Ausgabe 
18.4.1886
 
Einzelbild herunterladen

gn

icht ut.

520

sein

bar,

men

man a lich

0

den man lden ich lem inge

aus.

ber

ben .

und der der

enen e zu ihrs 1 ihr

1

n el,

.

van e zu

Du then. igen 151

So

1 men Ws ragte rde! seine eilt lber

N r

end 1 e,

4*

123

Derartige Aeußerungen sind selten so ernstlich gemeint und es ist mir leid, wenn sie mir einmal entschlüpft ist. Ich glaubte nur, Adelinens Charakter passe so wenig zu dem Deinigen; aber wenn Du sie liebst und sie liebt Dich, so kann dies gar Vieles aus⸗ gleichen!

Und Du bleibst bei uns? rief er außer sich vor Freude und ergriff seiner Mutter Hände mit Ungestüm.

Seid Ihr schon so weit? fragte sie mit einem traurigen Lächeln.

O nein, nicht gerade, erwiderte er erröthend;aber mit Deiner Einwilligung hoffe ich, daß es bald so weit kommen wird.

Von nun an begleitete Frau van Mossel nicht mehr immer ihren Sohn nach Mandsfelt; es wäre auch kaum möglich gewesen; denn er ritt nun fast täglich hinaus. Seine Mutter spähte in seinen Zügen, wenn er nach Hause kam, aber dem glücklichen, auf⸗ leuchtenden Blick begegnete sie nicht, wie sie ihn bei der abendlichen Fahrt gesehen. Sie mußte wohl ihr kokettes Spiel mit ihrem armen Jungen treiben, dachte die Mutter, ein entgegenkommendes be glückendes Ja vermochte er ihr vielleicht erst in Monaten abzuringen. Sie fragte nicht und wußte nur, daß seine Qual schon begonnen hatte diesem schwer zu durchschauenden Wesen gegenüber. Adeline gefiel es ganz gut, sich von Eduard so leidenschaftlich geliebt zu sehen. Seine jugendliche Schönheit blieb nicht ohne Eindruck auf sie und manchmal war sie nahe daran, seinen stürmischen Werbungen zu folgen.

Die häufigen Besuche Eduard van Mossel's mußten wohl Lindner auffallen, obwohl es ihm wunderlich genug erschien, daß der junge Mann sich nie durch einen Blick verrieth und überhaupt selbst bei dem Vater nie auf seine Absichten anspielte. Auch Adeline gestand ihrem Vater nichts und bestritt es ganz bestimmt, daß sie es war, die ihn so häufig nach Mandsfelt zog.

Julia fühlte sich wieder einsam in Mandsfelt; Adeline behauptete mehr wie je ihre Rechte an ihren Vater. An seinem Arm durch wandelte sie Abends die breiten Gartenwege, ging an ihn geschmiegt in tiefem lebhaftem Gespräch neben ihm ganze Abende lang. Ein paar traurige Augen folgten den Spaziergängern, sahen das glück liche befriedigte Lächeln auf dem Gesichte Lindner's und die blauen Augen wurden immer schwermüthiger. Ein schmeichelndes Kinder antlitz näherte sich Julia's Wange,laß uns auch im Garten spazieren gehen, sagte die kleine Ellinor. Julia fühlte sich errathen von dem fünfjährigen Kinde und wendete ihren Blick schnell von dem Fenster ab.

Die arme Mama muß immer in der dunkeln Stube sitzen, fuhr die Kleine fort,und die Adeline geht mit dem Papa spazieren. Komm, wir wollen mit ihnen gehen.

Ein gewaltsames Schluchzen rang sich aus Julia's Brust und ein Thränenstrom stürzte ihr aus den Augen.Nicht weinen! rief das Kind und sein Mund bewegte sich schmerzlich, als es die kleinen Arme innig um den Hals der Mutter legte.Hörst Du, wie schön die Amsel im Garten singt, wir wollen aus der dunkeln Stube gehen, liebe Mama.

Julia hatte rasch ihre Thränen getrocknet und drückte die Kleine innig an sich.Nun komme, mein Mamachen, bat Ellinor; Du wirst so traurig in dem dunkeln Zimmer. Sehnsüchtig sahen die Kinderaugen durch das geöffnete Fenster in den Garten und nach einigen Minuten lief sie mit kindlicher Sorglosigkeit hin⸗ aus. Julia sah, wie der Kleinen strahlender Blick Adelinens Augen zu begegnen suchten, und wie sie endlich, als sie ganz unbemerkt blieb, fröhlich ihrer Schwester Hand faßte und neben ihr hersprang; aber sie sah auch, wie Adeline ihre Hand losmachte und unwillig dem Kind bedeutete, fortzugehen. Ellinor blieb im Wege stehen und zog beschämt das Schürzchen an den Mund.

Der Anblick des zurückgestoßenen Kindes, wie es verlassen in der Dämmerung stand und wehmüthig dem Vater und der Schwester nachblickte, that Julia's Herzen unendlich wehe. Was würde wohl aus ihrem Liebling, wenn der Tod sie früh hinwegraffte. Dieser Vater liebte ja nur seine Adeline! An diesem Abende ergriff sie eine Bitterkeit, deren sie sich nie für fähig gehalteu hätte.Ge wissenlos, ja, gewissenlos war es von ihm, mich dem sichern Heim zu entreißen, flüsterte sie außer sich,wie leicht habe ich ihn auf⸗ gegeben, den guten, alten Onkel, und bei ihm habe ich doch nie eine Kränkung erfahren; ja, was bedeutet jede andere Kränkung gegen diese herzlose Zurücksetzung. Für meine Person allein hätte ich

gerundet hatte, die anmuthige Würde, mit der die hohe,

Alles ertragen, aber wie behandelt Vater und Tochter mein armes, treues Kind?

Sie war schweigsam, als Lindner eintrat; er aber war sehr nachdenkend und merkte nicht, wie bleich und traurig seine Frau war. Es machte Julia doppelt unglücklich, daß sie fühlte, wie sie ganz aus ihrem Charakter heraustrat. Ihrem edeln Stolze lag die Eifersucht fern und nun ertappte sie sich, wie sie Vater und Tochter beobachtete, wie sie sich den Stachel tiefer und tiefer ins Herz. bohrte, indem sie täglich, stündlich sah, wie der Vater nur Augen für seine Adeline hatte, wie er bei Tische überall nur für sie be dacht war, und wie für sie Niemand zu eristiren schien als ihr Vater. Sie war es allein, die diese Situation herbeigeführt, die Stieftochter war es, das sagte sich Julia so oft, um nicht die Bitterkeit gegen den Mann aufkommen zu lassen, den sie so sehr geliebt, in dem ihr junges Herz das höchste Ideal geträumt. Es konnte Alles besser werden, wenn Adeline erst einmal verheirathet war. Sie wußte, wie sehr Lindner seiner Tochter Heirath mit Eduard van Mossel wünschte, und sie sah klar, daß der junge Nach bar das schöne Mädchen liebte; aber Adeline stellte das ganz be⸗ stimmt ihrem Vater gegenüber in Abrede. Der Winter brachte der Freuden viele, Schlittenparthien, Bälle bei den benachbarten Guts besitzern und die Casinobälle in der vier Stunden entfernten Stadt; immer und überall zeigte sich Eduard als der eifrigste Verehrer Adelinens. Julia nahm selten Theil an diesen Vergnügungen. Sie war jung, schön und hatte diese Genüsse kaum kennen gelernt, aber es hielt sie eine gewisse Beängstigung ab, sich in der Oeffent lichkeit zu zeigen; es sollte und durfte Niemand erfahren, daß sie zurückgesetzt war. Auf dem ersten Balle, auf dem sie sich in der Stadt gezeigt, erregte ihre Schönheit Bewunderung. Die plastische Schönheit ihrer Gestalt, die sich blühend entwickelt und edle Er⸗ scheinung auftrat, und dabei das zarte, herrliche Gesicht mit dem innigen Kinderblick, umwallt von dem vollen lichtblonden Haar, war an diesem Abend der Mittelpunkt der erstaunten bewundernden Blicke. Lindner selbst war überrascht von der blühenden Schönheit seiner Frau, die in einer gewählten Toilette von blaß rosenfarbener Seide kühn mit den jungen Mädchen wetteifern konnte. Adeline erschien verstimmt, heute noch mehr, wie seit den letzten Monaten. Eduard war ihr fast beständig zur Seite, und es gelang auch ihm nicht, ihre nachdenkende Stirne zu erheitern.

(Fortsetzung folgt)

Bauline Lucca.

Vor wenigen Wochen kam aus dem Innern Rußlands die Nach⸗ richt zu uns, Pauline Lucca läge im Sterben. Der Zustand der weltberühmten Sängerin war in der That ein verzweifelter. Auf einer Gastspielreise durch das weite Reich des Czaren überfiel sie ein ebenso gefährliches wie qualvolles Leiden. In Charkow mußte sie ihre Tournee unterbrechen. In einem Hotel sank sie auf's Kranken⸗ lager. Die russischen Aerzte gaben nach einiger Zeit die Hoffnung auf, die deutsche Künstlerin wieder herstellen zu können, und jene verzweifelte an der Kunst der russischen Aerzte. Von der tiefen Sehnsucht nach ihrer Heimathstadt ergriffen, hatte sie nur den einen Wunsch, in Wien sterben zu dürfen. In einem besonderen Eisen bahnwagen schickte man die Kranke, deren furchtbare Qualen von Zeit zu Zeit durch Morphiumeinspritzungen gelindert wurden, nach der alten Kaiserstadt an der Donau. Dort langte sie wie eine Sterbende an und heute hat sie bereits neue künstlerische Triumphe in der Wiener Hofoper und in Berlin errungen. Pauline Lucca schlug dem Tod ein Schnippchen und wird hoffentlich noch recht lange auf dieser Erde weilen, auf welcher der Lorbeer ihr so viele Kränze lieferte.

Jede neue Lage ist eine Frühlingskur für unser Herz, und so steht zu erwarten, daß die Genesene mit neuen Hoffnungen und Plänen in der Seele der Zukunft entgegen schaut. Pauline Lucca gehört nicht zu jenen Sängerinnen, welche stille stehen im Reiche der Kunst. Sie wird in Wien in nächster Saison die weibliche Hauptrolle desCid von Massenet spielen, und sie wird wohl damit der neuen französischen Oper einen eben so großen Dienst leisten, als sie dereinst Bizet'sCarmen durch Uebernahme der