu, die Ausstellung zu schließen und sich zum Minister zu begeben. Es war der Tag des Dekrets, das alle Adelige aus Paris und seiner dreißigmeiligen Umgegend verbannte. Nur noch das Inventar in St. Cloud gestattete man ihm aufzunehmen und Rechenschaft zu geben. Einige Tage später weilte er schon in England. Als er im Jahre VI(1798) nach Frankreich zurückkehrte, kam er sogleich auf die Industrieausstellung zurück. Man erwiderte ihm, daß er dieselbe auf seine Kosten und Gefahr 1 möge; etwaige Vorräthe des Staates stellte man ihm zu ziemlich hohen Preisen zur Verfügung. Avdze zögerte deshalb nicht; er miethete das Hotel d'Orsay und veranstaltete dort die erste Industrie⸗ Ausstellung, die aber keine großen Resultate haben konnte, da die Republik und ihre Beamten dem Marquis fort und fort in den Weg traten, um aus der Industrie⸗Ausstellung möglichst große Gewinne zu ziehen; den Erfinder brachten ihre Schurkereien um Alles, nur nicht um seinen guten Ruf, den Ruhm, ein Ehrenmann zu sein. Als die Bourbons zurückkehrten, erhielt Aveze eine kleine Anstellung im Ministerium des Handels und der Gewerbe. Als sie im März 1815 Frankreich verließen, 5erblindete der Marquis an einer Augenentzündung, die er sich auf der Reise nach England zugezogen hatte. Die Erblindung raubte ihm sein Amt und brachte ihm eine unbe⸗ deutende Pension ein, die er auch unter der Regierung Louis Philippes bezog. Von derselben lebte er bis zu seinem Tode in den Februartagen 1848. Sb er sein Leben aus Furcht vor dem Hungertode geendet, ist nicht bewiesen worden. W. G.

Mahlzeit zu Pferde. Man war im Mittelalter vollständig zu Hause im Sattel. Zuweilen wurde sogar die Mahlzeit zu Pferde servirt. Beim Fürstenhofe zu Rostock z. B., wo König Erich und Markgraf Waldemar den Städtekrieg beschlossen, richteten die vornehmen Droste und Truchsesse ihre Tafeln zu Rosse an, weil die Wege zu den Buffets weit waren. Sie hatten dazu eine besondere Kleidung erhalten und die Pferde, auf denen sie die Speisen herantrugen, waren ganz mit Decken behangen. Auch wo das Pferd selbst bei adlichen Schlemmereien nicht zugegen war, ahmten die Herren in

ihren Trinksitten doch wenigstens gern das Reiten nach. So erzählt Thomas

Kantzow(1450) unter dem Artikel:Vom Saufen in Pommern, von einem Gelage, bei welchem der junge Herzog Wratislaw X., vom Ausbunde eines unfläthigen Volltrinkens zur Pön eines Zechversehenszu Wasser geritten wurde, d. h. der Prinz mußte jenen auf den Rücken nehmen und auf allen Vieren zu einer 9 Schale kriechen, um wie ein Pferd das durch den Reiter überdies verunsäuberte Getränk zu schlürfen. Ver⸗ gangene Zeiten! Halt! Alles kehrt in der Welt einmal wieder, sei es auch nur als Karrikatur. Es ist noch garnicht so lange her, daß ein Berliner Schankwirth seine Kellnerberitten gemacht hatte, d. h. sie mußten seinen Gartengästen im Galopp den Kaffee oder das Bier serviren und im Trabe das Geld wechseln. Dr. A. B.

Sultan Selim J. Selim I., ein unternehmender und scharfsinniger Regent, war auch einer der grausamsten Beherrscher der Osmanen. Alle ihm verwandten Personen, so wie die höchsten Staatsdiener, mußten stets um ihr Leben besorgt sein. Einst sprach der Großvezier halb, scherzend, halb im Ernste zu ihm:Ich weiß, Herr, daß Du früher oder später einmal Gelegenheit nehmen wirst, dem Leben Deines armen Sklaven ein Ziel zu setzen; ich bitte Dich nur, wenn dies geschehen sollte, mich Tags zuvor davon zu benachrichtigen, damit ich mit dieser und jener Welt meine Rechnung abschließen kann. Der Sultan lachte laut auf und entgegnete: Ich habe allerdings schon oft und lange daran gedacht; ich weiß jetzt nur gerade keinen, der kauglich wäre, Deine Stelle als Großvezier einzunehmen, sonst würde ich Deinen Wunsch recht gern erfüllen.

Dias Gefühl empörend ist die Grausamkeit, mit welcher dieser Wütherich

seine fünf Neffen und seinen Bruder hinrichten ließ. Die Ersteren wurden durch eine Janitscharen⸗Wache nach dem Palaste gebracht und eingesperrt; den Tag darauf erschienen die Henker zu ihrer Hinrichtung. Der jüngste Prinz, ein Knabe von sieben Jahren, bat flehentlich um sein Leben und versprach dem Sultan für den kärglichsten Lohn ihm treu dienen zu wollen. Muhamed, sein älterer Bruder, ein zwanzigjähriger Jüngling, zerbrach da⸗ gegen, als sich ihm die blutigen Schergen nahten, den Arm des einen, während er einem andern mit dem Messer einen tödtlichen Stich versetzte. Selim, der in dem angrenzenden Gemache Zeuge der Schreckens-Szene war, blieb gefühllos; er sandte noch einige Mörder, die das Trauerspiel bald beendeten.

Korkud, Selims Bruder, ward, nachdem man ihn aus seinem Palaste in Magnesia vertrieben hatte, mit seinem treuen Gefährten Piale in einer Höhle entdeckt und nach Brussa geführt. Als er sich dieser Stadt näherte, ward ihm der Kapidschibaschi Sinan entgegen gesandt, dem Anscheine nach als der Bote mit dem brüderlichen Willkommen, eigentlich aber als der Ueberbringer seines Todesurtheils. Sinan suchte den treuen Piale in der Nacht von seinem Gebieter zu entfernen, dann weckte er den Prinzen, um ihm seine Verurtheilung anzukündigen. Korkud bat nur um eine Stunde Aufschub, welche Zeit er benutzte, um ein rührendes Gedicht an Selim zu entwerfen, in welchem er diesem das ihm zugefügte Unrecht und die an ihm verübte Verrätherei vorwarf. Am folgenden Tage ward er als Leiche zu den Füßen seines Bruders niedergelegt, indem man zugleich die Verse des Ermordeten als dessen Vermächtniß überreichte. Thränen, wie sie jeder Heuchler nach Belieben hervorzurufen vermag, rollten über Selims Wangen, eine dreitägige Trauer ward angeordnet, und fünfzehn Muselmänner, welche den Aufenthalt des Prinzen verrathen hatten, wurden, als sie nach Brussa kamen, um ihre Belohnung zu empfangen hingerichtet. M.

Lamartine wurde im Jahre 1839 befragt, wie er produzire.Sehr einfach, lautete die Antwort,ich reite ins Feld und gebe meinen Gedanken Audienz. Dann werfe ich auf Zettelchen Verse, die ich zu Hause meinem Sekretär zu ordnen überlasse. Der ist ein verständiger Mann; er sucht die Blätter zusammen, wie sie am besten passen, und so wird ein Gedicht daraus. Ich lasse dann meinen Verleger Gosselin kommen, er bezahlt mir 4000 Francs, läßt das Manuskript drucken, und die Sache ist vorüber.Und Sie lesen Ihre Arbeiten nicht weiter durch?Wozu das? Ich kann mich auf meinen Sekretär verlassen. W. G.

Die Wasserpest. Mit der allgemein verbreiteten Ansicht, daß die Wasserpest(Elodea canadensis) für die Flüsse und Seen deshalb ver⸗ derblich sei, weil sie der Fischerei gefährlich werde, stehen die protokollarischen Aussprüche der Fischer der Havelgewässer, der Spree und der umliegenden Seen im direkten Widerspruch. Gegen den märkisch-ökonomischen Verein, der die Frage aufgestellt hatte:Wie beseitigt man die Wasserpest? haben jene Aussagen erklärt, daß die sogenannte Pest vielmehr Wassersegen ge⸗ nannt werden müßte; sie sei die unnahbare Zuflucht für die Fischbrut gegen Raubfische und Raubvögel, auch ein ganz vorzüglicher Dünger für die Landwirthe. Ganz in demselben Sinne sprachen sich die Fischer Mecklen burgs, Pommerns und Westpreußens aus:Die Straßen, wo die sogenannte Pest wuchert, sind in Wahrheit Fischzuchtsanlagen. Alle Arten von jungen Fischen tummeln sich darin umher, gegen die Nachstellung der Angler ge⸗ schützt. Die Erfahrung hat gezeigt, wo die Elodea wuchert, werde noch nach zehn Jahren eine reiche Fischernte gehalten. Zudem sei sie der Schifffahrt in unseren Strömen nicht gefährlich, weil sie nur in flachen Seen und Wasserläufen sich findet. Sie verschwinde von selbst, wenn sie den Kalk⸗ gehalt des Grundes verzehrt habe. Auch desinfizire sie das Wasser und mache es kristallklar. W. G.

Die drei ihrem Volke berühmtesten Schauspieler, der deutsche Eckhof, der englische Garrik, der französische Le Cain, starben in einem Jahre: 1788. W. G.