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Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 27.
Bekanntmachung Grßh. Miniſterſums der auswärtigen Angelegen⸗ heiten vom 5, Sept, d. J.; Nachdem der zwiſchen dem Großherzogthume Heſſen, dem Königreiche Preußen und dem Herzogthume Naſſau am 16, Oi, Sa über die Schiffbarmachung der Lahn zu Coblenz ahgeſchloſſene Stagtsverirgg von S. K. H. dem Großherzoge unterm 16, b, Mis, genehmigt worden iſt und die Auswechſelung ſämmtlicher Motiffcatſonsurkunden der hohen Contrahenten hiernach ſtattgefunden hat, so wird dieſer Vertrag zur allgemeinen Wiſſenſchaft und Nachachtung im Großhberzogtzume Heſſen öffentlich bekannt gemacht. Folgt der aus 28 Artikeln beſtehende Vertrag, nebſt Tarif der Lahnſchifffahrtsab gaben. Hiernach wird die Lahn in möglichſt kurzer Zeit von ihrer Mündung vor⸗ käufig bis Gießen dergeſtalt ſchiffbar gemacht und mit ſolchen Einrichtun⸗ gen verſehen, daß ſie regelmäßig mit Fahrzeugen von 100 preußiſchen Fuß Länge, 16 p. F. Breite und 2 p. F. Einſenkung(den Fuß zu 0,314 meéfre) auf- und abwärts befahren werden kann. Der für die Beſchiffung des Lahnfluſſes von ſeiner Mündung bis Gießen und umgekehrt zu ent⸗ richtende Zoll wird nach dem Bruttogewichte der geladenen Waaren beſtimmt und beträgt für alle Gegenſtände für den Zollcentner 1 Silber⸗ groſchen oder 3½ Kreuzer. Vom Lahnzoll befreit find: Ungehauene Steine, Sand, Lehm, Kies, gemeine Erde, Torf, Dünger, Faſchinen und Schiffs⸗ geräthe. Für den Durchlaß durch jede Schleuſe wird erhoben für jedes beladene oder unbeladene Fahrzeug: von weniger als 500 Centner Ladungsfähigkeit 2 Sgr. oder 7 kr., von 500 bis einſchließlich 1000 Cent⸗ ner Ladungsfähigkeit 4 Sgr. oder 14 kr., von mehr als 1000 bis ein⸗ ſchließlich 1500 Centner Ladungsfähigkeit 6 Sgr. oder 21 kr., von mehr als 1500 Centner Ladungsfähigkeit 8 Sgr. oder 28 kr. Bei Kuppel⸗ ſchleuſen iſt der doppelte Satz zu entrichten.
Der Feldberg der Hoͤhe.
Ueber unſern Feldberg ſteht im Septemberheft von „Maltens Weltkunde ein umfangreicher, auch in geſchicht⸗ licher Beziehung höchſt intereſſanter Aufſatz, dem wir folgende Stelle entnehmen:
„Der römiſche Geograph Pomponius Mela bezeichnet den Feldberg als einen der höchſten Berge im ſuͤdweſtlichen Deutſchland. Das iſt er denn auch, obgleich ſeine abſolute Höhe von 2680 Fuß, im Vergleich mit jener des Feldbergs im Schwarzwalde und des Ballons in den Vogeſen, unbe— deutend erſcheint, der viel höhern Alpengipfel gar nicht zu gedenken. Nur von einigen Punkten im hohen Weſterwalde und in der Eifel überragt, iſt der Feldberg, durch ſeine ver⸗ einzelte Lage, zu einem Ueberſichtspunkte der weiten Umge⸗ gend ganz geeignet. Von allen Seiten leicht erſteigbar, ſelbſt fuͤr Wagen zugänglich, deshalb in der ſchönen Jahres— zeit ſtark beſucht, iſt es um ſo unbegreiflicher, daß auf ſei— nem faſt 10 Minuten langen und 6 Minuten breiten Rücken noch kein gaſtliches Obdach entſtanden iſt.
„Zwar hat man, zu dem Zweck eines Gaſthausbaues auf dem Feldberge, Beiträge in der Umgegend deſſelben und in Frankfurt geſammelt, ſie haben jedoch bis jetzt nur die Summe von etwa 1000 fl. eingetragen, welche einſtweilen in der Frankfurter Sparkaſſe angelegt iſt. Die Einwohner von Homburg ſollen ebenfalls für etwa 800 fl. unterzeich—⸗ net haben, dieſe Summe iſt jedoch uoch nicht einkaſſirt, mit⸗ hin ſehr problematiſch. Indeß ſchon mit dem alleinigen Vor⸗ chuß von 1000 fl. und der Aufnahme einer ebenſo großen
Summe, könnte ein unternehmender Mann immerhin eine Wirthſchaft auf dem viel betretenen Berge beginnen. Wäh⸗ rend der ſchönen Jahreszeit vergeht bei gutem Wetter kein Tag, wo nicht mehrere Beſucher ſich hier einfinden. Sonn⸗ tags beläuft ſich die Zahl derſelben manchmal auf einige Hundert. Bei Volksfeſten, ſtrömen die Umwohner hier tauſendweiſe zuſammen.“) Viele Wirthshäuſer in der Umge⸗ bung des Feldberges durften alſo eine weniger ſtarke Fre⸗ quenz und eine viel geringere Einnahme haben, als das auf ihm gelegene. Während der nicht günſtigen Jahreszeit könnte das Haus geſchloſſen bleiben und der Wirth in einem der benachbarten Orte ein Unterkommen finden.
„Man verſichert, daß der vorzüglichſte Wirth in Rei⸗ fenberg, Namens Ungeheuer, ſich erboten habe, im Som⸗ mer eine Wirthſchaft auf dem Feldberge zu betreiben, wenn man ihm hier ein Haus baue. Warum aber thut er das nicht ſelbſt mit Hilfe der Vorſchüſſe, die man ihm zur Ver⸗ fügung ſtellen würde? Es könnte leicht der Fall eintreten, daß ein Anderer ſich des Unternehmens verſicherte; gewiß würde dann der Wirth zu Reifenberg(deſſen ſtändige Woh⸗ nung nur/ Stunden von dem Gipfel des Feldbergs ent⸗ fernt iſt) ſich ſelbſt ſehr bedeutende Vortheile entzogen haben.
„Die Menſchen ſind mit ihren oft übel verſtandenen Intereſſen manchmal unbegreiflich. Vor etwa vierzig Jah⸗ ren gab es auf dem vielbeſuchten Rigi noch kein Gaſthaus. Nur mit Mühe, oder durch mitgebrachte ſchriftliche Empfeh⸗ lung, konnte man ein Unterkommen in einem hölzernen Nebenhauſe des kleinen Kapuziner-Kloſters, bei der Wall—⸗ fahrtskirche Maria zum Schnee, finden. Niemand war zu bewegen ſich hier häuslich niederzulaſſen und für Reiſende ein gaſtliches Obdach zu öffnen. Da faßte endlich ein Hirt den Entſchluß, Milch, Wein, Kaffee, nebſt Brot und Käſe zu verkaufen. Aus ſeiner kleinen Hütte, welche die Zuſtrö⸗ menden bald nicht alle in ſich aufzunehmen vermochte, ent⸗ ſtand das noch jetzt vorhandene Wirthshaus zur Krone.
„Da erhoben ſich raſch nach einander die zwar eben⸗ falls aus Holz gebauten, doch ziemlich großartigen Gaſt⸗ häuſer zur Sonne, zum Rößli und zum Schwert, neben denen die Krone als ein unbedeutender Zwerg verſchwindet. Alle ſind vom Mai bis tief in den October mit Beſuchern angefüllt, nächſtdem noch das ganze Jahr hindurch bewohnt. Mehr noch, eine halbe Stunde weiter oben, an dem Wege, der aus dem kleinen Thalkeſſel, worin das Kirchlein Maria zum Schnee liegt, nach Küßnacht und Immenſee führt, wurde das große und hohe Staffel-Wirthshaus erbaut und bald nachher auf dem Kulm, oder dem Gipfel des Rigi, das Kulm-Wirthshaus, in welchem im Sommer nicht alle Unterkunft Suchende aufgenommen werden können, wo die Preiſe doppelt ſo hoch als bei Maria zum Schnee und um ein Drittel höher, als auf der Staffel und im kalten Bade
6) Am 25. Juni 1844 und 6. Jult 1845 wurden daſelbſt Volksfeſte efeiert, welchen zahlreiche Theilnehmer jedes Alters, Standes und eſchlechtes beiwohnten. Wie in dem genannten Aufſatze erzählt
wird, waren zahlreiche Gäſte vorhanden aus Frankfurt, Offenbach, Hanau, Friedberg, Butzbach, Gießen, Wetzlar, Weilburg und den übrigen Landſtädten, aus Uſingen, Kamberg, Idſtein, Wiesbaden, Mainz, Königſtein, Kronberg, Höchſt, Oberurſel und Homburg.
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