Y 0 geſchützt werden? welche Einrichtung muß ſie haͤben oder was muß von ihr, einem bösartigen dürftigen Frevler gegenüber, geſchehen, um die Beſtrafung deſſel— ben zu bewirken und ſie zu ſichern?—.—.—.
Wetterauiſche Sängerfeſte.
Im Mittelalter verbanden ſich Städte zu Schutz und Trutz gegen die Unbilden einer zügelloſen Ritterſchaft. Die— ſer Feind früherer Zeiten iſt glücklich geſchlagen und begraben. Doch— auch unſere Zeit hat ihren Feind, und dazu einen gefährlicheren, der nicht mit Schwerdt und Hellebarde aus— getrieben werden kann, das iſt der Schlendrian, der das Leben einer Tretmühle gleich achtet, die Verſumpfung, in der alle edlen Blüthen des Geiſtes erſticken, die Phili— ſterhaftigkeit, die noch in gar vielen Orten ihr Heimaths⸗ recht geltend macht. Gegen dieſe Feinde hat unſere Zeit eine Maſſe von Vereinen zu Hülfe gerufen; aber nur, um mit der Waffe des Geiſtes dreinzuſchlagen. Aus dieſem Be— duͤrfniſſe entſtanden auch die Geſangvereine, da man wohl einſah, daß die Mißtöne, welche ſo oft im Leben er— klingen, gar lieblich durch die holde Geſangeskunſt in Har⸗ monie verwandelt werden könnten. Und ſo hatten ſich denn auch noch vor ganz kurzer Zeit die Geſangvereine unſerer ſchönen Wetterau verbunden, um durch größere Zuſammen⸗ künfte gegen jene Feinde einer edleren Volksentwickelung gemeinſam zu Felde zu ziehen. Aber— warum hört man nun Nichts mehr von Wetterauiſchen Sängerfeſten? Sollte die Morgenröthe uns getäuſcht und blos den Tag verkündigt, aber nicht gebracht haben? Warum tritt nicht irgend ein Städtlein mit einer Einladung zum fröhli— chen Geſangsſpiel hervor?— Oder wäre es nicht ſchön, eine enge Verbrüderung aller Wetterauiſchen Vereine herzu— ſtellen, und zu dieſem Zwecke eine Verſammlung ihrer Abge— ſandten, etwa in Lich oder Hungen, zu veranlaſſen?—— Möchten wir recht bald eine erfreuliche Antwort in dieſem Blatte leſen!
Auch ein Geſangesfreund.
Bei i e den ens.
„Au waih, ich hab's gewunne“ ſchrie jener Jude, als er gegen den Soldaten die Wette gewonnen hatte, daß derſelbe ihm nicht das Schwarze ſeines Nagels ohne weitere Verletzung mit dem Säbel abhauen könne und als dieſer nicht allein das Schwarze des Nagels, ſondern auch den ganzen Nagel, ja den ganzen Finger abgehauen hatte. Dar— über lacht Mancher. Auch mein Nachbar Hans Peter lachte darüber und warum nicht? Hans Peter iſt ein ganz geſcheuter Mann und geſcheute Leute dürfen wohl einmal über dumme Streiche Anderer lachen. Sonderbar aber, eben derſelbige Hans Peter iſt es, der früher, ein wohl— ſtehender Mann, im eigenen Hauſe wohnte und jetzt mit ſeiner ganzen Familie in einem engen Miethſtübchen einge—
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pfercht ſich kümmerlich vom Taglohne nährt. Wie iſt das zugegangen? Ei, er hatte Streit mit ſeinem Bruder wegen eines Feldchens, das gerichtlich auf 25 Gulden taxirt war, und, um im Streite Recht zu behalten, fing er einen Prozeß an, den er, weil er ihn zuerſt einigemal verloren hatte, Endlich gewann er ihn, um aber die Koſten zu bezahlen, mußte er zuerſt Schulden machen und dann Schulden halber ſein Haus und einen Acker nach Sollte da Hans Peter nicht eher weinen, als lachen, wenn er das Wort hört: au waih ich hab's gewunne? paßt es nicht auch auf ihn? paßt es nicht auf Viele?— Aber ſo iſt der Menſch, an ihm ſelber ſieht er nicht oder will er nicht ſehen, was er am Andern ſtraft, Das iſt die alte Geſchichte von dem Balken im eigenen und dem Splitter in des Nächſten Auge, die du im Evangelium des Matthäus, Kap. 7, Vers 1—6
durch alle Inſtanzen betrieb.
dem andern verkaufen.
verſpottet, verlacht.
nachleſen kannſt.
E
** * In der Disdaskalia laſen wir Folgendes:„aus dem Lippeſchen ſchreibt man: es iſt eine Anzahl Bauern, gegen ſechs und neunzig, in dem Kirchſpiele Schötmar zu einem Friedensvereine zuſammengetreten, welcher ſich die Aufgabe geſtellt hat, Privatſtreitigkeiten auf dem Wege des Vergleiches zu ſchlichten. Dieſes Beiſpiel ſollten die Bauern überall nachahmen, ſie wurden dabei wohl fahren.“ Das Letztere glaubt Einſender auch und es gereicht ihm darum zum beſondern Vergnügen, die Nachricht hinzufügen zu kön⸗ nen, daß ein ganz gleicher Verein dem Vernehmen nach ſchon ſeit Jahren in Bleichenbach, einem Dorfe im Kreiſe Nidda, beſteht. Wir wünſchen ihm fortwährende Dauer, geſegnetes
Wirken und Nachahmer in jeder Gemeinde.
* **
Auf einem hölzernen Kreuze des Friedhofes zu U. lieſt man:„Hier ruht in Gott Frau N. N., welche während ihres Amtes als Hebamme 467 Kinder zur Welt gezeugt
hat.“ N * ** 1 Haß und Liebe. Der Haß iſt wenigſtens eine ehrliche Leidenſchaft, da die Liebe nur zu oft eine Heuchlerin iſt.
Kirchenbuchs-Auszug vom Januar 1844.
Friedberg. Getraute:
14. Andreas Hanſtein, Bürger und Oekonom dahier, des weiland hieſigen Bürgers und Oekonomen, Johs. Han⸗ ſtein, nachgelaſſener ehelich lediger Sohn, und Anna Eliſabetha Engel, des weiland Ortsbürgers und Acker— manns Johann Heinrich Engel zu Obereſchbach nach⸗ gelaſſene ehelich ledige Tochter.
21. Ludwig Wagenknecht, Bürger und Müllermeiſter da— hier, ein Wittwer, und Katharina Simon, des Orts— bürgers und Ackermanns, Johs. Simon zu Niederros— bach ehelich ledige Tochter.
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Schulblatt
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