Ausgabe 
6.11.1844
 
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ſich in ſolchen Dingen nicht auf irgend ein Herkommen, ſon⸗ dern auf das Evangelium, und ſie haben auf dieſem Wege Nichts, als ein Vorurtheil, zu überwinden. Mögen denn allenthalben friſche und gute Schritte dazu gethan werden!

Aber es knüpft ſich an jenes Gewebe in der Haupt⸗ kirche zu Trier noch mancher ernſte Gedanke. Wir, die wir uns in einer freiern Faſſung des Chriſtenthums bewe gen, hätten wir es denn für möglich gehalten, daß im Jahr 1844 Hunderttauſende nach einem heiligen Rock wallfahr⸗ teten? Nein! und nun legen es uns die Zeitungen täglich als eine Thatſache vor Augen. Die dortige Geiſtlichkeit hat bei ihrer Regierung um Erlaubniß gefragt, ehe ſie die Feierlichkeiten eröffnete; hätte nicht die Regierung die Er laubniß verweigern ſollen? Sie konnte ſich auf den Vor gang einer frühern Regierung deſſelben Landes berufen; die hatte ſolche Erlaubniß verweigert; mehr als eine Regierung hatte alle öffentliche Wallfahrten geradezu verboten. Aber war Dieß Recht? Hat eine Macht der Welt die Befugniß, den Aberglauben zu verbieten? Das Gebiet des Geiſtes iſt frei, frei auch zu thörichtem Beginnen. Aber ein andrer, ſchöner Weg ſteht der Macht des Staates offen, und Das iſt der, dem Geiſte zu helfen, daß er ſich frei bewege, dem Gedanken kräftiger Menſchengeiſter zu helfen, daß er ſich kund gebe, dem Volke zu helfen, daß es überall Bildungs⸗ ſtätten, überall Heerde des Lichts zu ſeinem Gebrauche be reit finde. Auch da, wo der Menſchengeiſt durch manche Schranken gehemmt und durch manche Laſt niedergedrückt iſt, ſteht er noch in ſeiner angeſtammten Kraft und wird ſich ſchon regen, die Laſt ſchon von ſich wälzen, die Schran⸗ ken ſchon durchbrechen, wenn ihm nur einigermaßen freie Bewegung gewährt wird. Die alten Feinde der Erlöſung des Menſchengeſchlechts, Hoheprieſter, Phariſäer und Schrift gelehrte, wehren freilich aus allen Kräften und mahnen und drängen die weltliche Macht, daß ſie mit ihnen gemein⸗ ſchaftliche Sache mache. Aber wehe den Königen und ihren Räthen, wenn ſie ſich in den unnatürlichen Bund einlaſſen! Die Fackel, die da leuchten ſollte, wird dann überdeckt, nud allerlei altes Geräth darüber geſchleudert, ihre Flamme aber iſt von unvergänglichem Feuer, ſie brennt fort, ergreift das darüber Gelegte, und eine wilde Feuersbrunſt lodert empor, welche Gutes und Unnützes, welche leicht mit der Prieſter macht zugleich die Macht des Staats in Aſche verwandelt. Darum, wer dazu mitwirken kann, daß Erkenntniß, daß Geiſtesbildung in beſonnener, friedlicher Weiſe, in natur gemäßer Entwickelung mehr und mehr Eigenthum ſeiner Mitmenſchen bis in die unterſten Schichten der Geſellſchaft werden, Der thue es; er erfüllt damit eine heilige Pflicht!

Das alſo iſt heute Thatſache, daß ſich von der Be völkerung deutſcher Gauen Schaaren auf Schaaren wieder zu einer Wallfahrt drängen. Gegen, alles dieß Weſen ſchall ten vor dreihundert Jahren Luthers Donnerworte laut durch die Welt; die Völker hörten ſie, verſtanden, begriffen ſie, auch in den Ländern, welche jetzt nicht proteſtantiſche ſind. Da regte ſich die Prieſterſchaft; und wo ſie mit dem Für⸗ ſten im Bunde ſtand und klug und beharrlich zu Werke ging, da gelang es, den neuen Geiſt, die Volks vernunft, wieder zu bannen. So ſehr iſt Das gelungen, daß wir jetzt, nach dreihundert Jahren, dieſe Vorgänge in Trier er

blicken. Vieles hat ſeitdem auf den Geiſt der Menſchen ge wirkt. Sie ſind durch die Kriege weit umhergeführt worden

und haben geſehen, wie es in Ländern ohne Prieſtermacht und Glaubensbann ſteht. Bücher aller Art ſind ihnen zu Geſicht, Stimmen aller Art ſind ihnen zu Ohren gekommen. Die Schulen ſind allenthalben beſſer geworden, die Menſchen ſind allenthalben aus dem Schlummer des Geiſtes aufge⸗ rüttelt und gezwungen worden, mit den mächtigen Fragen warum? woher? wozu? die Dinge der Welt anzuſehen.

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das Gewiſſen gelegt, daß ſie wallfahrten ſollen. der Männer Gemüth unzugänglich gezeigt, ſo iſt's an di

Frauen verſucht worden; ſiehe da den Erfolg! Alſo don alben.

noch ſolche Macht der Prieſterſchaft über das Volk. Un

welcher Prieſterſchaft? Die da losgetrennt iſt von Dem it

Da haben es ihre Prieſter fuͤr gut befunden, ihnen von den 1 heiligen Rock zu Trier zu erzählen. In der Beichte, diet mächtigen Aufregerin der Gemüther, haben ſie ihnen a

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was Menſchen an Menſchen bindet und was die heiligen e daß du

Gefühle der Herzen erregt, losgetrennt von den Banden der Ehe, von den ſüßen Freuden, ſeine Kinder um ſich he ad aufwachſen zu ſehen und für ſie zu ſterben; die da von, el g frühe an ſorgfältig, ſtreng, mit allen Mitteln geſchult wir, nm ale

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in die Rechnung der Hohenprieſter taugen möchten; die dg che

ſo ſorgfältig gegliedert, ſo genau überwacht iſt, daß der ein zelne Widerſtrebende leicht beſeitigt werden kann. In dei Händen dieſer Prieſterſchaft ſind die höchſten Angelegenheiten ganzer Völker? Ihr ſtehen die Ehen, ihr ſteht die Jugend bildung, ihr das Gewiſſen von Millionen offen? Ja! ſo if es, ſo iſt es im Jahr 1844, wer kann es leugnen?

Was ſoll aber daraus werden? Das weiß Er, deſfen Wege höher ſind, als unſere Wege, und der da Gedanken hat, die keinem Menſchenkinde eingekommen ſind. Er waltel Wir aber wollen nicht die Hände in den Schooß legen, ſondern wachen, daß nicht etwa auch uns das Kleinoh evangeliſcher Freiheit verkümmert werde, und mitwirken, ſofern Das auf ehrlichem und würdigem Wege geſchehen kann, damit das Licht ſeine Strahlen weiter verbreite! Day aber, Dank ſei Dir, Vater, daß Du unſern Geiſt Feſſeln, welche noch ſo viele Tauſende unſerer Brüder drücken, nit mals haſt empfinden laſſen!

Der heilige Rock zu Trier.

Mit Vergnügen kommen wir dem Wunſche des Herrn Dekans und Pfarrers C. Maas zu Vibel: den nachs folgenden Aufſatz aus den katholiſchen Sonntagsbläl⸗ tern in dem Intelligenzblatte abdrucken zu laſſen, nach, mit Sr. Hochwürden auch jetzt wieder, wie in Nro. 86, hoffend und wünſchend, daß dadurch auch in unſerm Kreiſ manches ſchwankende Urtheil werde befeſtigt und manches Sorgloſe werde aufgerüttelt werden.

In den genannten Sonntagsblättern heißt es in N. 42

»Correſp.) Die Worte, welche der Hochwür, digſte Herr Biſchof Arnoldi nach Reponirung des h. Klei des geſprochen, waren ſo warm und kräftig, daß es gewiß für Jeden Intereſſe hat, eine kurze Skizze davon zu leſen Kein Fußbreit Raum blieb im Dom unbeſetzt; die Leite ſtanden noch vor den Thoren, um wenigſtens einige, vielleicht nur die feierliche Stimme des Oberhirten zu her⸗ nehmen. Die Gefühle welche dem verehrten Biſchofe wäh⸗ rend der ſieben Wochen der Gnade durch die Seele gingen, drängten ſich ihm in einem Momente auf, ſo daß er dei Macht derſelben kaum widerſtehen und anfangs nur wenige vernehmbare Worte reden konnte. Er ergoß ſeine ganze Seele in einem Dankgebete gegen Gott, der ihn gewürdiget, daß er ein Werkzeug geworden ſei zur Beförderung ſolchet Andacht, und ſolch' glückliche Tage erlebt habe, wo aus allen Ländern der Erde Pilger zuſammenſtrömten, um das h. Kleid zu verehren und vor ihm den anzubeten, der es getragen. Solche Tage habe Jeruſalem nie geſehen; denn es ſeien während der ſieben Wochen der Ausſtellung des h. Kleides aus 70 bis 80 Bisthümern die Wallfahrer zuſam⸗ mengeſtrömt; 18 Biſchöfe hätten ſich eingefunden; unter den Pilgern hätte man ſehen können Gelehrte, Vornehme, Griſt⸗ liche und Weltliche, Greiſe, alte ſchwache Mütterchen, be

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