*r
ſtellen. Mein Aufenthalt in den verſchiedenſten Theilen unſeres Landes hat mir Gelegenheit gegeben, gar manche Krieger aus jenen Zeiten kennen zu lernen nnd zu erfahren, daß die Chevauxlegers ihren vergötterten Prinzen allerdings gerettet haben.— Daß man die Sache in manchen Kreiſen nicht veröffentlicht, geſchieht aus einem gewiſſen Zartgefüͤhl gegen den Wunſch des Prinzen ſelbſt, der geäußert haben ſoll:„Der Allwiſſende kennt Eure Namen, der Sterblichen Mund ſoll ſie nicht entweihen.“ F.
Der verfloſſene Sonntag.
Es iſt ein gar ſchöner Tag, ſo ein Sonntag! die feierliche ſtille dieſes„Gottgeweihten“ ruft mich da ge— wöhnlich in aller Frühe aus dem Bett. Ein kleiner Aus— gang in den Garten, ein Blick in die ſtille Ferne, ſo ein „Sichſelbſtuͤberlaſſenſein“ iſt gar ergreifend, gar angemeſſen als Vorbereitung zu dem Morgengottesdienſt, den ich dann regelmäßig beſuche. Ich weiß nichts beſſeres zu thun am Sonntag Morgen, als meinem Gotte dienen und ich be— greife nicht, wie Andere ohne Noth da der Welt dienen mögen. Den Nachmittag iſt mir dann nichts lieber, als ein kleiner Ausflug ins Freie. Die Natur iſt ja der wahre Tempel Gottes und reiner kann Gott nicht gepredigt wer— den, als ſeine Schöpfung ihn uns predigt.
Auch am verfloſſenen Sonntag lud mich der heitere Himmel ein, die Stube zu verlaſſen. Ich machte zunächſt die Runde in unſerer Gemarkung und kam endlich auf die Höhe, wo ich Homburg, das zauberiſche Homburg, überblicken konnte.„O Homburg, traure um deine Ver— gangenheit! Wie beſcheiden ſtill lagſt du noch vor wenig Jahren, zwar wenig gekannt von deinen berauſchenden Schweſtern, aber unſchuldig und treu gehegt an dem Buſen des lieben Taunus. Der liebe Taunus iſt dir geblieben, aber wo iſt die beſcheidene Stille?— Verdrängt iſt ſie von dem lärmenden Gewühle der Welt, verdrängt von dem blendenden Glanz und dem falſchen Zauber des Spiels! Du warſt eine treue Nachbarin den Städtchen und Dörfern deiner geſegneten Umgebung und nun— ach! eine falſche Verführerin nun biſt du den Schwachen, die von dem Glanze ausländiſcher Pracht ſich blenden laſſen.“
In ſolche und ähnliche Gedanken vertieft, war ich, ohne daß ich es beabſichtigte, bis an die Anlagen der Bade- ſtadt gekommen. Freunde der Natur luſtwandelten in dem Schatten der Laubgänge. Wirklich leidende Kurgäſte er— gingen ſich, um ihrem Körper neues Leben zu ſchaffen und düſtere Geſtalten, bald zerſtört und wild, bald vertieft und ſelbſtkämpfend ſchritten vorbei, ſicherlich gefallene Opfer des priviligirten Hazardſpiels.“ Schön iſt es hier, das iſt wahr; die Natur hat hier reichlich geſpendet. Und doch, doch wandelt hier ſo Mancher freudenberaubt dahin. Warum dürfen wir Sterbliche die Schönheiten der Natur nicht un— getrübt genießen? O, Schein, du Verführer der Schwachen! Du glänzender Mammon lockſt deine Opfer in die Schlinge! Du biſt nun ſo nah dem Orte der Verführung; auch ſehen
wie vordem.“
294*
möchteſt du, wie der Mammon die Welt ſo reizen mag.“ So
dacht' ich und noch ein paar Hundert Schritte, da ſah ich, J
wie mit dem ſauererrungenen Gut ſo leichtſinnig getändelt
wird.„So, alſo hier iſt das Grab ſo manchen Friedens. 6
O du Glanz, wenn du ein Grab biſt! Warum verſchwendet— man an dem Ort des Fluchs ſolche Pracht? Wo ſind un—
ſere Tempel ſo ausgerüſtet? Ja des Laſters Weg iſt breit, 0 geſchmückt geht er durch Auen!“ Wie iſt ſolche Pracht mög
lich, denken Tauſende, gleich mir, und ahnen nicht, daß
auch ihre blanken Gulden, vielleicht im Schweiß errungen,
vielleicht ihren darbenden Angehörigen geraubt, den Glatz
bezahlen helfen. Wie ſo gleichgültig dieſe Schätze dahin ge⸗ 1
ſcharrt werden! Aber, o Entartung! iſt es Wirklichkeit! ſelbſt das zarte Geſchlecht, die Frauen, die vermöge ihrer ſanf— tern Natur dem Drang des Spiels entgegenwirken ſollten, die Frauen ſah ich ſpielen! Eine Hausmutter kann auf Koſten ihrer, vielleicht dürftigen, Angehörigen Summen aufs Spiel ſetzen, Summen, die Wochen lang die Bedürfniſſe der Haushaltung beſtreiten würden? Wird man gedrungen über die Spieler im Allgemeinen ein Weh auszuſprechen, was ſoll man thun, wenn man die Frauen ſpielen ſieht? Ein dreifaches Weh rief ich aus und kehrte dem Scheuſal den Rücken. Doch, was hilft unſer Philoſophiren, ruft mir ein alter Freund zu, es iſt ſo, wir halten das große
Rad nicht auf. Tief gerührt enteilt ich dem rauſchenden Erſt die ſtille Einſamkeit unter dem ruhigen
Getümmel. N freien Himmel, die unſchuldigen billigen Freuden der hohen
de bekte Miß acht berflüchtig faflezen 9
0 Zwei
Nor Vier
Vier
Man läßt da ba, und wenn 1e der Flaſchen o sc ſelbſt her
Freundin Natur gaben mir auf dem Rückwege meine liebe n lege.
Ruhe wieder. Der Beobachter in der Wetterau.
Die Beſchwerde der Raben.
Die Raben gingen hin zu dem Burgermeiſter und be ſchwerten ſich.„Herr Bürgermeiſter, ſagten ſie, es iſt nicht recht, wie man mit uns umgeht, man nimmt uns unſte Nahrung weg, wir werden Hungers ſterben müſſen.“„Wet hat euch Unrecht gethan?“ fragte der Bürgermeiſter unwil— lig,„der König will haben, daß Niemanden Unrecht ge— ſchieht.“„Ei, ſagte der älteſte Rabe, früher war es viel beſſer, da war eine gute Zeit. Wenn Jemanden eine Kuh, oder ein Pferd krepirte, ſo warf man es auf den Anger, da hatten wir gar keine Mühe; wir ſetzten uns alle zuſam⸗ men, und ließen uns das Aas gut ſchmecken. Aber jetzt, du lieber Gott, da vergräbt der Waſenmeiſter das gefallene Vieh, das doch uns gehört, vier Fuß tief in die Erde, und wir haben das Zuſehen. Und die Bauern machen es ihm: nach. Wenn eine Katze oder ein Huhn umkommt, ſo laſſen. ſie es nicht im Hofe oder im Garten liegen, ſondern ver⸗ graben es auch in die Erde. Und ſo kommt es, daß wir“ armen Leute Nichts mehr zu leben haben. Deßhalb bitten: wir, Herr Bürgermeiſter, daß es wieder gehalten werde: „So 2, antwortete jetzt der Buͤrgermeiſter. „Iſt das eure Klage? Das iſt etwas Anderes. Ihr ſeid!
Faullenzer, Tagediebe, ſonſt würdet ihr nicht begehren, daß!
Ernige Wei schung noch J. A Werdichdg wu und noch mehr
1
Kirchenbuck
5. Johann Schuhma
——e—
Bekanntm
*
Beka (182) die Eladtmuhle zu! Aiſtehen des Ef
Samſtag
ü N lf dem Rathh⸗ kelſtegert werd ſladet. Bei ſilech der Zuf l ch dr Zuf bet in demſeſb der Hüte auf! die Beding ſülgtermine el ötledberg d Gr. 0


