und ſollten unſre Lebensjahre en Kampfe, ohne das Morgenroth zu ſchauen,— dort, wo die treuen des Himmels Glanz, wird uns die en muthigen Kämpfern verheißen hat!—
5 bie Brüder, die Ihr geſonnen ſeid, mit uns zum heiligen Bunde zuſammen zu treten, laßt uns bald Euren Emſchluß, ſowie geeignete Vorſchläge zur Bildung eines über unſer ganzes Vaterland ſich erſtreckenden Vereines zu— gehen.
Wetterfeld, im Kr. Hungen, den 21. Febr. 1845.
Der Vorſtand des Mäßigkeitsvereins: Koch, Pfarrer zu Wetterfeld, Arnoldi, Pfarrer zu Gonterskirchen, Budden, Gr. Steuercommiſſar zu Grünberg, Draudt, Pfarrer zu Münſter, Ebel, erſter Pfarrer und Inſpector zu Gruͤnberg, Ebel, Pfarrer zu Winnerod, Glaſer, Rector zu Grünberg, Schadt, Conrector zu Laubach, Steinberger, zweiter Pfarrer zu Grünberg, Wahl, Pfarrer zu Ruppertsburg.
ren ertämpſt worde
Lehrer leucht n Krone, die Got
Großgerau, 8. April.
In Folge des zu Ende vorigen Monats eingetretenen Regenwetters und der raſch ſchmelzenden Schneemaſſen ſchwollen der Rhein und der Main in ihren Ufern der hie⸗ ſigen Gegend in auffallender Eile empor; die in dieſe Ströme ſich ergießenden Bäche und Graben aus unſerer Gegend wurden zurückgeſtaut und ſchnell waren die Fluren in der Nähe des Rheins,— bis vor die hieſige Stadt,— mit aufſchwellendem Waſſer überdeckt. Bald ſtieg daſſelbe bis beinahe an die Kronen der hohen Landdämme und die ge⸗ ungſteten Bewohner der Niederungen beider Flüſſe fürchteten nun das hereinbrechende Verderben.— Wie bald trat dieſe Ahnung verwirklicht ein! Trotz aller Anſtrengungen brachen die Dämme des Rheins und des Mains in der Gegend der Mainſpitze;— der linkſeitige Damm des vom Rhein zurück⸗ geſtauten Schwarzbachs zwiſchen Wallerſtädten und Aſtheim, ſowie der Damm am Main bei Biſchoffsheim;— und jetzt bildeten die Niederungen von Erfelden bis Ginsheim und Biſchoffsheim einen großen, beinahe 6 Stunden langen 2—3 Stunden breiten, unabſehbaren See, aus welchem die Orte Leeheim, Geinsheim, Wallerſtaͤdten, Aſtheim, Ginsheim, Biſchoffsheim und eine Menge einzelner Höfe, wie kleine Inſeln, hervortauchten; ein großer Theil der Gemarkung Crumſtadt wurde durch einen Bruch des Sandbachdamms tief unter Waſſer geſetzt und der hoch gelegene Ort Kelſter— bach vom weit ſich verbreitenden Main ſo ſehr uüberſchwemmt, daß alle Verbindung dahin abgeſchnitten war. Das kla⸗ gende Sturmgeläute in den bedrängten Dörfern, das Rau— ſchen und Toſen der Fluthen, das Hülferufen und Schießen der Dammwachen boten in zoei ſchrecklichen Nächten ein ſchauervolles Bild den tief ergriffenen Bewohnern der Um⸗ gegend dar.— Die Noth war groß, ſie erſcheint aber jetzt, nachdem ein ſchnell gebildeter Verein den Schaden der be— drängten Gemeinden zu ermitteln begonnen, unendlich groß! Der arme Tagloͤhner, welcher ſeit 8 Wochen keinen Verdienſt durch Arbeit finden konnte, verlor die wenigen Nahrangsmittel; der kleine, mit Schulden überhäufte Bauer muß auf die Erndte ſeiner Winterfrucht verzichten und die Hoffnung aufgeben, die naſſen Felder vor Ablauf der Saat— zeit für die Sommerfrucht zubereiten zu können; viele Tau⸗
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ſend Wagen voll Dung ſind auf den Feldern verſchwunden. Gebäude ſind eingeſtürzt oder dem Einſturz nahe, und ſehr viele Wohnungen, mit Waſſer gefüllt, bleiben auf lange Zeit unbewohnbar.— In dieſer trüben Nacht ſo großen Unglücks aber tröſtete die Heimgeſuchten die lebendige, werk⸗ thätige Theilnahme vieler Menſchenfreunde, welche die erſte Noth wenigſtens zu lindern ſich beeilten. So erquickte z. B. die verehrliche Bäckerzunft in Darmſtadt mit 516 Laiben Brod die hungernden Armen; ungenannte Wohlthäter aus Mainz ſendeten Schiffe voll Brod nach Ginsheim und Biſchoffsheim und mehrere, vom Waſſer verſchont gebliebene Gemeinden des Kreiſes ſind durch ſchnell gereichte Spenden von Lebensmitteln ihren Brüdern zu Hülfe gekommen.— Nur mit Worten können die Armen öffentlich hier danken, aber den Lohn finden dieſe Menſchenfreunde in ihrer Bruſt, in dem ſtillen Bewußtſeyn: den Glauben an Bruderliebe erhalten und geſtärkt zu haben. Möge ihre fromme Werk⸗— thätigkeit recht bald reichliche Nachahmung finden!“)
Heim, Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Großgerau.
) Wir erlauben uns die Leſer auf die beiden Comité's aufmerkſam zu machen, welche ſich in Friedberg und Grünberg gebildet haben, milde Gaben für die Waſſerbeſchädigten in Empfang zu nehmen.
Die Redaction.
Friedberg den 14. April 1845.
Herr und Frau von Hoxar beabſichtigen bis zum 20. oder 27. d. M. eine dramatiſch⸗deklamatoriſche Abendunterhaltung auf Subſeription zu veranſtalten. Für die erſte Abtheilung haben ſie den Vortrag der„Anti⸗ gone“ Tragödie des Sophokles gewählt.—
In Herrn von Ho xar lernten wir einen Schauſpieler von großer Befähigung kennen— begabt mit einem kräftigen, ſonoren Organe, wel⸗ ches hinſichtlich ſeiner Weichheit und ſeinem Schmelze wohl geeignet iſt, die Tonleiter der Empfindungen in ſolchem Meiſterwerke duͤrchzulaufen und treu wieder zu geben.
Herr und Frau von Hoxar, früher Mitglieder des Hoftheaters zu Meiningen, ſind ſchon viermal in der„Antigone“ in den Haupt⸗ Rollen aufgetreten; die deutſche Theaterzeitung vom 22. April 1844 re⸗ ferirt über die Leiſtungen dieſes Künſtlerpagres im Auszuge Nachſtehendes: „Hoftheater in Meiningen.“ Am 2. April wurde uns zur Geburtsfeier „Sr. Hoheit des Erbprinzen Georg„Antigone vorgeführt und wir „müſſen geſtehen, daß die Aufführung all' unſere Erwartungen übertraf. „Die prachtvolle Ausſtattung hat wohl nur in Berlin ihres Gleichen „gehabt. Der Intendant war raſtlos thätig und gab ſich unendliche Mühe, „die Löſung der ſchweren Aufgabe möglich zu machen..
„Herr von Hoxar gab den Kreon und befriedigte uns ganz. „Wollten wir eine Ausſtellung machen, ſo wäre es die, daß wir ihm „etwas weniger Leidenſchaft bis zur Kataſtrophe gewünſcht hätten. Dieſe „wirkt dann um ſo tragiſcher und großartiger, mit je größerer Ruhe er „bis dahin ſeinen Weg verfolgt hat. Das Schickſal bricht über den kalt „berechnenden Staatsmann herein und erdrückt.—
„Aber auch ſo wird Herr von Hoxar in dieſer Rolle überall „mit Ehren auftreten können. Ihrer Aufgabe auch vollkommen gewachſen „war auch Frau von Hoxar in der Titelrolle, für welche ſich ihre ganze „Individualität eignet: Beide wurden ſtürmiſch gerufen. Wir können „dieſe Vorſtellung als die gelungenſte der ganzen Saiſon bezeichnen; die „Sprüche der Weisheit, die in jeder Zeile ſich wie Perlen aneinander⸗ »reihen, ſind ein treffliches Mittel, den Geſchmack des verwöhnten Publi— „kums für das Einfachſchöne zu gewinnen; die Tragödie wurde ſeither „Biermal wiederholt. Dr. L. Köhler.
. zweite Abtheilung: Eine Blumen ⸗Vaſe mit den ſchönſten Blüten aus dem Gebiete der Kunſt und des Humors— oder Etwas für Jedermann, wird der Zettel näher bezeichnen.
Indem wir dieſe Soirée als eine Außergewöhnliche bezeichnen, empfehlen wir dieſelbe dem Wohlwollen des hieſigen Publikums, da Herr und Frau von Hoxar(mit zahlreicher Familie) ſich außer Engagement befinden und ſomit beſondere Theilnahme verdienen.
Für die Waſſerbeſchädigten
iſt eingegangen bei Beigeordnetem Bender: von Gr. Domänenrath Buß 1 fl. 45 kr., von B. H. 24 kr.; bei C. Bindernagel: von S. H. 3fl. 30 kr. von K. 1 fl. 45 kr.
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