Ausgabe 
26.2.1845
 
Einzelbild herunterladen

2

r

dem Oellichte.

% 66.

20 Die Zotte, d. i. das Gußröhrchen oder die Guß⸗ rinne an einem Gefüße, am Brunnenrohr ꝛc., die Docht⸗ röhre am Licht. So ſchreibt man hochdeutſch unſer wetter⸗ auiſch ausgeſprochenes Wort die Zott. Alberus in ſeinem Wörterbuch von 1540 ſchreibt zot und zott nach wetterau iſcher Aussprache; der Spaten aber in ſeinem Wörterbuche von 1691 hat die Zotte. Zu Aſchaffenburg ſagt man die Zutte.

2200 Der Wieche oder Wiechen), d. i. die docht⸗ artig gedrehte Baumwolle oder Fadenzupfſel, der Docht in So ſchreibt und ſpricht man hochdeutſch unſer wetterauiſches Wiche. Altdeutſch ſagte man der Wieche und bei den Angelſachſen Werk in der Bedeutung Docht. Das Wort iſt alſo ſehr alt.

23) Das Augengleff, d. i. das Augenlied. So ſchreibt man unſer landſchaftliches Ahgegleaff im Hoch deutſchen. Das Wort: das Gleff iſt alt. Alberus in ſei⸗ nem Wörterbuch von 1540 und das mittelrheiniſche Wör⸗ terbuch von 1469 haben gleff in der Bedeutung Lippe,

latein. Ia bium Lippe, und Gleff ſcheint dadurch entſtan⸗ den, daß man ge- davor ſetzte, alſo urſprünglich Geleff ſprach, wie Gelied, Gelaube ꝛc., woraus unſer Glied, Glaube ꝛc. geworden ſind. W.

Oeffentliche Dankſagung.

Den edlen Menſchenfreunden, die durch ihre aufopfernde, uneigen⸗ nützige Mitwirkung, nicht minder denjenigen, die durch ihre wohlthätigen Geldbeiträge unſern Singverein bei dem am 16. d. M. zum Beßten hie⸗ ſiger Armen gegebenen muſikaliſch-declamatoriſchen Abendunterhaltung ſo lobenswerth unterſtützten, ſtatten wir hiermit öffentlich unſern wärmſten, tiefgefühlteſten Dank ab. Zugleich beehren wir uns, denſelben zu eröffnen, daß an genanntem Abend die ſchöne Summe von 46 fl. 53 kr. eingegan⸗ gen iſt, hiervon nur 2 fl. 40 kr. Koſten in Abzug kommen und wir ſomtt die Freude hatten, noch 44 fl. 13 kr. unter die von uns beſtimmten Ar⸗ men austheilen zu können.

Heldenbergen den 21. Februar 1845.

Der Vorſtand des Singvereins, Namens deſſen, Epplé, Director.

Lefze.

*) Gerade ſo wie wir ſagen: der Funke, Glaube, Schatte, Name ꝛe. und der Funken, Glauben, Schatten, Namen ꝛc. Der zweite Fall von Wieche oder Wiechen lautet: des Wiechens. Die Mehrzahl

heißt: die Wiechen.

Leff nämlich iſt dasſelbe Lef wie in Lef-ze von

Für die armen Felsberger

iſt eingegangen 1 fl. v. St., deſſen Empfang ich dem gütigen Geber mit herzlichem Danke beſcheinige. Friedberg am

22. Februar 1845. L. Matthias, Caſſier.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

a

Edictalla dung.

(195) Nachdem Jacob Melchior von Butz⸗ bach ſich der Verwaltung ſeines Vermögens aus gerichtlich gebilligten Gründen begeben bat und ihm demgemäß in der Perſon des Heinrich Melchior und Philipp Lippert von da Beiſtände beigegeben worden ſind, wird dieſes unter dem Anfügen bekannt gemacht, daß für die Folge Rechtsgeſchäfte mit Jacob Melchior nur in ſofern als rechtlich wirkſam behandelt werden können, als ſie von ſeinen beſtellten Beiſtänden genehmigt wurden. Zugleich wer⸗ den alle diejenigen, die Forderungen oder ſon⸗ ſtige Anſprüche an Jacob Melchior zu machen haben, aufgefordert, dieſe ſo gewiß im Termin Donnerſtag den 20. März a. c., früh, dahier anzuzeigen, gegenfalls dieſelben bei der Regulirung des Vermögenſtandes nicht weiter berückſichtigt werden können. Butzbach den 6. Februar 1845. Grßh. Heſſ. Landgericht daſ. Ra'y ß.

Edicetalladung.

(2310 Heinrich Helfrich von Feldkrücken hat

dem Gr. Forſtfiscus

Flur 14/22 323[IKlafter Wieſe, die Adges wieſe,

14/24 672[IKlafter Wieſe daſelbſt, und Heinrich Schleuning, Konrads Sohn, da ſelbſt demſelben Flur 14/17 403[ Klafter Wieſe, das Lauchen⸗

rod, verkauft, können aber ihr Eingenthum an fraglichen Grundſtücken urkundlich nicht nach⸗ weiſen. Es werden darum alle diejenigen, welche an dieſe Grundſtücke Eigenthums⸗ oder ſonſtige dinglinge Anſprüche bilden zu konnen

vermeinen, aufgefordert, ſolche binnen vier Wochen dahier an und auszuführen, widrigen⸗ falls die Kaufbriefe beſtätigt werden. Ulrichſtein den 13. Februar 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann.

Verſteigerung von Arbeiten zur Er- bauung eines Schulhauſes benebſt Oeconomiegebäͤude zu Lollar.

(239) Mittwoch den 5. März d. J., Vor⸗

mittags um 10 Uhr, ſollen die zur Erbauung

der obigen Gebäude nöthigen Arbeiten, vor

anſchlagt: fl. kr⸗ 1). Maurerarbeit zu 25 0 52

2) Steinhauerarbeit 744 29 3) Zimmerarbeit 1867 51 4) Dachdeckerarbeit 416 14 5) Schreinerarbeit 996 29 6) Schloſſerarbeit 687 16 7) Glaſerarbeit 330 54 8) Weißbinderarbeit 598 02

9) Spenglerarbeit 55 00 10) die Lieferung von circa 162 Bütten Kalk und 8 Cbklftr. Lehmſand, zu Lollar in dem Bureau des Unterzeichneten an die Wenigſtfordernden öffentlich verſteigert werden, woſelbſt auch die Riſſe, Voranſchläge und Verſteigerungsbedingungen zur Einſicht offen liegen. Lollar den 17. Februar 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bros.

Holz verkauf.

(210) Auf dem Gräfl. Solms⸗Rödelheim' ſchen Braunkohlenwerk bei Bauernheim, wer⸗ den Freitag den 28. l. M., Vormittags 11 Uhr, 36 Stecken Grubenholz zu öffentlichem Verkaufe gebracht.

Von der am 16. v. M. abgehaltenen Ver⸗ ſteigerung ſind einige Stecken Holz bis jetzt nicht abgefahren worden; die Käufer dieſes Holzes werden an dieſes Abfahren unter dem Anhang andurch erinnert, daß wenn daſſelbe

nicht bis zum 28. d. M. ſtattgefunden hat, ein abermaliger Verkauf, auf ihre Koſten und Gefahr, vorgenommen werden wird. Oſſenheim den 18. Februar 1845. Gräfl. Solms⸗Rödelh. Bergverwaltung Frucht ⸗Verſteigerung. (219) Mittwoch den 5. März, Nachmittags 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrathe des vereinigten Armenfonds 50 bis 60 Malter Korn und 10 Malter Gerſte zweimalterweiſe öffentlich meiſtbietend verſtei gert. Friedberg den 24. Februar 1845. Der Beigeordnete Bender.

Oeffentliche Taubſtummenprüfung zu Friedberg.

(250) Höchſter Verordnung zufolge findet die dießjährige öffentliche Prüfung der in unſrer Anſtalt ſich, befindenden taubſtummen Zöglinge am 6. Marz, Vormittags 8 Uhr an⸗ fangend, auf dem hieſigen Gemeindehauſe ſtatt, wozu Unterzeichneter alle hieſigen und aus⸗ wärtigen Freunde des Taubſtummen⸗Unter⸗ richts- und Erziehungsweſen hiermit höflichſt einladet.

Friedberg im Februar 1845. Der Oirektor der Großh. Heſſ. Taub⸗

ſtummenanſtalt

Roller.

Aufforderung. (2510 Der Gaſthalter Martin Simon von hier beabſichtigt ſein Vermögen ſeinen Kindern abzutreten. Etwaige unbekannte Gläubiger werden aufgefordert, Montag den 17. März, Vormittags 8 Uhr, ihre Anſprüche anzuzeigen, widrigenfalls ſie bei dieſer Vermögens⸗UHebergabe nicht berück⸗ ſichtigt werden. Friedberg am 20. Februar 1845. Großb. Heſſ. Landgericht Hofmann. Löw.

Aufügen zal, fein Nachg ſchritsmäßtg 1. August b Heldel Der

rücken haber ligen Gema lich;

Y Jobe 3206, XI.

1

obe 9205 N.

den, widrig beſtatigt w Ulrichſt

At

3) Nachmittag meindehaus

gegeben w

Helden