Ausgabe 
12.9.1886
 
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Weber ging. Heddenheim glaubte den Augenblick gekommen, in dem er es wagen könne, nach Ornshagen hinauszufahren, ohne die Gefahr, Martina zu begegnen. Am nächsten Tage schon brachte er seinen Entschluß zur Ausführung. Alles weckte ihm die schmerzliche Erinnerung an jenen Tag, da er zum letzten Mal dort gewesen: heute wie damals lag goldener Sonnenschein über der Welt, der sie in leuchtenden Zauber tauchte, heute wie damals ließ er an der kleinen Gartenpforte halten, denn er wollte wieder unbeachtet den Eingang gewinnen, womöglich ungemeldet bei Frau von Hartwitz eintreten, um auf diese Weise die Rücksprache, die sie ihm sonst vielleicht verweigerte, zu erzwingen.

Wieder ging er durch die dunkeln Baumgänge des Gartens, die heute der Herbst schon merklich gelichtet hatte; damals hatten die blauen Sterne der Clematis die Laube dort vor ihm überdeckt, jetzt waren sie alle verblüht, damals hatte er Martina dort zu finden gehofft, jetzt durfte er sie nicht mehr suchen, sie nie mehr wiedersehen; und plötzlich, wie er um die Laube bog er fuhr zurück, war es eine Viston, ein trügerisches Bild, das ihm seine erregte Phantasie vorspiegelte Martina! Sie saß bleich und matt, in ein Tuch gehüllt, ein Tuch auch um den schwarzen Scheitel geschlungen, in den Stuhl zurückgelehnt, neben ihr saß Willy, ein großes Bilder buch vor sich auf dem Tische.

Martina hatte sich unwillkürlich erhoben, es schien einen Moment, als wolle sie sich rasch entfernen, aber dann blieb sie wie gebannt stehen, die Hand, die sie auf den Tisch gestützt hatte, zitterte und ihr Auge begegnete stolz und flammend dem seinen.

Einen Augenblick fühlte er sich verwirrt, gelähmt, dann endlich kam es stockend und bebend über seine Lippen:Fräulein Martina Sie ich ahnte nicht Weber sagte mir, Sie seien krank

Ich war Ihres Kommens nicht gewärtig, entgegnete sie,ich konnte nicht denken, daß Sie

O, vergeben Sie, ich wollte ich mußte Frau von Hartwitz sprechen nun aber, da ich Sie finde, die ich zu sehen nicht er wartete, nun ist es wie ein Wink des Schicksals, nun muß ich zu Ihnen reden

Nichts, unterbrach sie ihn,Sie haben mir nichts mehr zu sagen, ich weiß Alles.

Alles, Martina, Alles?

Eine stumme Neigung des Hauptes war ihre Antwort.

Dann bedarf es nicht mehr des Umweges zu Frau von Hartwitz, fuhr er mit mühsam erkämpfter Ruhe fort,vielleicht wäre es für uns Beide besser gewesen, uns nicht mehr zu begegnen, doch, da es nun geschehen, so mögen Sie selbst entscheiden, und gewiß, Ihr klarer Verstand, Ihr edles Herz werden auf meiner Seite stehen.

Es ist alles klar und entschieden, antwortete sie in demselben herben Tone,ich möchte Sie nicht mehr hören

Und doch, Sie müssen es, Fräulein Martina, ich plaidire für meine Ruhe, für meine Ehre. Sie sind die rechtmäßige Erbin Ihres Vaters, ich habe sein Vermögen nur verwaltet, bis diese Erbin sich fand. Das müssen Sie einsehen, begreifen, und sagen Sie ja, nehmen Sie an, was Ihr Eigenthum ist, befreien Sie mich von der Last, die mein Gewissen beschwert, meine Ehre erdrückt.

Durch Martina's Leib ging ein Zittern, sie sank einen Moment auf den Stuhl zurück, als ob sie sich nicht aufrecht erhalten könne. Heddenheim eilte zu ihr, um sie zu stützen, da erhob sie sich rasch und stand vor ihm mit sprühendem Auge.

Sie wagen es, das, das mir zu bieten? Abkaufen wollen Sie mir Ihre Liebe, statt Ihres Herzens soll ich Ihr Geld in Zahlung nehmen? Sie verstehen es, mich darüber zu belehren, daß ich mit dem Geschenk, das Sie mir in einem Augenblick der Ueber eilung anboten, nichts nichts eingebüßt habe und deshalb bin ich Ihnen dankbar für diese Begegnung die ich nicht für möglich gehalten hätte.

Sie hatte die Worte scharf und klar hervorgestoßen, ihre Wangen waren leichenblaß und sie zitterte so, als müsse sie umsinken.

Um Gotteswillen! rief er außer sich,das habe ich nicht verdient, ich selbst weiß nur zu gut, daß der Mammon nicht Herzenswunden heilen kann, aber er kann wie eine unerträgliche Last auf dem Gewissen liegen, und sie wollte ich abwerfen, das ist mein Recht, um das ich Ihre herben Worte nicht verdiene, Sie sind die Erbin Ihres Vaters, Sie f

Wer ist mein Vater? unterbrach sie ihn heftig.Der Mann doch nicht, der nie an seine Tochter gedacht, nie nach ihr geforscht,

nicht einmal im Tode für sie gesorgt hat? Für ihn wäre ich ver kommen, verhungert, verdorben, wenn nicht eine Fremde sich meiner angenommen hätte diesen Mann, ich hasse ihn!

Martina! Sie verkennen Ihren Vater

Sprechen Sie nicht das Wort aus, ich will es nicht hören! Und nun gehen Sie, ich will Sie nie mehr hören Sie wohl nie mehr wiedersehen. Sie müssen sich an dem Ruhm Ihres flecken losen Namens, Ihrer ungetrübten Ehre genügen lassen, den größeren Ruhm, Ihr Geld dem armen, verstoßenen Kinde Ihres Oheims ge opfert, und damit dieser Unglücklichen Schmach und Schande der Welt preisgegeben zu haben, den müssen Sie entbehren. Gehen Sie, gehen Sie mein Gott, hören Sie denn nicht, Sie sollen gehen! t

Heddenheim stand wie vernichtet; so zu gehen dünkte ihm un möglich, und doch fand er nicht das rechte Wort.

Kann ich mich nicht von der Gegenwart Eines, den ich nicht sehen will nicht will, befreien, rief Martina außer sich,muß ich selbst gehen

Sie wandte sich um und sank nach wenigen Schritten in Anne liesens Arme, die Willy herbeigeholt hatte, mit der Kunde, daß der Onkel, nicht Onkel Hans, sondern der andere Onkel, gekommen sei.

O, ich bin unaussprechlich unglücklich, stammelte sie, während ein Thränenstrom aus ihren Augen stürzte.

XIV.

Nach dieser Begegnung mit Heddenheim war eine fieberhafte Unruhe über Martina gekommen, die sie immer wiederholt zu der Bitte trieb:Lasse uns fort von hier, Tante, weit fort.

Frau von Hartwitz war der Gedanke nicht leicht, nachdem sie erst seit einigen Monaten wieder in Ornshagen war, es abermals verlassen zu sollen, doch Martina's Bitte klang so flehend und sie selbst mußte es sich sagen, daß eine neue Umgebung und neue Ein drücke am ehesten Martina's verstörtes Gemüth beruhigen und ihr das verlorene Gleichgewicht wiedergeben würden. Auch Weber er klärte, daß es für ihren rein nervösen Zustand kein besseres Heil mittel geben könne als Orts- und Luftveränderung, und so waren denn schon nach wenigen Tagen die Koffer gepackt, und die beiden Damen reisten ab.

Frau Anneliese sollte in Ornshagen bleiben; Frau von Hartwitz hatte versichert, daß sie ihr damit einen Dienst leiste, und hatte ihr auch mancherlei Aufgaben übertragen.

Sie stand mit Weber auf dem Perron des Bahnhofes in D. und sah dem letzten zerflatternden Dampfwölkchen des Zuges nach, mit dem Frau von Hartwitz und Martina abgereist waren.

Es wird recht einsam in Ornshagen sein ohne die lieben Beiden, sagte sie mit einem leisen Seufzer,es ist Alles so anders gekommen, als ich es glaubte und hoffte. Meine arme Martina! ö

Heddenheim leidet ebenfalls schwer, erwiderte Weber.Ich habe ihn zuerst über die Skrupel, die ihn hinderten, um Fräulein Martina's Hand zu werben, verspottet; jetzt ist zweifellos ein ernsterer Grund dazwischen getreten, über den er schweigt, der aber unüberwindlich scheint. Heddenheim ist seitdem nicht mehr derselbe, sichtlich von tiefem Kummer niedergedrückt.

Und da muß man nun zuschauen, ohne helfen zu können, meinte Anneliese betrübt,je weniger man selbst das Glück gekannt hat, um so mehr möchte man es denen gönnen und bereiten, die man liebt.

Haben Sie wirklich für sich selbst auf jedes Glück verzichtet? fragte Weber, sie scharf fixirend.

Sie erröthete leicht und sagte:Nein, doch nicht, ich habe ja meinen Willy.

Sie waren unterdeß langsam bis zu dem Wagen gegangen. Anneliese stieg ein und reichte Weber Abschied nehmend die Hand.

Darf ein guter Freund einmal schauen kommen, wie es Ihnen in Ihrer Einsamkeit ergeht? bat er.

O gewiß, ich werde mich sehr freuen, Sie zu sehen.

Das klang so warm und herzlich, daß Weber, als der Wagen davonrollte, ihm mit befriedigtem Lächeln nachsah.

Der Winter brach früh herein; der Ornshagener Garten war eher, als man es gedacht, mit einem weißen Schneetuch überdeckt