Verſchiedenes.
„ Mancher, der gerne ſelbſt Eins auſſchneidet, ſchuͤt— telt ungläubig den Kopf, wenn er Sirach 20, 27. lieſt: „ein Dieb iſt nicht ſo böͤſe, als ein Menſch, der ſich zum Lügen gewohnt, aber zuletzt kommen ſie Beide an den Gal⸗ Die Wahrheit dieſer Worte, ſoferne ſie ſich auf die Lüge beziehen, hat aber neulich eine merkwürdige Beſtätigung in Frankreich gefunden, denn als in Nantes ein 23jähriger Verbrecher hingerichtet werden ſollte, ſagte er, als er ſchon auf dem Schaffot ſtand und vor ſich eine große Anzahl junger Leute ſtehen ſah:„meine jungen Herren, die Lüge Vergeſſen Sie nicht, daß Ihnen
gen.
hat mich ſo weit gebracht. dieß ein zum Tode Verurtheilter ſagt.“
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ei Man wundert ſich oft, wie anerkannt ausgezeich— nete Männer, die an ſich ſo gut, wie an Andern den Kern
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ihr Ohr der Stimme der Schmeichelei nicht verſchließen. Der Engländer Byron gibt einen Grund dieſer merkwür⸗ digen Erſcheinung an, wenn er ſagt:„der Grund, warum Schmeichelei uns nicht mißfällt, iſt der, daß ſie, obgleich ſie unwahr iſt, uns doch beweiſt, daß wir bedeutend genug sind, um auf die eine oder die andere Weiſe die Leute zur Lüge zu bringen, damit ſie uns um ihres Intereſſes willen zu ihren Freunden macheu.“
Für die armen Felsberger
ſind eingegangen: v. d. Redaktion des Kreisblattes zu Nidda 5 fl. 11½ kr.; von Ortsbürgern zu Kaichen durch Lehrer Moxter 8 fl. 18 kr.; von
E. B. 1 fl.; zuſammen 14 fl. 2½ kr., deren Empfang ich den freundlichen
Gebern mit herzlichem Danke beſcheinige.
Zugleich erlaube ich mir, da
das Mitgefühl für die ſchreckliche Lage der Felsberger, bei weitem noch nicht überall, wo es könnte und ſollte und wie zu wünſchen wäre, in thä⸗ tiger Liebe ſich geoffenbaret hat, einen Jeden, der dieß lieſet, im Namen
von der Schale zu unterſcheiden im Stande ſind, dennoch
jener Unglücklichen an das Wort der Schrift zu erinnern:„wohlzuthun und mitzutheilen vergeſſet nicht, denn ſolche Opfer gefallen Gott wohl.“ Friedberg am 3. Februar 1845.
L. Matthias, Caſſter.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Hofraithe-Verſteigerung. (96) Mittwoch den 12. Februar l. J., wird auf freiwilllges Anſtehen die in der Mitte des Orts an der Hauptſtraße gelegene Philipp Will'ſche Hofraitbe, als: ein zweiſtöckiges Wohnhaus, zwei Keller. Scheuer und Stall, in bieſigem Rathhauſe, unter den im Termin eröffnet werdenden Bedingungen, welche jedoch auch täglich bei Unterzeichnetem einzuſehen ſind, meiſtbietend verſteigert
Vilbel den 18. Januar 1845.
Der Gr. Beigeordnete
Hinkel. Gärten-⸗Verſteigerung.
(142) Auf den Antrag der Georg Joſt'ſchen Cbeleute dahier werden Freitag den 7. Fe— bruar d. J., Morgens 10 Uhr, in hieſigem Rathbauſe nachſtehende, denſelben gehörende Gärten öffentlich freiwillig meiſtbietend ver— ſteigert, als:
Gemarkung Burg Friedberg:
10 Pag. und Nr. ½s, 97,03[IKlftr.(55 Ruthen) Ackerland in der 2. Gewann, an Georg Friedrich Rumpf;
2) Pag. und Nr. /, 173,19[IKlftr.(89 Ruthen) Ackerland im Ried, in der 3. Gewann an Georg Brethauer und Herrn v. Löw, gibt dem fürſtlichen Haus Solms— Braunfels 6 ½ kr.;
Gemarkung Ockſtadt:
3) Pag. und Nr. Js, 64.83[IKlftr.(32 Ruthen) Garten im Ried, in der 16. Gewann, an Carl Ludwig Böhmer zu Friedberg. N Schließlich wird-bemerkt, daß ſaͤmmtliche
Grundſtücke mit ſchönen Obſtbäumen ange—
pflanzt ſind.
Friedberg am 30. Januar 1845. Der Beigeordnete Bender.
Fruchtverſteigerung im Rentamte Friedberg.
(130 Von den 1844r fiscaliſchen Frucht⸗ vorräthen des hieſigen Rentamts werden Frei—
tag den 14. Februar 1845, Vormittags 10
Ubr, bier in Friedberg, in der Behauſung des Herrn Gaſtbalters Hieronimus vor dem ehe— maligen Mainzerthore, nachgenannte Quanti— täten öffentlich verſteigert:
1) Von dem Speicher zu Friedberg: 5 Mal⸗ ter Waizen, 45 Malter Korn, 25 Mal— ter Gerſte und 10 Malter Hafer;
2) Von dem Speicher zu Vilbel: 25 Malter Korn;
3) zu Stammheim lagernd: 1 Malter Wai— zen, 25 Malter Korn, und 25 Malter Hafer;
4) zu Rodbeim oder Holzbhauſen in Empfang zu nehmen: 15 Malter Korn,
5) zu Oberrosbach in Empfang zu nehmen: 12 Malter Korn.
Friedberg den 22. Janu er 1845. Der Großh. Heſſ. Domänenrath Bu ß Edietallad (155) der
ung. abweſende Johann Wiegand Marklof aus Friedberg oder deſſen etwaige Leibeserben und wer ſonſt Anſpruch an ſein ſeitber curatoriſch verwaltetes Vermögen macht, werden andurch aufgefordert ſich ein— tretenden Falls, unter geboriger Legitima⸗ tion, binnen drei Monaten, von beute au, hier anzumelden, widrigenfalls jenes Vermo— gen den Cbeweibern des Wilhelm Baumann und Heinrich Clôs von bier, die ſich as erb— berechtigt legitumirt haben, vorläufig nutznieß— lich gegen Caution, nach Ablauf des 90 Lebens— jahres des Abweſenden aber obne eine weitere Bekanntmachung eigenthumlich mit Aufhebung der zu ſtellenden Caution überlaſſen werden
wird.
Friedberg den 18. Januar 1845.
Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann.
Faſelochs Verſteigerung. (136) Montag den 10. d. M., Mittags 11 Uhr, ſoll ein der hieſigen Gemeinde gehöriger Faſelochſe, 4 Jahr« alt, welcher zum Schlach— ten geeignet iſt, auch noch zum Faſelochs fort— gebraucht werden kann, auf dem Gemeinde— hauſe dahier meiſtbietend verſteigert werden.
Dornaſſenheim den 1. Februar 1845.
Der Herzogl. Naſſ. Schultheis
Herbert.
Bekanntmachung. (157) Samſtag den 8. Febr. d. J., Vor⸗
mittags 10 Uhr, ſoll auf dem Bureau des Unterzeichneten die Lieferung der Fourage für zwei berrſchaftliche Landbeſchäler auf der Sta— tion Altenſtaͤdt für die Dauer der diesjährigen Sprungzeit öffentlich wenigſtnehmend vergeben werden.
Dieſes haben die Großh. Bürgermeiſter als— bald zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.
Friedberg den 29. Januar 1845. Der Gr. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg
J: d. V. Krach, Gr. Kr. Sekr.
Holz-Verſteigerung.
(138) Montag den 10. Februar d. J. ſoll das dem Gr. Fiskus zugefallene Markloosholz in dem Rockenberger Markwald: 269 ¼/ Stecken buchen Scheitbolz, 252 35— 1 Prügelbolz und 3) 1568% Stück buchen Wellen, unter denen bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meiſtbietend verſteigert werden. Der Anfang iſt Morgens um 9 Uhr am Forſtgarten Obbornbofen am 31. Januar 1845. Der Großh Heſſ. Revierförſter des Reviers Münzenberg Marchand. Verſteigerung von Bauarbeiten. (159) Montag den 10. Februar, Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll auf dem Rathbauſe zu Großenlinden die zur Herſtellung der Kaplanei— gebäude daͤſelbſt nöthigen Arbeiten, beſtehend in fl. Maurerarbeit, voranſchlagt zu 333 28 Zimmerarbeit 218 47 Dachdeckerarbeit 86 42
Schreinerarbeit 243 33 Schloſſerarbeit 94 36 Glaſerarbeit 42 30 Weißbinderarbeit 307 4 Spenglerarbeit 64 15 Pflaſterarbeit 227 31
wenigſtfordernd verſteigert werden. Der Voranſchlag und die Verſteigerungsbe— dingungen liegen bis zu dem Tag vor der Verſteigerung auf der Geſchäftsſtube des Un terzeichneten zur Einſicht der Steigliebhaber offen. Gießen den 31. Januar 1845. Der Gr. Provinzialbaumeiſte Mü lee a


