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die Dame es in die Arme nahm und davon eilte. Demnach hat die gnädige Frau ihre Schritte nach der Stadt gelenkt; ob sie nun dorten bei Bekannten geblieben ist, oder ob sie den Nachtzug ge— nommen hat, das kann ich zur Zeit noch nicht mit Bestimmtheit sagen, könnte aber morgen in der Stadt mir Gewißheit darüber verschaffen.“
„Warte, bis ich Dir den Auftrag gebe,“ erwiderte Georg grob. „Geh' heim und leg' Dich auf's Ohr, das rathe ich Dir einstweilen zu thun. Deine Wichtigthuerei könnte Dir eine böse Note bei mir machen; Du bist nicht gescheiter wie ein Anderer, die Meinung habe ich von Dir; die im Dorfe und die Meister, die Dir nichts bei⸗ bringen konnten, die trauen Dir nicht einmal einen Funken gewöhn⸗ lichen Menschenverstandes zu. Ich halte nichts von dem, was die Menschen Verstand nennen; eine gute Nase, viel Spürsinn, das ist's, was ich auf der Jagd und im gemeinen Leben zur Hand haben muß. Bin ich einmal Gutsbesitzer und im Besitz meines mütter⸗ lichen Vermögens, so wirst Du mein Majordomus, wenn Du Dich gut hältst und fein, demüthig und bescheiden bleibst. Nun gehe schlafen.“ Georg fand die Thüre zu seines Vaters Zimmer verschlossen und er ging beruhigt schlafen.
Am andern Morgen frühe ersthien Lindner im Schlafzimmer seiner Tochter. Er stand einen Augenblick vor ihrem Lager regungslos, gefesselt von der eigenthümlichen Schönheit des bleichen seinen Kopfes, der wie in leidenschaftlicher Erregung auf die mit kostbaren Valen⸗ ciennes reich garnirten Kissen, überflutet von den schwarzen Locken, ermüdet dahingesunken zu sein schien.„Mein armes, reizendes Kind,“ flüsterte der Vater und sah traurig, wie marmorbleich sich das schöne Gesicht in dem Dunkel des schwerfaltigen Baldachins von dunkel⸗ rother Seide abhob.„Es wäre unbarmherzig sie zu wecken; das arme Kind scheint sehr hart getroffen von des Lords Rückzug, und nun noch Julia's unmotivirte Flucht dazu,— die Vermuthungen und Nachreden, die die beiden Ereignisse nach sich ziehen werden, ja, mgn möchte bei den Eskimo's sein, um nur den Nachbarn zu ent⸗ gehen!“ Er verließ das Zimmer gexäuschlos und setzte sich nieder, einige Worte an Adeline zu schreiben.„Ich vermuthe, daß sie mit der Kleinen zu dem Onkel in Ostpreußen gegangen ist. Wohin könnte sie auch sonst ihre Schritte gelenkt haben, da sie Niemand und nichts kennt, wie das entlegene Gut bei Jastrow. Deshalb werde ich sogleich dahin abreisen und sie möglichst bald zurückbringen. Sorge dafür, mein liebes Kind, daß die Insassen des Gutes sich nicht erlauben, andere Vermuthungen, wie die einer plötzlichen Erkrankung des alten Herrn, auszustreuen.“
Adeline las die wenigen Zeilen und legte sie unmuthig zur Seite.
„Nun ist er abgereist!“ rief sie und preßte außer sich die kleinen Zähne auf die glühende Unterlippe.„Ein solcher Akt der Schwäche ist unerhört. Es ist gut, daß er sie nicht bei dem Alten finden wird; die sitzt geborgen auf irgend einer glücklichen Insel mit Lord Graham. Wie bin ich doch so unglücklich!“ brach sie verzweifelt aus und ihre Augen warfen einen Blick voll wilder rachsüchtiger Leiden⸗ schaft nach dem harten blauen Winterhimmel.„Die unnahbare Frau Lindner, die wie eine Heilige verehrt wurde, hat alte verbriefte Rechte Lord Graham gegenüber, Rechte die ihn gezwungen haben, in die gemeinsame Flucht zu willigen,“ rief sie und lachte laut auf unter den dichten Tannen am Ende des Gartens, die sie eiligen Schrittes durchflog. Das weiche Tuch von weißen Spitzen bedeckte ihr kaum noch den Hinterkopf und die vollen schwarzen Locken fielen ihr in die Stirne und auf die Schultern, die Augen in wilder leidenschaft⸗ licher Gluth gaben dem zarten Gesicht von der Weiße des Perlmutter einen Ausdruck, den es nie besessen. Sie lehnte sich an eine Tanne, faltete die Arme fest über der Brust, als wolle sie Alles, was da wüthete, zur gewaltsamen Ruhe bringen und schaute mit wildem entschlossenem Blick hinauf in das schwarzgrüne Gezweig.
„Ein reizendes, herrliches Weib,“ flüsterte ein Mann, der kaum zehn Schritte von Adeline entfernt stand.„Was mag sie nur so tief bewegen?“ und ein befriedigtes Lächeln glitt über seine Züge.
Sie trat aus den Tannen, ihre Haltung war imponirend, ihr Blick stolz und ruhig. Er nahte sich ihr, wie man einer Fürstin naht, sie sah ihn und es leuchtete freudig in ihren Augen auf, als sie fragend einen Schritt zurücktrat:„Lord Graham?“ 5
„Ja, gnädiges Fräulein, ich selbst,“ sagte er und trat zu ihr. „Hier bin ich und hier bleibe ich, bis Sie mir gebieten zu gehen,“ sprach er und küßte ihre Hand.
„Was bedeutete aber Ihr Brief?“ fragte sie mit anscheinender Kälte.
„Mein Bangquier in London glaubte meine schleunige Rückkehr nothwendig, ein Alarm, der keine weitere Bedeutung gehabt hat,“ gab er zur Antwort.
Sie ging mit ihm dem Hause zu und erzählte ihm von einer unvorhergesehenen Reise ihrer Stiefmutter und der Abreise ihres Vaters und plötzlich, ehe sie den Garten verließ, blieb sie vor dem Lord stehen und sagte kurz:„Sie haben Fräulein Julia von Manners gekannt, Lord.“
Er verfärbte sich kaum merklich, seine Lippen bebten; er führte rasch die Hand zum Schnurrbart und sah Adeline mit dem langen zärtlichen Seitenblicke an.
„Ich habe Fräulein Julia gekannt,“ antwortete er langsam; „und habe nur auf ihren dringenden Wunsch hin nichts darüber erwähnt.“
„Was würde mein Papa hierzu sagen?“ versetzte sie nach einer kleinen Pause,„und wie wollen Sie von mir erwarten, daß eine frühere Liaison mit meiner jetzigen Stiefmama mir keinen Ein— druck mache?“
Das Blut strömte wieder fröhlich in sein Gesicht zurück.
„Es mag wohl einigen Reiz für ein junges Mädchen haben, f
die erste weiße Seite des frischen neuen Buches eines Jünglings zu füllen; mein Buch hatte auch einst seinen Anfang, matt, unklar; die Blätter folgten sich wohl rasch und verworren, und heute steht nichts mehr in dem Buche geschrieben, wie farblose Erinnerungen und mit feuriger Schrift steht es da, daß die Vergangenheit todt ist, daß nur die Zukunft lebt,“ rief er mit jugendlicher Leidenschaft.
Er bliebe heute nicht in Mandsfelt, da der Hausherr abwesend war; aber so lange war er doch geblieben, um seinen Antrag in
bester Form zu machen und Adelinens Versprechen entgegen zu nehmen,
daß sie Lady Graham werden würde, sobald ihr Vater eingewilligt
haben werde.— (Fortsetzung folgt.)
Joseph Joachim.
So weit in der Welt die Geige klingt, wird Joseph Joachim der Geigerkönig genannt. In früher Jugend schon errang sich dieser wunderbare Künstler eine dominirende Stellung in der musi⸗ kalischen Welt und im Lauf mehrer Jahrzehnte ist sein Ruhm ge⸗ wachsen wie ein Baum, der den Wald überragt und dessen Wipfel im goldigen Schein der Sonne erglänzt. In seinem Wesen ver⸗ band sich früh große Willens-Energie mit der freudigen Hingebung an die Kunst. Diese Eigenschaften ließen ihn eine völlig souveräne Herrschaft über alle Mittel der Technik gewinnen. Aber in der Kraft und Fülle des Tons, in der sauberen Ausführung der Passagen und allen äußern Vorzügen liegt nicht die wahre Größe des Geigers, sondern in dem Verständniß des Schönen, in dem Sinn für das Edle und Erhabene, in der geistigen Durchdringung der Komposition und in der Macht und Weihe des Vortrags. Und es sind gerade diese geistigen und seelischen Eigenschaften, welche Joachim in hohem Maße auszeichnen. Sein Genius ist jenem der großen Musikheroen verwandt, seinem geistigen Blick, seinem liebevollen Studium er⸗ schlossen sich alle Geheimnisse und Schönheiten der musikalischen Komposttion und mit der Weihe und Kraft, welche nur dem Künstler von Genie eigen ist, konnte er uns diese Schönheit empfinden lassen, und die eigenen Entzückungen mittheilen. So ist er uns ein be⸗ geisterter Führer und Interpret im märchenhaften Land der Musik geworden. Wie manches Juwel, über das der Strom der Zeit hingerollt war, hat er aus dem Staub hervorgezogen und erstrahlen lassen im Licht seiner Kunst! Wie manches erhabene Tonwerk, vor dessen Schwierigkeit andere Geiger zurückschreckten, hat er mit mäch⸗ tigen Schwingen aus dem engen Kreis der Fachgenossen hinaus⸗ getragen in die weite Welt und demselben zur Popularität ver⸗ holfen! Wie manchem jungen Komponisten hat er durch seinen herrlichen Vortrag den ersten Erfolg gewonnen!
Das größte Verdienst Joachims liegt aber vielleicht noch auf einem ganz anderen Felde, und zwar auf einem, das sich den Blicken der großen Menge entzieht; ich spreche von seiner Lehrthätigkeit. Auf dem pädagogischen Gebiet aber zeigt sich ganz besonders seine selbstlose, opferfreudige Hingebung an die Sache der Kunst. Man rühmt es mit Recht dem Spiele Joachims nach, daß aus seiner
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