g. Pfarr berfinnar
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Geiſte beh⸗ tenheit n 1 sell chriſtth
gebildet werden. Heiden waren wir. Ihr waret weiland, ſagt Paulus, Finſterniß, nun aber ſeid ihr ein Licht in dem Herrn. Wer es wohl mit unſerem Volke meint, der gebe was obigen Forderungen entſpricht. Dieſes hat O. Glaubrecht gethan, dem wir eine Schrift:„die Heimkehr“ oder„Was fehlt uns?“ zu danken haben, die Einſender mit gutem Gewiſſen allen Leſern dieſer Zeilen aufs drin⸗ gendſte empfehlen mochte. Sie iſt erſchienen bei Heinrich Zimmer in Frankfurt und für 36 Kreuzer bei Herrn Buch— händler Bindernagel in Friedberg zu haben. Dieſes Büch— lein, welches 204 Seiten umfaßt, iſt eine Erzählung aus dem Leben, d. h., wie es ſich im Leben ergibt. Der Ver— faſſer hat einen geſunden Blick ins Volksleben. Aus dieſem Grunde iſt es ihm auch möglich in einer volksfaßlichen Sprache zu erzählen. Die erzählende Form in Volksſchrif— ten, glaubt Einſender, iſt auch die zweckmäßigſte. Nicht lange Predigten— aber Spieße und Nägel; nicht ein dür— res Kuochengerippe, ſondern wie oben geſagt, Fleiſch und Blut, das ins Leben des Leſers übergeht. Dabei eine keuſch gehaltene Feder und nicht wie in den Schriften des Jere— mias Gotthelf, der wohl einen guten Volksſtyl im Schwei— zerdeutſch ſchreibt, aber zu unedel iſt in ſeiner Ausdrucks— weiſe. Dieſes nennt man nicht gemeinverſtändlich(populär) ſondern gemein. Und dieſe Gemeinheit will man ja durch gute Volksſchriften verdrängen. Was aber in gedachtem Schriftchen beſonders zu rühmen iſt, iſt der geſunde chriſtliche Geiſt, welcher es durchweht. Keine äußerliche
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gen Schriften, ſondern eine lebendige Friſche, die gewiß unſerem Volke mundet. Denn unſer Landvolk iſt noch nicht erſtorben für die Wahrheit des Chriſtenthums, wie etwa die unteren Stände in vielen Fabrikſtädten. Obſchon die sancta simplicitas(heilige Einfalt) dem Luxus an vielen Orten gewichen iſt: ſo glaubt Einſender doch, der Geſchmack des Volkes iſt noch nicht ſo verdorben, daß von ihm eine Schrift, wie die in Rede ſtehende mit Achſelzucken und Naſenrümpfen zurückgewieſen wird. Möge ſie recht viele Leſer finden und geſegnete Früchte tragen.„eee
Correſpon denz.
I. Eingeſandte Auffätze ꝛc., welche in das Intelligenzblatt auf— genommen werden ſollen.
1)„Altenſtadt.“ 2)„Anfrage“ betr. die Armenunterſtützung von R. in U. 3)„Wetterauer Sagen 2.“
II. Eingeſandte Aufſätze c., welche aus vorliegenden Gründen in dem Intelligenzblatte keine Aufnahme finden können.
1)„Die Blumenſprache“ von R.. in O. Ihrem„Wunſch⸗ gefühle“ kann nicht willfahrt werden.— 2)„Fatalitäten über Fatalitäten⸗ von H... r in O. Sie müßten denn ſo gefällig ſein und darthun, daß Ihre Erzählung auf einer Thatſache beruhe, in welchem Falle allein ſie von Intereſſe wäre.— 3)„Der alte Freier“ von M. in B.— Wir wol⸗ D. Red.
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Milde Gabe u.
5 Ferner ſind für den Simoy Brauburger in Obererlenbach eingegangen: Von F. W. Hock auf der Scharmühle 1 fl. 45 kr.,
Schaale, in der ein tauber Kern ſitzt, wie in vielen heuti—
von C. 6 kr.
D. Red.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Ero elm (883) Johann Heinrich Schepp modo Hein— rich Otterbein und 8 Conſorten zu Rupper— tenrod, haben 53/106 1/7 16 Klafter Brauhaus bei der Kirche an L. Schmidt zu Ruppertenrod an Heinrich Thomas daſelbſt verkauft, ohne ſich deßhalb als Eigenthümer urkundlich ausweiſen zu können. Macht Je— mand Eigenthums- oder ſonſtige Anſprüche an dieſes ſ. g. Brauhaus, ſo muß er ſie binnen 6 Wochen, von heute an, dahier anmelden, widrigenfalls dem abgeſchloſſenen Kaufe die gerichtliche Beſtätigung ertheilt wird. Grünberg den 2. Januar 1844. Gr. Heſſ. zum Landgericht daſ. geb. Patgcht. der Freiherrn von Riedeſel zu Eiſenbach Welcker. Thaler.
Hofraithe-Verſteigerung. (90) In Auftrag Grßh. Heſſ. Landgerichts Friedberg ſoll Dienſtag den 5. März d. J., Vormittags 10 Uhr, das von Joh. Klein III. erſt vor 2 Jahren neu erbaute Wohnhaus auf dem Bürgermeiſterei-Bureau dahier meiſtbie— tend verſteigert werden.
Ilbenſtadt den 20. Januar 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Dickenberger.
Edictal ladung.
(1120 In dem Hypothekenbuche von Nieder— roß bach befindet ſich ein Eintrag, wonach Kon— rad Schneiders Wittwe von da, am 15. May
1822 bei Schuhmacher Nikolaus Lang zu Born⸗ heim 250 fl. gegen Verpfändung von 12 Grund— ſtücken aufgenommen. Die Erben der Wittwe Schneider behaupten indeſſen, daß jene An— leihe nur beabſichtigt, jedoch nie verwirklicht worden ſeie, ſie jedoch die deßfallſige Urkunde nicht wieder beizubringen vermöchten. Auf ihren Antrag werden daher alle, welche auf die über vorgedachte 250 fl. gefertigte Schuld— verſchreibung und den Fortbeſtand des Pfand— rechtes Anſprüche zu haben vermeinen, zu deren Anzeige innerhalb 3 Monaten von heute an unter dem Rechtsnachtheile aufgefordert, daß ſonſt jene Schuldurkunde für erloſchen erach— tet und der Eintrag in den Hypothekenbüchern geſtrichen werden wird.
Dann haben die Konrad Schneiders Wittwe Crben bereits im Jahr 1841 die Grundſtücke 302%, 14 Klafter auf dem Crlich*§21 Klafter in der Laubach f, 9 Klafter in den Weiherwieſen,%. ,. 8 Klafter auf den ſchwarzen Theilen verkauft, ohne ihr deßfall— ſiges Eigenthumsrecht urkundlich nachweiſen zu können. Da jedoch ihr längerer Veſitz der— ſelben beſcheinigt iſt, ſo werden diejenigen, welche Anſpuüche auf vorgedachte Stücke baben möchten, aufgefordert, ſolches um ſo gewiſſer in obgedachter Friſt anzuzeigen, als ſonſt der oberwähnte Verkauf richterlich beſtätigt wer— den wird.
Friedberg am 20. Januar 1844.
Großb. Heſſ. Landgericht
Hofmann.
Verſteiger ung der Arbeiten zur Erbau—
ung einer neuen Synagoge in Allen— dorf an der Lumda.
(123) Montags den 12. Februar d. J.,
Vormittags um 10 Uhr, ſollen in dem Rath—
hauſe zu Allendorf an der Lumda die Arbei—
ten zur Erbauung einer neuen Synagoge da— ſelbſt, voranſchlagt:
1) die Maurerarbeit zu 2)„ Steinhauerarbeit
853 fl. 32 kr. 306„28 A
3)„ Zimmerarbeit 773 7 43 A 4)— Dachdeckerarbeit 215,— 5) Schreinerarbeit 507„ 32 0)— Schloſſerarbeit 100 5„ 7) T Glaſerarbeit 135„ 5 8) Weisbinderarbeit 174* 48 9)„Lieferung von 54,2 Büt⸗
ten Kalk 146 20 A 100 Lieferung von 3,25 Cub.
Klftr. Sand 55 7 19„ an die Wenigſtfocdernden verſteigert werden. Indem man dieß zur öffentlichen Kenntniß bringt, wird zugleich bemerkt, daß der Voran— ſchlag, die Riſſe und Verſteigerungsbedingun gen in dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen liegen.
Gießen den 30. Januar 1844.
Der Gr. Provinzialbaumeiſter een
Frucht Verſteigerung. (138) Freitag den 9. d. M., Nachmittags um 2 Ubr, ſollen in bieſigem Rathbauſe von den Fruchtvorräthen des vereinigten Armen fonds ohngefähr 60 Malter Korn und 20 Malter Gerſte zweimalterweiſe öffentlich meiſt bietend verſteigert werden.
Friedberg den 5. Februar 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz.
Wohnungs- Vermiethung.
(139) Dienſtag den 13. d. M., Nachmit— tags 4 Uhr, wird in der Amtsſtube des Un terzeichneten eine in dem fiscaliſchen Hauſe, die Bauverwalterei genannt, in dabieſiger


