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breite Epheuwand schloß ihn von dem Zimmer ab, das noch durch zwei, auf der andern Seite befindliche Fenster erleuchtet war; durch das üppige grüne Geranke wurde die in den Erker hineinströmende Fluth hellen Sonnenlichts gedämpft, das nun ein zauberhaftes Ge— flimmer über die dunkeln Arabesken des Teppichs, über Divan und Sessel ergoß, die zu einem einladenden Platz gruppixt waren, dem die Epheuwand als Hintergrund diente. 5
Heddenheim hatte das nur eben flüchtig überschaut, als Martina aus dem Erker heraustrat und ihm mit freundlichem Gruß die Hand bot.
„Seien Sie willkommen,“ sagte sie,„vorläufig müssen Sie mit meiner Gesellschaft vorlieb nehmen, von 11— 1 Uhr ist Tante mit ihren Rechnungsbüchern und Briefen beschäftigt und man darf sie dann nicht stören, das ist strenges Gebot.“
Die Sonnenstrahlen spielten auf ihrem schwarzen Haar und
hüllten die ganze Gestalt gleichsam in einen goldenen Mantel, die dadurch von einer geradezu frappirenden Schönheit schien.
„Es herrscht eine sehr regelmäßige Hausordnung bei uns,“ fuhr sie fort,„Ihnen wird das vielleicht sonderbar erscheinen, aber die Tante liebt es so und die Gewohnheit hat es auch mir an— genehm gemacht.“
„Ein Kaufmann wie ich weiß solche strenge Regelmäßigkeit zu schätzen, gnädiges Fräulein,“ erwiderte er,„die den Werth der Zeit beinahe verdoppelt. Ich bedaure nur, eine unrichtige Stunde ge— wählt zu haben und dadurch Ihnen zur Last zu fallen.“
„O bewahre,“ versicherte sie,„ich plaudere gern; kommen Sie her zu mir, auf meinen speziellen Platz.“
Sie trat in den Erker zurück, in den ihr nun Heddenheim folgte. Das ziemlich große, rings von Fenstern umgebene Halbrund war mit einer Anzahl hervorragend schöner Blattpflanzen geschmückt. Die breiten Blätter der Musa, das feingefiederte Grün der Dattel, die mächtigen Fächer des Phönix vereinigten sich zu einem grünen Dach; dazwischen rankte sich feines Schlinggewächs und auf schmalen Brettern an den Fenstern blühten Hyazinthen, Azaleen und Mai— blumen. Ein Tisch, auf dem Schreibmaterial und einige Bücher lagen, ein Schaukelstuhl und zwei kleine Sessel waren mit geschickter Benutzung des Raumes hineingeschoben.
„Das ist mein Wintergarten,“ sagte sie,„und ich meine, das Bild hier ist schön, auch wenn man schon viel gesehen hat.“
Sie wies mit der Hand zum Fenster hinaus und Heddenheim mußte gestehen, daß der Blick auf die sanft geschwungene Berglinie und die von Baumgruppen unterbrochenen Wiesen und Felder sehr anmuthig war.
„Sehen Sie da im Hintergrunde, links von den Bergen, den silbernen Streifen aufblitzen,“ fuhr sie fort,„das ist die See, ich reite und fahre oft hinüber, im Sommer täglich, um zu baden. Wir waren beinahe ein Jahr fort, die Tante wollte mir die schöne Welt zeigen; so gingen wir nach den italienischen Seen, von dort nach der Schweiz und waren dann während der Wintermonate in München und Dresden. Ich habe Köstliches gesehen, in Kunst und Natur geschwelgt, aber zuweilen, wenn ich allein war, überfiel mich eine heiße Sehnsucht nach der geliebten See, und wenn ich die Augen schloß, glaubte ich ihr Rauschen zu hören.“
„Ich begreife das,“ entgegnete Heddenheim,„das Meer und das Gebirge haben das gemeinsam, daß sie die Herzen mit Zauberbanden fesseln, man vergißt sie nicht und empfindet etwas wie Heimweh darnach.“
Sie nickte.„Sie haben Recht, ach, das Rauschen und Brausen, dieser scheinbar so gleichmäßige Anprall der Wellen an's Ufer, wie verschieden ist es und wirkt es, bald aufregend wie Jauchzen und Jubeln, und bald tief beruhigend, wie ein Schlummerlied für Körper und Seele, darum zieht es mich auch immer an die See, gleichviel ob ich froh oder traurig bin— ich kann nämlich auch sehr traurig sein, was Sie wahrscheinlich nicht glauben.“.
„O, warum nicht? Mit wem ginge das Leben so glimpflich um, ihm nicht auch in der Jugend hier und da eine trübe Stunde zu bereiten!“ 5 g
Sie schüttelte eifrig den Kopf.„Nein, nein, so war es nicht gemeint; ich bin wirklich ganz glücklich, mir fehlt gar nichts; die Tante, trotz ihrer Rauheit, ist mehr als gut zu mir. Mich überfällt die Traurigkeit nur bisweilen so ganz aus dem Stegreif, ohne Ver⸗ anlassung, wie eine Krankheit; dann ist mein Heilmittel die See, sie singt allen Aufruhr in mir zur Ruhe und ich komme gesund
zurück. Deshalb ist mir dieser Platz so lieb, der silberne Streif dort ist mir wie ein Gruß von ihr und wenn er von Wolken oder Nebel verhüllt ist, kann ich stundenlang sitzen und warten, bis er endlich wieder auftaucht.“
„Dies also ist Ihr buen retiro?“ fragte Heddenheim.
„Ja, hier denke ich, träume ich, lese und“— ein Seufzer— „arbeite.“ Es war ein unsäglich drolliger, halb kläglicher, halb schalkhafter Ausdruck, mit dem sie fortfuhr:„Ich arbeite nämlich eigentlich nicht, denn ich habe ein Grauen vor diesen sogenannten weiblichen Beschäftigungen. Da irgendwo steht ein großer Korb mit allerlei Handarbeit— aber mein Gott, andere Leute verstehen das tausend Mal besser zu machen, denen es ein guter Erwerb ist — meine Erziehung ist in diesem Punkt total verdorben; reiten, fahren, schwimmen und dergleichen ist mir lieber als irgend eine Handarbeit.“
Sie hatte sich unterdeß ohne Unterbrechung mit ihrem Stuhl hin und her gewiegt und fügte nun ein wenig hochmüthig hinzu: „Sie finden das wahrscheinlich entsetzlich, denn die Männer halten es ja wohl für noͤthig, daß wir stricken, nähen, stopfen, flicken u. s. w.?“
„Sie irren, gnädiges Fräulein,“ versetzte Heddenheim lächelnd, „ich erkenne vollkommen das Recht der Individualität an, die über die Beschäftigung der Frau ebenso gut bestimmt, wie über die des Mannes.“
Martina richtete sich rasch auf und sah ihn mit großen Augen an.„Wirklich? Nun, das gefällt mir, ich hätte es Ihnen gar— nicht zugetraut.“ Sie bot ihm die Hand und drückte die seine kräftig.„Schade, daß Anneliese heute nicht hier ist, sie pflegt mir sonst regelmäßig um diese Stunde Gesellschaft zu leisten, da hätten Sie gleich die entgegengesetzte Individualität gesehen, deren ganzen Reiz ich anerkenne; still, sanft und so fleißig, daß die Hände nicht einen Moment ruhen.“
„Anneliese?“ fragte er.
„Nun ja, Anneliese Berting; sie ist heute da im Nebenzimmer bei ihrem Kleinen, so ein armes, gebrechliches, kleines Wesen, das heute noch dazu krank ist.“
„Frau Berting ist hier? In Ornshagen?“
„Nun natürlich, seit dem unglücklichen Tode ihres Mannes; zum Glück waren wir eben zurückgekehrt und konnten sie gleich hierher nehmen, sie durfte doch nicht allein da in Bresden bleiben, wo jeder Winkel sie an das Schreckniß erinnerte. Tante fuhr gleich hinüber und Anneliese war verständig genug, sich durch ihre rauhe Art nicht abschrecken zu lassen, sondern gleich mitzukommen. Das arme kleine Geschöpf mag sich wohl auch gegrault haben, ich traue ihr etwas von Gespensterfurcht zu.“
„Nun, sie kannte ja wohl die Art Ihrer Frau Tante und war dankbar—“
„Nein, sie sah sie zum ersten Mal, wir hatten keinerlei Um— gang mit Bresden, überhaupt nicht mit der Nachbarschaft.“
(Fortsetzung folgt.)
Mutter und Sohn. Novellette von Cordelia, deutsch von Konrad Telmann. (Schluß.) 158
Nach so vielen Tagen der Angst kamen die Tage der Ruhe.
Dennoch lag immer noch eine große Ungewißheit über das Loos Venedigs in der Luft. Endlich verbreitete sich die Nachricht, daß Oesterreich es an Frankreich und dieses es an Italien abgetreten habe.
Das war nicht die durch den Ruhm der Waffen erworbene Freiheit, aber es war immer die Freiheit, und obgleich dies durch— aus nicht nach dem Geschmacke Vieler war, fanden doch die Veneter, die so vieler Jahre der Aufopferung und der Sklaverei müde waren, daß die Mittel durch den Zweck gerechtfertigt wurden, riefen der nahen Freiheit ihren Beifall zu und bereiteten sich vor, mit Freudengeschrei den feierlichen Einzug des italienischen Heeres aufzunehmen.
In der That bot am Tage des vierten November 1866 Venedig ein Schauspiel dar, das unmöglich zu vergessen wäre. Von der Frühe an herrschte eine ungewöhnliche Bewegung in der ganzen Bevölkerung, sie war wie eine einzige, große Familie; ein und
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