Ausgabe 
19.9.1886
 
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Nannte die Frau ihren Namen, ihre Adresse? fragte Frau von Hartwitz, die sofort überzeugt war, daß es sich um dieselbe handele, die ihnen gestern bis zum Hause gefolgt war.

Nein, sie sagte, es stände Alles in dem Briefe. Ich hoffe, die gnädige Frau werden mir die Belästigung nicht anrechnen, doch ich war außer Stande, den Brief zurückzuweisen.

Gut, gut, ich werde ja sehen, was sich da machen läßt, sagte Frau von Hartwitz.

Frau Müller erhob sich, machte einen tiefen Knix, bat die gnädige Frau etwaige Wünsche oder Befehle doch nur zu äußern, sie sei stets bereit, in jeder Weise den geehrten Herrschaften zu dienen, noch ein Knix, und sie verschwand hinter der Thür.

Frau von Hartwitz öffnete den Brief und las:

Gnädige Frau!

Sie haben mich wahrscheinlich nicht erkannt wie ich Sie bei dem ersten Blick. Natürlich, Sie waren im Wohlleben, bei mir haben Noth und Elend jede Spur früherer Schönheit verwischt.

Diese eigenthümliche Einleitung, in der sich bereits mehrere orthographische Fehler fanden, überraschte Frau von Hartwitz. Wer war die Schreiberin? Sie wandte das Blatt um; Blanche Renard stand als Unterschrift. Sie fuhr erschrocken auf. Diese Frau wagte es so hatte Martina doch Recht gehabt, es war ein Ahnungs vermögen, ein Instinkt gewesen, was sie erschreckt und abgestoßen hatte. Was mußte eben dieses Weib in ihren Weg führen! Einen Augenblick sann sie nach: wenn sie noch heute abreisten? Dann würde sie ihnen folgen könnte es wenigstens man mußte zunächst wissen, was sie wollte. Sie setzte sich wieder an den Tisch, nahm das Blatt von Neuem zur Hand und las weiter:

Trotz meiner Noth wende ich mich nicht an Sie, weil ich eine Unterstützung haben will, sondern weil ich ein junges Mädchen neben Ihnen sah, dessen Haar und Augen mich an meine Jugendzeit er- innerten, so daß ich glaube, es ist meine Tochter. Das Kind, mit dem Sie in Cannes waren, starb dort, Sie waren immer gut zu Jeanne gewesen, so glaube ich, Sie haben sich ihrer damals an⸗ genommen. Ich habe keine Ruhe, ehe ich nicht weiß, ob mein Kind lebt und ob es ihm besser geht als seiner Mutter. Ich mußte es damals verlassen, was blieb mir übrig? Aber ich habe an das arme Geschöpf oft gedacht, als ich über's Meer und in Sicherheit gelangt war. Vielleicht trieb mich der Gedanke an mein Kind zurück nach Europa, es kann sein. Als ich Sie und das junge Mädchen sah, hatte ich keine Ruhe mehr, ich mußte wissen, ob sie mein Kind ist, und ob ihre schönen Augen sie ebenso unglücklich gemacht haben als mich. Lassen Sie mich nicht ohne Antwort, gnädige Frau, denn ich würde sie mir erzwingen, jetzt, nachdem mich bei Jeanne's Anblick die Reue zu plagen angefangen hat, daß ich sie nicht ihrem Vater überlassen habe; er war reich. Ich unter⸗ schreibe mich mit dem Namen, den Sie kennen, obgleich ich einen andern und besseren zu tragen berechtigt bin, den von Jeanne's Vater.

Blanche Renard.

Frau von Hartwitz halte den Brief zweimal gelesen, dann war ihr Entschluß gefaßt. Vor Allem mußte es verhütet werden, daß Martina diese Frau, ihre Mutter, wiedersah, überhaupt von ihrer Existenz erfuhr; so wollte sie selbst zu ihr, um in mündlicher Rück sprache zu sehen, auf welche Weise am besten auf sie einzuwirken und sie zu veranlassen sei, keine Annäherung an Martina zu suchen. Das Alles mußte so schnell als möglich geschehen, bevor noch eine neue, zufällige Begegnung stattfand.

Ihr wurde jede Lüge, selbst was man eine Nothlüge zu nennen pflegt, schwer, sie erkannte ihre Nothwendigkeit nicht an und hatte oft gesagt, die Wahrheit ist unter allen Umständen erlaubt. Heute aber mußte sie sich zu einer Lüge bequemen, es half nichts. So trat sie in Martina's Zimmer und sagte:Ich habe eben einen Brief von Herrn Grube erhalten; er braucht Geld, und ich muß sofort zum Bankier. Du wartest wohl auf meine Rückkehr?

Ich möchte dann einige Besorgungen machen, lautete Martinas Erwiderung,und wir verabreden, uns irgendwo zu treffen, vielleicht auf der Terrasse, oder wo sonst?

Frau von Hartwitz zögerte einen Augenblick mit der Antwort, dann sagte sie:Es wäre mir doch lieber, Du erwartetest mich hier. Ich bleibe wohl nicht allzu lange.

XVI.

Frau von Hartwitz war in eine Droschke gestiegen und hatte bald die in dem Briefe angegebene Straße in einem entlegenen Stadttheil erreicht. Es war ein verfallenes, armseliges Haus, vor dem sie hielt und dann vier schlechte Treppen emporstieg. Auf dem halbdunkeln Vorraum war lautes Geschrei, einige schmutzige und zerlumpte Kinder hatten Streit begonnen, den sie eben beschäftigt waren, durch Schläge auszutragen.

Seid einmal still, Ihr Rangen, ertönte Frau von Hartwitz' tiefe Stimme dazwischen,und sagt mir, wo Frau Renard wohnt.

Die Kinder starrten sie dumm und erschrocken an, ohne zu ant⸗ worten, aber zwei Thüren öffneten sich gleichzeitig, und zwei Frauen, durch die fremde Stimme herausgelockt, traten auf den Flur, rissen scheltend die Kinder auseinander und sahen Frau von Hartwitz neu gierig an. Doch ehe diese ihre Frage noch wiederholt hatte, trat aus der geöffneten Thür die Gesuchte.

Sie kommen zu mir? Hier bin ich.

Frau von Hartwitz trat über die Schwelle des unsauberen Raumes, in dem sich nur ein paar Stühle und Tische, eine ärm liche Bettstelle und einige Strohsäcke, welche im Uebrigen die Stelle der Betten vertraten, befanden. Die Kinder drängten neugierig nach, wurden aber von Blanche zurückgeschoben, die ihnen zurief: Bleibt draußen! und dann die Thür von Innen verriegelte.

Mit denen wohnen Sie zusammen? fragte Frau von Hartwitz gedehnt.

Blanche zuckte die Achseln.Ich habe es nicht dazu, mir eine Wohnung für mich allein zu miethen; sie haben mich aufgenommen und sorgen für mich, wenn ich da liege. Sie wies auf das Bett. Ich bin sehr krank und könnte garnicht allein sein. Die Frau ist nicht schlimm. Doch das ist gleichgiltig Sie sind gekommen, also ist das Mädchen Jeanne?

Sie ist es.

Ah! Sie sank wie erschöpft auf einen Stuhl und schlug die Hände vor das Gesicht.

Frau von Hartwitz schob sich den zweiten Stuhl heran und setzte sich ebenfalls.Wir wollen die Sache ruhig und vernünftig behandeln, zu einer Scene ist kein Grund, sagte sie.Martina ich habe ihr diesen Namen gegeben ist meine Pflegetochter, ich habe sie gut erzogen, habe fur sie gesorgt und werde es ferner thun. Bis vor Kurzem hielt sie sich nur für meine Nichte, sie wußte nichts mehr von ihren ersten Lebensjahren und ihrer Mutter, ich hatte Alles gethan, um die Erinnerung zu unterdrücken und nicht wieder auftauchen zu lassen und es war mir glücklicher Weise gelungen. Durch einen traurigen Zufall hat sie vor einigen Monaten Alles erfahren, sie weiß, wer ihre Mutter und wer ihr Vater ist.

Blanche fuhr auf.Ihr Vater? sie gesucht?

Heddenheim ist todt, hat sich auch niemals um sein Kind ge kümmert, sondern einen Neffen adoptirt, der jetzt sein Erbe ist. Martina's Zukunft ist durch mich gesichert, doch vermindert dieser Umstand, den Sie nicht voraussehen konnten, nicht Ihre Schuld.

Wenn Sie Ihren Mann verließen, so hätten Sie wenigstens das

Kind im Besitz eines ehrenwerthen Namens und eines Vermögens lassen sollen. Das war Ihre Pflicht.

Blanche machte eine geringschätzige Bewegung.Diesen ehren werthen Namen und das Geld, das Sie so wichtig nehmen, haben mich nicht glücklich gemacht, warum sollte ich annehmen, daß sie mein Kind glücklich machen würden! Er, Jeanne's Vater, glaubte Alles gethan zu haben, als er mir und unserem Kinde seinen Namen gab, und dann hielt er mich wie im Gefängniß. Ich war jung und lebenslustig und an Freiheit gewöhnt, wer auf der Landstraße geboren ist und heimathlos gelebt hat, ohne je nach Taufschein und Namen gefragt zu sein, dem liegt nichts daran, daß er auf einmal einen großen Namen hat; und daß der Schmuck, den ich trug, ein echter statt des früheren unechten war, nun, das machte mir auch nicht viel. Ich war sehr unglücklich, ich wäre in dem

Käfig gestorben und damals war ich noch jung und lebenslustig, ich wollte das Leben noch genießen. Deshalb verließ ich meinen Mann und er wird sich nicht viel darum gegrämt haben, denn er machte sich nichts mehr aus mir, unser Liebesrausch war lange verflogen. Ich

Lassen wir das, unterbrach sie Frau von Hartwitz,ich bin kein Pastor, der Ihre Beichte hören, oder Sie gar bessern will,

So lebt er noch? und hat:

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