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Logogriph.
Wir Alle sind, was uns das Ganze nennt; Ob fern, wo unter glüh'ndem Firmament Der schwarze Sklave baut die ersten Vier, Ob in dem ungeselligen Revier,
Wo Zwei, Drei, Vier auf Land- und Wasserwegen,
Dem Fortschritt oft die en Fallen legen. Ob wir von Zwei, Drei, Vi
Mit Windeseile durch die Länder jagen,
Ob wir den Schutz des heimischen Verstecks Noch nie verlassen um die ersten Sechs— Doch mag das Ganze Aller Titel sein, Denn Alle haben wir ein Ziel gemein.
Buchstaben-Räthsel.
Aus folgenden Buchstaben:
a 2. 2 b e e
ie e eee e d ed
k
N
nn nen e e e e
o e d d db ene VV Su Set ee e
U e 2
ier, Fünf, Sechs getragen
soll ein auf die Spitze gestelltes Quadrat gebildet werden, dessen Diagonalen
den Namen einer Hauptstadt ergeben. Die 13 Reihen ergeben folgende Wörter:
1. Einen Buchstaben.— 2. Einen Fluß im südlichen Rußland.— 3. Einen Planeten.— 4. Eine Stadt am Bodensee.— 5. Eine bedeutende Handelsstadt in Ostasien.— 6. Ein weitverbreitetes Familien⸗Journal.— 7. Die Hauptstadt selbst.— 8. Eine Rückerinnerung.— 9. Einen bekannten Ort am Vierwaldstätter See.— 10. Den Namen eines verstorbenen deut⸗ schen Komponisten.— 11. Einen unabhängigen Staat in Ostindien.—
12. Ein Geschlechtswort.— 13. Einen Buchstaben.
Dreisilbige Charade.
Zehn Brüder gleich an Farb und Namen zwar, Doch— ungleich ihrer Größe nach
Benennen dir mein erstes Silbenpaar.— Geschäftig sind sie Tag für Tag;
Hier wüfsen sie die schwerste Arbeit thun, Dort ist ihr Tagewerk ein Spiel—
Doch, wenn ihr Herr befiehlt, sich auszuruhn, So folgen sie auch diesem Ziel.
Die Dritte— einst der freien Männer Schmuck,
Was ist sie jetzt?— Nur eine Qual
Der Mode unterthänig, oft ein Druck
Bei einer übereilten Wahl.
Der eine von den Brüdern hat das Recht, Daß ihn mein Ganzes schirmt und schützt, Wenn ihn mit seinen Brüdern im Gefecht Ein blankgeschliffener Stahl umblitzt.
Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer:
Kind! es wäre dein Verderben, Nur daß mir's so leicht gelinget, Und ich geb' mir selber Mühe, Will mich dennoch fast betrüben; Daß dein liebend Herz in Liebe Und ich denke manchmal dennoch: Nimmermehr für mich erglühe. Möchtest du mich dennoch lieben!
— der dreisilbigen Charade: Wörterbuch.
Skat-Aufgabe Ur. 3.
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Pique⸗Solo und wird Schneider, ehe sie zum Stich kommt. Lage der Karten und der Gang des Spiels?
Wie war die
lichkeit beider Kompositionen eine außerordentlich große nicht nur ist der ganze Lösungs⸗
Original und Nachbildung.
Das folgende Problem von M. Kürschner in Nülrnberg: Weiß: Kbs. Dgé, Lha, Ses. da, Bed, h2 Schwarz: Ka5, Lis, Sas, ds, Bag, aß ot, g7. Matt in drei Zügen, wird uns von Herrn G. Chocholous mitgelbeilt, indem er uns auf die auffallende Uebereinstimmung desselben mit Problem Nr. 414 dieses Blattes aufmerksam macht. In der That ist die Aehn⸗
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inhalt derselben identisch, sondern auch die Aufstellung von 11 Steinen ist in beiden Stellungen lunter Vertauschung von rechts und links] genau die nämliche. Nur der Einleitungszug ist bei Herrn Scheuler ein anderer, nach unserer Ansicht die Idee etwas mehr verhüllender, als bei Kllrschner, und wir hätten es für nölbig gehalten, das Problem Nr. 414 mit der Ueberschrift „Variation eines Problems von M. Kürschner“ zu verseben, wenn das letztere uns früher bekannt gewesen wäre. Herr Scheuler möge indessen das Kürschner'sche Problem gekannt haben oder nicht, in keinem Falle würden wir seine Stellung als ein Plagiat be⸗ zeichnen, denn es steckt in derselben ohne Zweifel ein eigener Gedanke und eigene Kompositions⸗ arbeit[Untersuchung auf Correctheit mit Bezug auf den 1. Zug] wenngleich beide als ziemlich unbedeutend anzusehen sind. 2
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Herr Chocholous hat im Laufe seiner
Problem Nr. 423 Ibn 10 f 5 8 ildung“, welche er in der ach ⸗
J. Brown of Bridport. zeitung erscheinen läßt, einige sehr auf⸗ Schwarz. fallende Beispiele derartiger Ueberein⸗
stimmung gebracht, und auch in früberer Zeit sind solche Fälle bekannt geworden Man kann aber nicht vorsichtig genug sein mit der Bezeichnung des Plaglats, denn es ist sehr wohl möglich, daß zwei vollständig identische Composttionen don ganz verschiedenen Autoren selbstständig dargestellt werden Das schlagendste Bei⸗ spiel für diese Bebauptung, welches wir noch nirgends erwähnt fanden, ist sol⸗ gendes.
Etwa im Jahre 1882— es mag wohl
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,,,. studirt— und das Studium derselben ist ein äußerst lohnendes— wird finden, 24 2 2 2 auf welchem Wege John Brown zu der Weiß. 1 1 7 9 5 5 Bee m 4 5 7 elangt ist; für uns besteht ni er Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt. eiseste Zweifel, daß er diefelbe ganz selbst⸗ 1 Probe 14 1285 5 75 wir 5 roblem früheren Datums kennen, wel⸗ Problem Nr. 424. ches auch nur eine Spur dieser Idee Schwarz. 0 55 ser Ert FR=( m so größer war unser aunen, ,... e, als wir in der 1878 erschienenen Pro⸗ 2 2 2 2 blemsammlung eines anderen Autors , e. 9 das nebeustehende Diagramm erblickten, ., N. von welchem wir mit nihezu absoluter ,. e, Sicherheit nachweisen können, daß seine ,,,, Entstebung nach dem Jabre 1868 er⸗ ,, v. ., 7 2, giat bezeichnen? Die Verführung dazu ,, 4. war groß genug, denn die eine Position 2 2 2 2 ist das treue Spiegelbild der anderen 2, e,[die kleine Abweichung in der Stellung .,,.. 1 bi 95 85 ga ber 5 1 5 eutungslos] und die Lösungen beider 2,, stimmen bis in die kleinsten Details. ,. ,.. Wenn dieses Stück in einem Problem⸗ 9,., turnier concurrirt hätte, und die Preis. ,,,, richter durch ibre Kenntniß der Brown'⸗ , 2, 2 schen Composition sich verleiten ließen, , e g, dasselbe kurzweg mit der Bemerkung: 2,,.„Plagiat nach J. B. of Bridport“ zu —— 1 den Todten zu werfen, so wäre ihnen Weiß eine 190 a enn de e Wei i i untergelaufen. Denn der Componist des⸗ Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt. selben it— Samuel Lob Ohe 5 Strategy No. 46,] der ersindungsreichste Kopf auf dem Gebiete der 64 Felder, und keinem Menschen wird es in den Sinn kommen, daß Loyd die Erfindung eines Anderen sich aneignen, und gar noch in solch plumper Verhüllung als sein eigenes Opus auslügen werde.— Was man aber bei einem Loyd für unmöglich hält, sehe man bei einem weniger bedeutenden Componisten oder bei einem Anfänger nicht gleich als zweifellos an; es ist sehr wohl möglich, daß auch dieser ein erfindungsreicher Kopf ist und ebenso grausam wie ungerecht ist es, ohne die zuverlässigsten Beweise den Vorwurf des literarischen Diebstahls auszusprechen. Es giebt Problemideen, die man nie vergißt, wie flüchtig man sie auch kennen gelernt habe, und die unbewußte Reproduction einer solchen mag wobl sehr Vielen schon passirt sein. Dieser Fall, sowie der, daß mehrere Componisten ganz unabhängig von einander auf die gleiche Idee verfallen, ist so häufig dagewesen, daß wir es für schwierig halten, auch nur 100 Probleme nachzuweisen, denen kein Bendant zur Selte gestellt werden könnte, und wir sind der Meinung, daß das Kapitel„Original und Nachbildung“, so wie es in den Artikeln der Schachzeitung aufgefaßt wird, nahezu die ge⸗ sammte Problemliteratuc umsaßt. Eine große Zahl von zierlichen Schlußwendungen, die zugleich das Gepräge origineller Erfindung tragen, befindet sich bereits in den alten und ziemlich seltenen Problemsammlungen von d' Orville und Kling, welche wir erst im vorigen Jahre kennen gelernt und studirt haben; alle diese Schlußwendungen waren uns län jst be⸗ kannt, und zwar aus Compositionen viel späteren Datums. Sollen wir die letzteren deshalb Plagiate oder auch nur Nachbildungen nennen? 5 Wir meinen, daß es viele Componisten giebt, deren Erfindungsgabe mit der von d'Orville und Kling wetteifern kann; die Erfindung einer hübschen Problemidee ist etwas besonders Großes eben nicht. Mindestens ebenso wichtig wie die Idee, ist die Ausarbeitung derselben, welche sogar das Beste der unbestreitbar eigenen Erfindung enthalten wird, denn jeder Componist darf darauf gefaßt sein, daß die Idee, welche ihm die ursprüngliche Anregung zu seiner Composition geboten hat, von der Kritik als eine längst dagewesene bezeichnet wird. Wir wollen hiermit weder von der selbstßänd'gen Erfindung abschrecken, noch zu dem schonungslosen Plündern fremder Ideen ermuthigen; nur warnen möchten wir vor dem vor⸗ eiligen Gebrauch der Worte„Nachbildung“ und„Plagiat“. Nicht bei der Idee, sondern bei der Ausarbeitung derselben muß der Vergleich gemacht werden, sobald es sich um die Frage handelt:„Original oder Nachbildung?“ und bei diesem Vergleiche ist festzustellen, worin das unbestreitbare Eigentbum des Componisten besteht. Nur dann, wenn ein solcher Ver⸗ leich gar keine charakteristische Unterscheidung ergiebt, nur dann darf die rage aufgeworfen werden:„Original oder Nachbildung?“ Die Beantwortung dieser Frage aber muß dem Componisten Überlassen bleiben. denn die Möglichkeit, daß man ihm mit dem * Nachbildung oder des Plagiats ein schweres Unrecht zuflige, ist in keinem Falle ausgeschlossen.
Aus der Schachwelt.
Die„Brüderschaft“ erscheint von Neujahr ab als wöchentliche Schachzeitung, heraus ⸗ Pas d von E. Schallopp und A. Heyde in größerem Format, acht Druckseiten stark— Preis des Jahrganges(f. Deutschland und Oesterreich) 9 Mark.— Bestellungen an die Buch⸗ 8 Hacker, Nieper und Comp. in Braunschweig, Beiträge an A. Heyde in Berlin,
ilhelmstraße 54, III zu richten.
Druck und Verlag der„Volks⸗Zeitung“, Akt⸗Ges. in Berlin, Lützowstr. 105.— Verantwortlicher Redakteur: R. Elcho in Berlin, Lützowstr. 105.


