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Gibt es, Vater, einen äußern Vortheil in Deiner Wirthſchaft, weißt Du auf irgend eine Weiſe Dein Geſchäft durch eine kluge Verbeſſerung zu vervollkommenen, ſo ſcheueſt Du keine Mittel, nennenswerthe Summen gibſt Du gern hin— Du hofft Gewinn— glaubſt überzeugt zu ſein, daß ſolche Einlage reichlich Zinſen trage.— Handelſt Du auch ſo in Bezug auf die Bildung Deiner Kinder? Bringſt Du auch da dieſe Opfer?— Ein Kapital hier angelegt trägt noch ungleich reichlicher, als bei Verbeſſerung der Land— wirthſchaft ꝛc. ꝛc. Hier erndteſt Du geiſtigen Segen bei materieller Einlage.
Und Ihr, Gemeindevorſteher, es iſt wahr, mit lobens⸗ werther Sorgfalt ſeid Ihr oft bedacht für das Wohl eurer Gemeinde; Ihr verwendet große Summen zum Vortheil des Ackerbaues, des Viehſtandes c. Ja— von vielen Ge—⸗ meinden ſei auch das lobend geſagt— Ihr gründet Schulen, bauet freundliche und geſunde Schulhäuſer, gebt euern Leh— rern freiwillige Gehaltszulagen— kurz Ihr thut viel, was rühmend genannt werden darf. Aber es iſt immer noch mehr zu thun.— Es iſt, wie ſchon geſagt, oft ſchon Viel verloren und verſäumt, bevor die Schule wirkſam eingreifen kann.
Darum iſt's moglich, ihr Gemeinden, erlauben es euere äußeren Verhältniſſe, ſo errichtet Kleinkinderſchu⸗ len; bringt noch weitere Opfer, daß euere Kleinen“) von den böſen Einfluͤſſen einer verdorbenen Geſellſchaft entfernt werden, daß ſie unter Aufſicht vernünftiger Erzieher und Erzieherinen kommen, wo der Schule wirkſam vorgearbei— tet wird, wo durch Erziehung und Unterricht— durch vernünftiges Unterhalten, ſie geiſtig gekräftigt werden.
Sorgt dann weiter, ihr Eltern beſonders, daß dem Lehrer ſein ſchweres Amt erleichtert werde, greift ihm durch kräftige häusliche Erziehung unter die Arme, vereinigt Euch mit ihm, um den Unaxten euerer Kinder zu ſteuern, lenkt mit ihm den Sinn euerer Kinder von den zerſtreuenden und zur Genußſucht führenden Vergnügungen, von Tanz, Ball, Kränzchen, Reiſen, Beſuchen ꝛc. ꝛc. zu eigentlichen, natuͤr— lichen Jugendfreuden und Jugendſpielen““), gewöhnt ſie zu ernſtem häuslichen Fleiß und durch ein gutes Vorbild zu Einfachheit in Genuß, Kleidung und Vergnügen, und— endlich, laßt es mit der eigentlichen Schulbildung noch nicht beſchloſſen ſein. Glaubt mir, euer konfirmirter Sohn iſt weder in Kenntniſſen und Fertigkeiten, noch in moraliſcher Beziehung ſchon ein Held, der ſich nun allſeitig durchſchla⸗ gen kann; er iſt, wenn Viel geſchehen iſt, erſt halbgebil⸗ det. Jetzt ſteht er erſt auf der Stufe einer ernſtlichern Entfaltung und es hängt Viel davon ab, für ſein ganzes Leben Viel davon ab, was in deu erſten Jahren nach der Konfirmation geſchieht. Er kann gleichgut nun noch bei⸗— des werden: ein ausgelaſſener ungeſitteter Junge und ein
) Ich meine aber beſonders und vorläufig ausſchließlich die Kleinen der arbeitenden und armen Klaſſe, nicht die Kinder der Wohl⸗ habenden, die oft nur aus Bequemlichkeit ihre Kinder der Anſtalt übergeben. Und— laßt ganz unentgeltlich die Armen die An⸗ ſtalt beſuchen.
) Mit Freuden vernahm ich die freundlichen und wohlmeinenden Worte der Lehrer Friedbergs in dieſer Beziehung Rr. 99. de 1844 d. Bl.
beſcheidener wohlgeſitteter Juͤngling. Sorgt alſo endlich, Ihr Eltern, daß euere Kinder noch weiter unter einer ge⸗ regelten Aufſicht und unter Zucht geſtellt werden, daß ſie, beſonders die Jungen“), noch eine weitere Fortbildungs— ſchule genießen und ſo, bei dem Erlernen eines Berufsge⸗ ſchäfts, ſich zugleich geiſtig mehr befähigen zu gewandten Geſchäfts- oder Handwerksleuten, zu wohlgeſitteten Mitbuͤr⸗ gern und im Allgemeinen zu guten Menſchen.
So, denke ich, würde es, wenigſtens um Etwas, beſſer werden, wir würden Alle reichen Segen erndten und ein großer Theil der vielen Wünſche, die man eben nicht ſelten herz⸗ und gedankenlos ausſprechen hört, wurden erfüllt durch unſere eigene Vermittelung.
Ein Menſchenfreund.
Merket auf ihr Branntweinfreunde!
Ein ruſſiſcher Offizier, welcher eine Reiſe um die Erde gemacht hatte, kam nach Kamtſchatka und fand dorten na⸗ mentlich im Innern der Halbinſel große Reinlichkeit und einen gewiſſen Grad von Luxus. Auf faſt allen Geſichtern, die er beobachtete, nahm er den Ausdruck der Zufriedenheit wahr. Nach angeſtellter Erkundigung über die Urſache die⸗ ſer erfreulichen Erſcheinung wurde ihm die Bemerkung ge- macht, daß der Statthalter den Verkauf des Branntweins mit wenigen Ausnahmen ſtrenge verboten habe. In frühe- ren Jahren hatten die Kaufleute, welche Zobel und andere Pelzwaaren einkaufen wollten, eine Menge Branntwein mit ſich genommen. Mit dieſem verderblichen Getränke ſeien die Kamtſchadalen in berauſchten Zuſtand verſetzt und her— nach von den klugen Handelsleuten überliſtet worden. Seit mehreren Jahren wäre ihnen die Gelegenheit zur Völlerei abgeſchnitten worden, und von daher habe ihre Lage ſich fort und fort verbeſſert.
Aufgabe aus der Geſellſchaftsrechnung.
Zwei Huſaren, Paul und Jakob hielten eine Keller⸗ reviſion, wobei es jenem 12, dieſem 20 Schöpplein Weins als wohlverdiente Sporteln trug. Als dieſe Kriegshelden im Begriffe waren, dieſen Wein beim Frühmahl zu koſten, luden ſich zwei Kriegscommiſſäre zu Gaſte, und die 4 Herren leerten jene 32 Schöͤpplein.
Beim Abſchiede drückte einer der Commiſſäre dem Ja⸗ kob 8 Ducaten in die Hand. Nun fragt es ſich, wie dieſe Goldfüchſe zu vertheilen ſind, wenn einem Jeden der bei⸗ den Kriegsmänner das werden ſoll, was ihm gebührt?—
NB. Dieſe Aufgabe iſt einem in Hebels Hausfreund enthaltenem Exempel nachgebildet
Der geehrte Leſer wird gebeten, ſeine Anſichten über dieſe Aufgabe der Redact. mitzutheilen;— über die An⸗ wendung jedoch auf große und kleine Verhältniſſe möge ein Jeder ſein Theil denken. F.
*) Wir glauben, daß„eine geregelte Aufſicht und Zucht/ bei den kon⸗
fürmirten Mädchen nicht minder nöthig, vielleicht noch nöthiger iſt, als bei den Jungen. Die Red.
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