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iuge Weiber mit dem Saͤugling an der Bruſt und eines
em hrere Kleine an der Hand fuͤhrend. Eine ſolche
5, wie ſie der Herr durch ſein h. Kleid ſeinem Volke
den itt, konne kein Fürſt der Erde ſeinem Volke gewähren. Nahewei ſei die Freudigkeit, welche in dem Herzen aller Polt Mogenden geherrſcht, wohl der beſte Beweis, daß der „ Agholſche Cult nichts weniger als finſter ſei.„Ich danke de„e uhr der Hochwürdigſte Herr Biſchof fort, ich danke i Aagütiger, Allbarmherziger, daß du dich erbarmt haſt „he ein Volk, daß du angeſehen haſt ſeine Noth und ſein Aitigedes Flehen!“ Sodann ſuchte er zwei Puͤnkte im Ver— lche einer geiſtvollen erſchütternden Rede feſtzuhalten; näm— le ban erkenne aus dieſen vielen Zügen, aus dieſer gro— ßes erdnung, aus dieſen heißen Gebeten, wie mächtig der
A igholſche Glauben ſei durch ſeine Einheit und durch die die welche er bekunde.„Dieſer katholiſche Glaube, ſagte ie gedner, iſt nur einer; denn ſehet die 1,100,000 Men⸗ jeg welche ſeit 7 Wochen hierher pilgerten, kamen zum il aus den entfernteſten Ländern, redeten die verſchieden— en Sprachen, die ihr nicht verſtehen konntet; aber ihr de„ wißt, was ſie hierhergefüͤhrt; ihr wußtet, obgleich ihr den „Ii aut nicht verſtandet, welche Sprache ihr Herz redete. dee S obten und prieſen Gott, wie ihr; ſie ſuchten Hülfe Ai tes rem Erlöſer vor ſeinem h. Kleide, wie ihr; es wehete ume den hundert Tauſenden ein Geiſt; und ſie fanden ſich
i ee hie ziſammen, verſchieden an Sprache, an Tracht, an Sit⸗ ee tez ber einig im Glauben, einig im Gebete Mancher Be⸗ gehen wehſer eines armen entlegenen Dorfes hätte glauben mögen,
— ſen dorf ſei allein noch ein Ueberreſt des alten katholiſchen e Gawens; aber wie mußte er ſich befriedigt fühlen, als er
hin ſo viele Menſchen deſſelben Glaubens in derſelben Apigt zuſammen fand; als er ſah, wie Hohe und Niedere, Glerte und Ungelehrte ihrem Erlöſer dankten und um Ghade ihn anflehten in manigfacher Noth. Das, Geliebte, iſt[ de Kraft des Einen katholiſchen Glaubens. Wie die der en Aupſel und Jünger in vielen Sprachen bei dem Pfingſtfeſte „Gh prieſen, ſo wurde der Herr auch hier in den verſchie⸗
denim Sprachen gelobt und geprieſen.— Ihr habt aber
din Thränen geſehen, die hier ſo reichlich gefloſſen ſind, an dem Orte, wo der Herr ſeine gnadenreiche Hand öffnete, wo
er p viele körperliche und geiſtige Wohlthaten ſpendete; wo
bis 80 und mehr Stunden her, wie am Schwemmteiche zu Bethſaida. Abet guch wie viele Sünden hat er verziehen; wie viele Gebeugze hat er aufgerichtet; wie viele hat er zur Buße bewegt durch ſein heiliges Kleid. Wenn ich zur Seite des h. Kleides ſaß, ſo durchſchnitt mir der Gedanke das Herz: Du haſt ihn(den Erlöſer) gemordet durch deine Sün— den!“ Nach dieſen erſchütternden Worten ermahnte der Hoch— würdige Oberhirte zunächſt die Bewohner der Stadt, fortan ihrem h. Glauben von Herzen zugethan zu ſein, und es nicht zu verſäumen, beſonders an den Tagen, wo das Feſt Innumerabilium martyrum Trevirensium(der unzähl⸗ baren Martyrer von Trier) gefeiert würde, die Grabſtätte derſelben und außerdem das Grab des h. Apoſtels Matthias zu beſuchen und ſich den Ruf zu bewahren und noch mehr zu beſtätigen, den ſie bei Auswaͤrtigen ſich erworben. Selbſt Biſchöfe, die mit ihm alle hh. Orte von Trier beſucht, hätten ſich an dem frommen Glauben ſeiner Dibceſanen erbaut. „Wie biſt du ſo glücklich, hätten ſie zu ihm geſprochen, daß du ein ſo gläubiges frommes Volk haſt“! Sodann wies der Hochwürdigſte mit Indignation auf die Lügen und Verläum— dungen der meiſten öffentlichen Blätter hin, die man über Trier, die Pilger und ihre Abſichten ausſchüttete. Den Schluß ſeiner Rede bildete ein Dankgebet.“
6) Hiermit wollen wir vorerſt, wie es uns der beſchränkte Raum unſeres Blattes zur Pflicht macht, den heiligen Rock zu Trier ver⸗ laſſen, zumal da in den bereits mitgetheilten Aufſätzen die Sache für den, der Augen hat und ſieht, wohl ſo ziemlich ins Klare ge⸗ kommen iſt. Die Redaction.
Bekanntmachung.
Nach dem Beſchluß des Großh. Heſſ. Adminiſtrativjuſtizhofs zu Darmſtadt iſt die am 2., 3., 4. und 5. Oktober l. J. vorgenommene Erſatzwahl des Gemeinderaths verworfen worden, weil aus der Wahl⸗ periode von 1834 noch 8 Mitglieder vorhanden waren, deren 9 jähri⸗ ge Dienſtzeit längſt abgelaufen iſt und demnach nicht 7, ſondern 11 Erſatzmitglieder zu wählen geweſen waren, welches hiermit, des Arti⸗ kels 40 der Gemeinde-Ordnung gemäß, zu jedes Intereſſenten Kennt— niß gebracht wird.
Friedberg den 2. November 1844.
Der Grßh. Heſſ. Buͤrgermeiſter
dich Gepreßte, Blinde, Lahme und Taube einfanden, von 70
D. Fritz.
Welanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Bilwerſicherungsanſtalt für den Kreis Hungen.
(1325) Man bringt hiermit zur Kenntniß der ewohner des Kreiſes Hungen, daß bei der iehverſicherungsanſtalt dieſes Kreiſes ge— genwertig aus 17 Gemeinden Rindvieh ver— ſicher iſt, und zwar mit einem Kapitalwerth ben 92471 Gulden, obgleich die Anſtalt erſt ein albes Jahr beſteht. Der Quartal. Beitrag bettant jetzt 1 Heller von einem Gulden Veiſtherungs-Kapital, und bei eintretenden Sita⸗fällen vergütet die Anſtalt alsbald drei Virheile des Werthes.
Afnahmen finden regelmäßig alle Viertel⸗ jh ſtatt, und es können auch einzelne Mh eſitzer des Kreiſes Hungen ihr Rindvieh veſthern laſſen, wenn auch ſonſt aus dem 1lnorte derſelben Niemand der Anſtalt bei⸗ tien will. Durch den Beitritt macht man sie zur auf ein Jahr verbindlich.
Fangen den 17. Oktober 1844.
Der Director der Verſicherungsanſtalt des Kreiſes Hungen: Hunſinger.
Proclama. (1373) Im gerichtlichen Pfandbuche fur Grunberg befindet ſich ein Eistrag vom 8. Januar 1819 über 300 fl. Kapital, aufgenom⸗ men von Johann Georg Römer, Schneider⸗ meiſter und deſſen Frau dahier, bei Handels⸗ leuten Eghinger und Weltz dahier, verzinslich zu 5 pCt. und es iſt ein Wohnhaus bei der Barfußergaſſe bezeichnet alt%s neu 786 verpfändet. Vom Bevollmächtigten der Dar⸗ leiher liegt Beſcheinigung über erfolgte Rück— zablung der Schuld vor, die Schuldu rende ſelbſt aber wird vermißt. Romer hat auf Löſchung des Eintrags im Pfandbuche ange— tragen, und es wird dieſem Antrage entſpro⸗ chen, wenn hiergegen nicht binnen 6 Wochen begründete Einſprache dahier erhoben wird. Grünberg am 26 September 1844. Großh. Heſſ. Landgericht Welcker. Hofraithe-Verſteigerung.
(1403) Da bei dem am 7. Oktober l. J. erfolgten Ausgebot der Hofraithe des Georg See kein annehmbares Gebot erfolgte, ſo ſoll auf Antrag der Tochter des nunmehr verleb⸗ ten Georg See, deren Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus und Stall an Georg Rauſch an der Kirche gelegen, Donnerſtag den 7. November l. J., Vormittags 11 Uhr, einer
nochmaligen öffentlichen Verſteigerung in hie— ſigem Rathhauſe ausgeſetzt werden. Friedberg den 28. October 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter
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D. Fritz. Arbeits
(Alis) An den nachſtehenden Terminen ſo len folgende Arbeiten öffentlich an die We— nigſtnehmenden verſteigert werden:
10 Donnerſtag den 7. Nov. l. J., Vormit⸗ tags um 11 Uhr, oberhalb Aſſenheim die Planirarbeit an der neu erbauten Brücke, ſodann die Herbeifuhr und das Aufſetzen der zur Chauſſirung nöthigen Steine vom Steinbruch am Speckenberg.
2) Freitag den 8. Nov. l. 8 Vormittags um 11 uhr, in Niedermorlen im Gaſt— haus zum Löwen, das Brechen der zur Unterhaltung der Straßen nöthigen Steine für die Jahre 1845, 1846 und 1847 in den Steinbrüchen bei Griedel, am Gal— genberg und am Cichkopf.
3) Samſtag den 9. Nov. l. J., Vormittags um 11 Uhr, auf dem Ilbenſtädter Chauſſee⸗ haus, dieſelben Arbeiten wie pos. 2 in Bezug auf den Steinbruch am Specken— berg bei Aſſenheim.
4) Dienſtag den 12. Nov., Vormittags um 11 uhr, in Altenſtadt im Gaſthaus zum
Verſteigerung.


